Kleinere Mitteilungen.
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Die Luft war zur Zeit sehr feucht und diesig; Wind OSO, Stärke 2, Sichtweite
4 bis 5 Sm. Diese Deviation hielt an auf allen weiteren Kursen, bis hinein nach
Plymouth Bay. Beim Verlassen des Hafens war die Luft höher und. vollständig
sichtig, und fanden wir nach verschiedenen Sternbeobachtungen, daß die alte
Deviation wieder eingesetzt hatte. Es ist dieses bereits das dritte Mal, daß wir
bei solcher Witterung in dortiger Gegend Störungen am Kompaß bemerkten, und
erscheint die feuchte und diesige Luft Einfluß darauf zu haben.«
Nach Mitteilungen des Kaiserl. Observatoriums zu Wilhelmshaven sind an
den vorgenannten Tagen nur ganz unbedeutende erdmagnetische Störungen beob-
achtet worden,
Über einen weiteren Fall auffälliger Deviationsänderung wird im meteorö-
logischen Tagebuch des Schnelldampfers „Deutschland“, Kapitän W. Witt, durch
den Navigationsoffizier Herrn Cederholm unter dem 16. und 17. Mai 1910
berichtet:
Der westwärts steuernde Dampfer erhielt am 16. Mai um etwa 11% V in
etwa 43° N-Br. und 47° W-Lg. auf drahtlosem Wege folgende Depesche: „Der
Kapitän des D. »Idaho« benachrichtigt Sie, daß sein Kompaß an diesem Morgen
um 8° westlich abgelenkt wurde und diese Ablenkung zur Zeit noch anhält. Im
Falle dortseitiger ähnlicher Erfahrungen, erbitte Antwort.“ An Bord der „Deutsch-
Jand“ hatte man bereits dieselbe Erscheinung konstatiert und folgende Ab-
lenkungen gefunden: Um 7% V am 16. in etwa 43,0° N-Br. und 45.7° W-Lg., betrug
die Deviation noch 3° Ost, um 9 V= 0°, um ZN =1.7°W und um 63 N in etwa
42.0° N-Br. und 52.6° W-Lg. = 3° West. Am Morgen des’ 17. um 9% V in etwa
41.6° N-Br. und 59,3° W-Lg. war die Deviation wieder auf 0° und erst um 4b N
an diesem Tage in etwa 41.4° N-Br. und 62,5° W-Lg. auf den für die gesteuerten
Kurse (zwischen N 82°W und N 71°W rw.) gewöhnlichen Betrag von 2° Ost zurück-
gegangen,
Das Wetter war bis 4# N am 16. wolkig bei mäßiger Brise aus SW, von
Ah N an bedeckt, trübe, regnerisch und zeitweise böig bei mäßigem Winde aus
SW bis 10 N, und aus nördlicher Richtung von 10% N an.
Nebel wurde nicht beobachtet, ebenso wenig Nordlichterscheinungen, wie
auch von anderen Schiffen keine Meldungen aus dieser Zeit über das letztgenannte
Phänomen vorliegen,«
Das Kaiserl. Observatorium zu Wilhelmshaven teilt mit, daß auch am 16.
und 17. Mai 1910 nur ganz schwache erdmagnetische Störungen stattgefunden haben.
8. Rasche Seglerreisen von Diego Ramirez nach dem Kanal. In der
dritten Auflage des »Segelhandbuches für den Atlantischen Ozean« ist auf S. 502
unter Tabelle II als mittlere Reisedauer der im Dezember angetretenen Reisen
von Diego Ramirez nach Lizard 71.8 Tage und als kürzeste Reisedauer 42 Tage
angegeben. Danach haben die folgenden vier Segler auffallend kurze Reisen
gehabt.
Diego 2
Ramirez Reise-
passiert * dauer
am
Linie
„assiert
am
Reise-
dauer
Lizard | Ge-
passiert‘ samt-
am dauer
Tage | 1910 | Tage | 1910 | Tage
30 | 3.1. | 24 | 27.1. | 54
32 5.1. | 22 |27.I1.| 54
27 4.1. | 25 [| 29.1.| 52
26 19.1.1! 18 127.1.| 44
Auch ein fünfter Segler, die »Parchim«, Kapt. Siemer hat die Reise von Kap Horn nach
Lizard in 50 Tagen, aber etwa zwei Wochen früher zurückgelegt. Wenn die Reise der »Parchim«
deshalb hier auch nicht mit besprochen ist, so bestätigt sie doch den Erfahrungssatz, daß die Wetter-
lagen auf den Ozeanen ein gewisses Beharrungsvermögen haben,
Abgesehen von der gegen ältere und kleinere Schiffe größeren Geschwin-
digkeit dieser vier sind ihre schnellen Reisen in der Hauptsache auf zwei Um-
stände zurückzuführen. Erstens darauf, daß im Südatlantischen Ozean der