accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

250 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli/August 1918. 
Fjorden Spitzbergens brach das Wintereis einen Monat später als in normalen 
Jahren auf, und Jungeis bildete sich im Herbst einige Wochen früher als gewöhnlich. 
Selbst im August und September hatten die Schiffe zuweilen noch mit Eisschwierig- 
keiten bei der Einfahrt in die Fjorde zu kämpfen. Das Treibeis längs der Westküste 
bestand dies Jahr aus dünnem Wintereis aus.dem Stor-Fjord und aus der Barents- 
See, vermischt mit einigen schweren Schollen vorjährigen Eises. Mitte September 
war die Westküste Spitzbergens südlich vom Eisfjord eisfrei. 
Ostgrönland. Im nördlichen Teil des ostgrönländischen Meeres erstreckte 
sich das Eis bis Ende Juli sehr weit ostwärts und erreichte im April und Mai auf der 
Breite der Bären-Insel die bei Spitzbergen liegenden Eismassen. Im August herrschten 
hier normale Verhältnisse, während im südlichen Teil der Grönland-See außerordent- 
lich wenig Eis war und das Treibeis sich südwärts nur bis 68° N-Br. erstreckte. 
Bei Angmagsalik lag das Eis von Februar bis Mitte Juli dicht gepackt längs 
der Küste, Ende August und im September war die Küste hier ganz eisfrei. 
Island. Günstige Eisverhältnisse. Anfang Februar erschien das erste Eis 
bei Kap Nord, blieb aber nur einige Tage. Im Mai lag die Eiskante 20 Sm, im Juni 
and Juli etwa 60 Sm von der Küste entfernt. 
Neufundland-Bank. Die wenigen vorliegenden Berichte lassen erkennen, 
daß ziemlich günstige Eisverhältnisse herrschten. Die ersten Eisberge erschienen 
auf der Bank im März, im April waren sie ziemlich zahlreich bei Kap Race, ebenso 
Ende Juli auf der Neufundland-Bank zwischen 42° und 52° N-Br. 
Davis-Straße. Die Eisverhältnisse waren im Sommer 1917 hier ungewöhnlich 
günstig. Im Mai reichte das Treibeis nur bis Ivigtut, im Juni bis Nunarsuit, im 
Juli bis Nanortalik, und im August war die See westlich Kap Farvel und wahr- 
scheinlich auch östlich des Kaps bis 67° N-Br. völlig eisfrei. Überall in Grönland 
war das Wintereis sehr schwach, und an einigen Plätzen wie in: der Disko-Bucht 
war fast kein Wintereis. Polareis wurde bei Umanak beobachtet, trieb aber im 
Juni ab; im Godthaab-Bezirk war kein Packeis während des Sommers. Das Auf- 
treten der Eisberge war normal. - 
Die außerordentlich günstigen Eisverhältnisse in der Davis-Straße im Sommer 
1917 werden darauf zurückgeführt, daß sehr große Eismassen: im nördlichen Teil 
der Grönland-See nicht nach Süden abgetrieben sind, und geben Anlaß zu der 
Prognose, daß im Sommer 1918 größere Eismassen bei Island und längs der Ost- 
küste Grönlands und vielleicht auch in der Davis-Straße auftreten werden. 
Melville-Bai. Bis Ende Juni lag das Eis fest in Melville-Bai, nur bei Wilcox 
Head war freies Wasser. Im Juli lag noch viel Eis in‘ der Melville-Bai, das aber 
bezwungen werden konnte. Im Smith-Sund begann das Eis im Mai aufzubrechen; 
im Juni und Juli war stellenweise viel offenes Wasser. 
Bering-See. Bristol-Bai wurde. im Mai :eisfrei, am 12. Juni war die ganze 
Bering-See bis Kap Nome eisfrei. Von der Bering-Straße und Beaufort-See 
fehlen Nachrichten über .die Eisverhältnisse. W. Brennecke 
4. Nordlicht, beobachtet am 16. Dezember 1917 bei Sandhammern an 
der schwedischen Küste, 55° 20’ N-Br., 14° 50’ O-Lg. . Am 13. Dezember 1917 
traten wir unsere Reise von Hernösand nach Bremen an; das Wetter war für 
diese Jahreszeit außergewöhnlich schön, während der ganzen Reise waren die 
Nächte außerordentlich hell, ähnlich einer von Norden ausstrahlenden Dämmerung. 
Zu einem richtigen Nordlicht mit dem bekannten Lichtbogen und plötz- 
lich hervorschießenden Lichtstrahlenbündeln kam es jedoch erst am Abend des 
16. Dezember, als um 10% M.G.Z. sich schnell der bekannte Lichtbogen bildete 
und mehrere rote Strahlenbündel bis zum Zenit und nach Osten und Westen 
hervorschossen. Besonders merkwürdig war die rote Färbung der höheren Strahlen, 
während der Lichtbogen eine gelbliche mit Blau untermischte Tönung zeigte. 
Die Helligkeit war so stark, daß eine Uhr mit vergoldeten Zeigern deutlich mit 
bloßem Auge abgelesen werden konnte. Um 10h 15m verschwand die Erscheinung 
mehr und mehr, nur die zuerst erwähnte Helligkeit am nördlichen Himmel 
blieb die Nacht über bestehen. — Ein so schönes rotes Nordlicht habe ich selbst 
auf meinen Reisen ums Nordkap und nach New Brunswick nicht gesehen, ob- 
gleich mehrere darunter waren, die: dieses an Lichtfülle übertrafen. und länger 
dauerten. Kapitän W., Möller, D. »Irmgard Horn«,
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.