684 Annalen der Hydrographie und Maritiman Meteorologie, Dezember 1910.
die Genauigkeit zu, mit der durch die Messung des astronomischen Azimuts der
Beobachterstandpunkt auf der Standlinie bestimmt wird, doch nur in so geringem
Maße, daß praktisch die Messung des astronomischen Azimuts zur Kenntnis des
Ortes nichts beiträgt. Die folgende Tabelle, in der für den Stundenwinkel t = 6%
in der Kartenmitte und die Deklinationen d = 0°, 5°, 10°, 15°, 20°, 25°, 30° die
astronomischen Azimute in den Schnittpunkten der zugehörigen Standlinien mit
den Breitenkreisen = 42°, 43°, 44°, 45°, 46°, 47°, 48°, 49°, 50°, 51°, 52°, 53°, 54°,
55°, 56°, 57°, 58° zusammengestellt sind, läßt erkennen, wie wenig sich das astro-
nomische Azimut längs einer Standlinie ändert:
= 0°; ı= 0°;
= 5% ı= 3° 50);
$ = 10°; ı= 79° 393!
dd = 15°; 'h = 11° 26‘;
$ = 20°; | 4% = 15° 11';1
$ = 25°; h = 18° 53;
5 — 30°: h = 229 31’:
WA
‘4
A
A
4
A -
fi
== JO;
dj = 50°
$ = 10°;
5 = 159:
5 = 20°;
5 = 259;
SS — 8309:
1
Y
99;
39 50;
79 39;
10 28;
2 6:
19 11’:
189 581:
99 817:
N =
429°
90°
930,3
960.6
100°.0
103°.4
107°.0
1102.8
30° |
33°,2
469,5
490,8
9 >59
110 4
43°
90°
93°,3
96°.6
99°,9
(039.4
106,9
110°.7
520
90°
939,2
069,5
992,8
1039,23
069,7
110° JA
449 45°
909 90°
939,3 93°%.2
9695 969,5
99°.9 99°.9
‘039.3 10393
106°,9 ' 106°.8
110° 6 110°5
53°
90°
939.2
36°,5
99°.8
039,2
069,7
‚10°.4
54° |
90°
939.2
96°.5
99°.8
639.2
9,3
‚102.5
46°
90°
93°.2
96°,5
992.8
103°.2
106°,5
110°5
55°
90°
939,3
962,5
999,9
103°,3
1069°,9
116° 6
479 48°
90° 90°
930,2 93°.2
96°.5 969,5
999,8 99°,8
103°.2 10392
1069,71 106°,7
110° 4 1110° -
56° 57°
90° 90°
939.3 939,3
96°.6 969,6
99°,9 10090
103°.4 103-5
107%.0 1079.1
110°.7 ı 110°.8
49° |
90°
939,2
96°,5
999,8
1L03°.2
106°,7
102 4
58°
90?
93°.3
969.7
1009.1
103°.6
1079,32
111°0
50°
90°
939.2
969,5
999,8
103°.2
106°.7
110°
Herr Professor Runge hat unter der Annahme, daß die magnetische
Deklination nach Osten hin auf einen Längenunterschied von einem Grad um
0°.6 im algebraischen Sinne zunimmt — der Einfluß der Breite auf die Miß-
weisung wird vernachlässigt — für das Verschwinden von de d. i. von der
differentiellen Änderung des magnetischen Azimuts d% für das Bogenelement
der Standlinie ds folgende Bedingungsgleichung aufgestellt:
etgt = 0.Getg A.
Die Diskussion dieser Gleichung ergibt nach Herrn Runge:
Für unsere Breiten bis herab zu # = 37° kann bei positiver Deklination
für einen Stundenwinkel des Gestirns, der etwas größer als 6h bzw. etwas kleiner
als 18% ist, der unliebsame Fall eintreten, daß die Messung des magnetischen
Azimuts zur Kenntnis des Beobachtungsortes nichts beiträgt, Der zeitliche Moment
dieses Ereignisses ist in dem hypothetischen Falle allein eine Funktion der geo-
graphischen Breite unabhängig von der Deklination des Gestirns, Für die Breite
? = 50° verhält sich der Unterschied zwischen dem Stundenwinkel des Gestirns
zur Zeit des kritischen Momentes und dem Stundenwinkel 6h bzw. 18% zu dem
Unterschied des Stundenwinkels bei Untergang bzw. Aufgang des Gestirns und
des Stundenwinkels 6% bzw. 18% wie 3:5. Wenn demnach die Sonne eine Stunde
nach 6 Uhr wahrer Ortszeit untergeht, so wird der kritische Moment */; + 60 = 36 Mi-
nuten nach 6 Uhr abends eintreten. Kann die Unsicherheit der Ortsbestimmung
aus dem gemessenen Azimut nicht durch übertrieben genaue Messung des magne-
tischen Azimuts ausgeglichen werden, so wird man sich mit der aus der ge-
messenen Höhe gefundenen Standlinie, die vielfach schon hinreichenden Aufschluß
über den Beobachtungsort geben wird, begnügen und eine günstigere Zeit zur
vollständigen Ortsbestimmung abwarten müssen. Da in dem unliebsamen Falle
die Standlinien die Meridiane unter kleinen Winkeln schneiden, so kann immer-
hin durch Messung der magnetischen Inklination oder der Horizontalintensität
der magnetischen Kraft und durch Vergleichung der erhaltenen Werte mit den
Isoklinen oder den Isodynamen einer Karte, die nahe parallel den Breitenkreisen
verlaufen, eine vollständige Ortsbestimmung erzielt werden.
In der Praxis ist die Benutzung vorgedruckter Schemata zu empfehlen;
die in Betracht kommenden Schemata sind im folgenden zusammengestellt: