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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1910.
Port Essington. Ein Vergleich mit den gleichzeitigen Tiden zu Port
Simpson (nahe der Alaska-Grenze, 54° 30’ N-Br.) während der 6 Monate von
Juni bis November 1909 lieferte durchschnittlich folgendes Ergebnis:
zur Gezeit von Port Simpson addiere für Hochwasser 37 Min., für Niedrig-
wasser 50 Min. Doch treten während des Mondumlaufes erhebliche Schwankungen
auf, die man derart berücksichtigen sollte, daß man
für Hochwasser addiert bei Springzeit 40 Min,, bei Nippzeit 33 Min.;
für Niedrigwasser addiert bei Springzeit 1 Std. 4 Min, bei Nippzeit
37 Min.
Es ist sodann wahrscheinlich, daß diese Zeitunterschiede während der vom Ober-
wasser bedingten Hochflut des Skeena-Flusses durchschnittlich größer werden,
da sie ohne Zweifel das Vorschreiten der Gezeit auf dem Fluß verzögern muß,
Die Größe dieses Einflusses ist noch nicht festgestellt, aber die Beobachtungen
werden fortgesetzt, um darüber Klarheit zu schaffen,
Long: Inlets (d. h. die verschiedenen langen Fjorde zwischen Vancouver
und der Nordgrenze Columbiens). Die Eintrittszeiten von Hoch- und Niedrig-
wasser am Ende der Fjorde sind nur wenig später als die an ihrer. Mündung.
Das ist durch die gleichzeitigen Aufzeichnungen der Registrierpegel Tag und
Nacht während mehrerer Monate sichergestellt, zumal die Zeiten durch Chrono-
meter am Eingang und Ende der Fjorde genau kontrolliert wurden, Für
3 Fiorde sind z. B. folgende Resultate erzielt:
Örtlichkeit
Von Lund bis zum Ende des Bute-Fjordes (50° bis
51° N-Br.) Distanz 66 Sm, SO simultane Be-
obachtungen.
Von Namu nach Bela-Kula durch den Burke-Kanal
und Bentink-Fjord (von 51° 50 N-Br. nordwärts).
Distanz 69 Sm. 144 simultane Beobachtungen.
VonHartler-Bucht inWright-Sund durch den Douglas-
Kanal nach Kilimat (etwa 53! ,° N-Br.), Distanz
19 Sm. 222 sımultane Beobachtungen.
Hochwasser
© Min. später
2 Min. später
5 Min. später
Niedrigwasser
|4 Min, später
7 Min, später
5 Min. später
Ähnliche Differenzen dürften anzuwenden sein, um die Eintrittszeiten der
Tidenphasen am Ende der übrigen Fjorde dieser Küste zu erhalten.
Der Tidenhub ist am Ende der Fijorde nur 2 bis 12%, größer als am
Eingang.
Die rapide Fortpflanzung der Gezeitenwelle wird ohne Zweifel der großen
Tiefe der Fjorde zuzuschreiben sein; die gesamte Oberfläche des Fjordes hebt
und senkt sich nahezu im selben Augenblick, wenn durch das Steigen oder Fallen
des Wassers außerhalb, im offenen Gebiete, die Veranlassung dazu gegeben ist.
Auch ist nur wenig Strom in den Fjorden bemerkbar, höchstens nahe den
Mündungen. —
In einem an den Berichterstatter gesandten Briefe vom 2. Mai d. J, schreibt
nun Dawson u. a, noch folgendes: »... Die Kurve der Gezeitenwelle in der Georgia-
Straße weicht sehr stark von den normalen Kurven ab; die (auf S. 669 folgende)
Figur gibt am leichtesten eine Vorstellung davon. Das höhere Hochwasser und
die zwei Phasen der halben Tiden (half tides) liegen alle in nahezu dem gleichen
Niveau, ganz außergewöhnlich niedrig ist dagegen das niedrige Niedrigwasser.
Daher war es auch erforderlich, dies letztgenannte Niedrigwasser besonders zu
behandeln, Die Zeiten des niedrigen Niedrigwassers und der damit korrespondierende
Wechsel der Stromrichtung sind ganz abweichend von denen der übrigen Phasen,
Die für Westminster mitgeteilten Konstanten liefern dafür ein gutes Beispiel.