640 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1910.
Übergang vom Westwindgebiet in den SO-Passat teils verhältnismäßig, teils außer-
gewöhnlich leicht war, (vergl. hierzu Segelhandbuch für den Atlantischen Ozean,
3. Aufl, S. 477) und zweitens darauf, daß das Hochdruckgebiet im Nordatlantischen
Ozean besonders gut ausgebildet war, womit ein starker NO-Passat zusammen-
hing, und ferner, daß das Hochdruckgebiet sehr östlich lag und die Schiffe infolge-
dessen keinen Umweg um die Westseite der Azoren herum zu machen brauchten,
Am besten ausgebildet fand »Pangani« diese Wetterlagen, und da »Pan-
gani« durch ihre hervorragende Geschwindigkeit und Fähigkeit Segel zu fahren,
auch besonders gut imstande war, günstige Gelegenheit auszunutzen, so fiel auf
sie auch die schnellste Reise. Deren Verlauf war folgender:
Nachdem »Pangani« mit frischen, vorwiegend nordwestlichen Winden Kap
Horn umsegelt hatte, machte sich am 20. Dezember abends ein Fallen des Baro-
meters bemerkbar; der nördliche Wind nahm bis Stärke 9 und in Böen bis
Stärke 11 zu, so daß für kurze Zeit die Unterbramsegel festgemacht werden
mußten. Der tiefste Barometerstand trat am 21. Dezember 12% mittags mit
747.8 mm ein. Nachdem das Barometer etwas gestiegen und der Wind links-
herum gelaufen war, nahte am folgenden Tage eine zweite Depression. Bei NNO,
Stärke 10 bis 11, auf Steuerbordhalsen waren eine Wache lang Obermarssegel
und Fock fest, und als dann beim Herumholen des Windes nach NW ein Ab-
flauen erfolgt war, wurde am 23. Dezember der tiefste Barometerstand (735.8 mm)
abgelesen. Beim Passieren des Minimums sprang der Wind plötzlich nach SSW11,
und harte Böen setzten ein. Schwere Seen brachen über Deck und Luken.
Platt vor dem Winde lief der Viermaster vor Unterbramsegeln in einer Wache
57 Sm. Man befand sich mittags in 44.2° S-Br. und 41.5° W-Lg. und war nun
bestrebt, mehr Nord anzuholen. Bei rasch steigendem- Barometer krimpte dann
der Wind bis WNW, Stärke 7 bis 8, dabei wurde besonders guter Fortgang er-
zielt, so daß man nach einem Etmal von 305 Sm am 25, Dezember mittags in
36,5° S-Br. und 33.6° W-Lg. stand. Hier wurde bei hohem Luftdruck, der im
Mittel über 770 mm betrug, der Wind flauer und holte am folgenden Tage durch
Nord nach NO 4. Mit dem höchsten Barometerstande von 773.7 mm erreichte
man am 27, Dezember in 35° S-Br. und 31° W-Lg. die polare Grenze des SO-
Passates. Das Maximum der Roßbreiten, das sich im November?!) im Mittel in
etwa 30° S-Br. und 0° bis 5° W-Lg befindet, war demnach stark ausgeprägt,
weit nach Süden und besonders nach Westen verschoben und es änderte seinen
Ort fast gar nicht. Auf der Weiterreise wurde »Pangani« mehr als 7° von der
mittleren Seglerroute nach Westen gedrängt; denn bei gleichmäßig hohem Luft-
druck raumte der Wind nur langsam. Er wehte
zwischen 35° und 31° S-Br. aus NO, Stärke
31° « 27° « « ONO, £ 2/4
27° « 18° « « OzN, « 5/7
18° < 8° «& « Ost, « 7/6
RO x 0° « « OzS, « 5/3 und
30° S-Br. wurde am 30, Dezember 1909 in 34.1° W-Lg
25° « 2. Januar 1910 « 34,5°
20° « « « 3. « 1910 « 34.2°
10° « « « 5. x 1910 « 32,2°
0° Br. * « 9. 1910 + 31.4° geschnitten.
Man hatte also bis 45° S-Br. und 42° W-Lg. mit günstigen Winden an-
nähernd dem größten Kreise folgen können; von hier holte man bei steifen west-
lichen Winden mehr Nord an und überschritt ohne erhebliche Schwierigkeiten
die sehr südlich liegende polare Grenze des SO-Passates. Wurde nun auch
»Pangani« durch die anfangs schralen Winde im Passatgebiet weit nach Westen
gedrängt, so wurde das durch Distanzen von 241, 253, 270 und 244 Sm im Etmal
bis zur Linie wieder ausgeglichen.
Die anderen Viermaster, welche die Linie etwas früher erreichten, hatten das
ıy Siehe »Atlas für den Atlantischen Ozean«, Tafel 14.