accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Kleinere Mitteilungen. 
639 
Die Luft war zur Zeit sehr feucht und diesig; Wind OSO, Stärke 2, Sichtweite 
4 bis 5 Sm. Diese Deviation hielt an auf allen weiteren Kursen, bis hinein nach 
Plymouth Bay. Beim Verlassen des Hafens war die Luft höher und. vollständig 
sichtig, und fanden wir nach verschiedenen Sternbeobachtungen, daß die alte 
Deviation wieder eingesetzt hatte. Es ist dieses bereits das dritte Mal, daß wir 
bei solcher Witterung in dortiger Gegend Störungen am Kompaß bemerkten, und 
erscheint die feuchte und diesige Luft Einfluß darauf zu haben.« 
Nach Mitteilungen des Kaiserl. Observatoriums zu Wilhelmshaven sind an 
den vorgenannten Tagen nur ganz unbedeutende erdmagnetische Störungen beob- 
achtet worden, 
Über einen weiteren Fall auffälliger Deviationsänderung wird im meteorö- 
logischen Tagebuch des Schnelldampfers „Deutschland“, Kapitän W. Witt, durch 
den Navigationsoffizier Herrn Cederholm unter dem 16. und 17. Mai 1910 
berichtet: 
Der westwärts steuernde Dampfer erhielt am 16. Mai um etwa 11% V in 
etwa 43° N-Br. und 47° W-Lg. auf drahtlosem Wege folgende Depesche: „Der 
Kapitän des D. »Idaho« benachrichtigt Sie, daß sein Kompaß an diesem Morgen 
um 8° westlich abgelenkt wurde und diese Ablenkung zur Zeit noch anhält. Im 
Falle dortseitiger ähnlicher Erfahrungen, erbitte Antwort.“ An Bord der „Deutsch- 
Jand“ hatte man bereits dieselbe Erscheinung konstatiert und folgende Ab- 
lenkungen gefunden: Um 7% V am 16. in etwa 43,0° N-Br. und 45.7° W-Lg., betrug 
die Deviation noch 3° Ost, um 9 V= 0°, um ZN =1.7°W und um 63 N in etwa 
42.0° N-Br. und 52.6° W-Lg. = 3° West. Am Morgen des’ 17. um 9% V in etwa 
41.6° N-Br. und 59,3° W-Lg. war die Deviation wieder auf 0° und erst um 4b N 
an diesem Tage in etwa 41.4° N-Br. und 62,5° W-Lg. auf den für die gesteuerten 
Kurse (zwischen N 82°W und N 71°W rw.) gewöhnlichen Betrag von 2° Ost zurück- 
gegangen, 
Das Wetter war bis 4# N am 16. wolkig bei mäßiger Brise aus SW, von 
Ah N an bedeckt, trübe, regnerisch und zeitweise böig bei mäßigem Winde aus 
SW bis 10 N, und aus nördlicher Richtung von 10% N an. 
Nebel wurde nicht beobachtet, ebenso wenig Nordlichterscheinungen, wie 
auch von anderen Schiffen keine Meldungen aus dieser Zeit über das letztgenannte 
Phänomen vorliegen,« 
Das Kaiserl. Observatorium zu Wilhelmshaven teilt mit, daß auch am 16. 
und 17. Mai 1910 nur ganz schwache erdmagnetische Störungen stattgefunden haben. 
8. Rasche Seglerreisen von Diego Ramirez nach dem Kanal. In der 
dritten Auflage des »Segelhandbuches für den Atlantischen Ozean« ist auf S. 502 
unter Tabelle II als mittlere Reisedauer der im Dezember angetretenen Reisen 
von Diego Ramirez nach Lizard 71.8 Tage und als kürzeste Reisedauer 42 Tage 
angegeben. Danach haben die folgenden vier Segler auffallend kurze Reisen 
gehabt. 
Diego 2 
Ramirez Reise- 
passiert * dauer 
am 
Linie 
„assiert 
am 
Reise- 
dauer 
 Lizard | Ge- 
passiert‘ samt- 
am dauer 
Tage | 1910 | Tage | 1910 | Tage 
30 | 3.1. | 24 | 27.1. | 54 
32 5.1. | 22 |27.I1.| 54 
27 4.1. | 25 [| 29.1.| 52 
26 19.1.1! 18 127.1.| 44 
Auch ein fünfter Segler, die »Parchim«, Kapt. Siemer hat die Reise von Kap Horn nach 
Lizard in 50 Tagen, aber etwa zwei Wochen früher zurückgelegt. Wenn die Reise der »Parchim« 
deshalb hier auch nicht mit besprochen ist, so bestätigt sie doch den Erfahrungssatz, daß die Wetter- 
lagen auf den Ozeanen ein gewisses Beharrungsvermögen haben, 
Abgesehen von der gegen ältere und kleinere Schiffe größeren Geschwin- 
digkeit dieser vier sind ihre schnellen Reisen in der Hauptsache auf zwei Um- 
stände zurückzuführen. Erstens darauf, daß im Südatlantischen Ozean der
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.