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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1910.
Sturm die Leinen in dem kabbeligen Wasser fast abgenutzt sein werden. Einen
Buganker mit mindestens 135 m Kettenlänge muß man außerdem nach vorn
hinaus liegen haben, Vor allem möchte ich Schiffen, die an der Brücke laden,
den Rat geben, möglichst kurze Ladezeit zu bedingen, nicht eher an die Brücke
zu legen, als bis die Ladung fertig liegt und dann kein Geld und keine Mühe
zu scheuen, um so bald als angängig fertig zu werden; dann sollte man sofort
in See gehen, oder auf 8 bis 11 m Wassertiefe in der Bucht ankern. Ich glaube,
bis zu 3.6 m Tiefgang kann man ruhig das Schiff an der Brücke beladen. Als
wir an der Brücke lagen, betrug die Wassertiefe daselbst 3.9 m. Der Hafen-
meister aber sagte mir, daß bei anhaltendem Ostwinde der Wasserstand auf 3.0 m
herunterginge,«
Hafenunkosten. An Hafenabgaben sind nur Leuchtfeuerabgaben zu bezahlen.
Der Ort Kingston ist dicht am Strande erbaut; er zählte im Jahre 1902
etwa 700 Einwohner,
Handelsverkehr. Im Jahre 1907 sind außer Küstenfahrzeugen 10 Schiffe
von 25923 R-T. eingelaufen und 8 Schiffe von 7730 R-T. ausgelaufen.
Die Haupteinfuhr besteht aus Proviant und sonstigen Gütern, die
Hauptausfuhr aus Wolle; es werden jedoch auch Getreide, Akazienrinde und
Felle verschifft. Der Wert der Einfuhr betrug im Jahre 1907 £ 6179, der der
Ausfuhr £ 161 347,
Dampferlinien, Wöchentlich einmal kommt ein zwischen Melbourne und
Port Adelaide laufender Dampfer nach Kingston; verschiedene kleinere Segel-
schiffe kommen hier regelmäßig. Bahnlinien. Kingston ist an das Bahnnetz
des Staates angeschlossen; Post- und Telegraphenstation ist am Orte.
Schiffsausrüstung.. Frischer Proviant und Waren unter Zollverschluß
sind zu haben; etwaige nicht vorhandene Sachen können von Port Adelaide be-
schafft werden. Gutes Trinkwasser liefert die Eisenbahnverwaltung mittels
Tanks nach der Brücke, oder es werden diese, in Leichter verladen, nach dem
Ankerplatz hinausgebracht. Sandballast ist zu bekommen; er kostet an der
Brücke 3 sh, auf dem Ankerplatze 5 sh per t.
Kleinere Mitteilungen.
i. Wind-, Wetter- und Stromverhältnisse im östlichen Teil des Bismarck-
Archipels. Januar bis März 1910. Nach Bericht S.M.S. »Planet«, Komdt,
K-Kapt, Dominik.
Windverhältnisse. Trotzdem dieser Vermessungsabschnitt in die Zeit
des NW-Monsuns fiel, wurde diese Windrichtung doch nur von etwa 5° S-Br. nach
Norden beobachtet,
An der Südküste von Bougainville wehten mit nur vorübergehenden Aus-
nahmen, nordöstliche Winde, unter denen reiner NO vorherrschend war. Auch
nachts änderte sich die Windrichtung nicht wesentlich. Ausgesprochene Land-
winde zur Nachtzeit wurden nie beobachtet. An der Ostküste lagen die Verhält-
nisse ähnlich, nur daß sich ein regelmäßiger Unterschied zwischen Tag- und
Nachtwinden bemerkbar machte, Im Ernst Günther (Teop)-Hafen schwankte die
Windrichtung, nur ausnahmsweise von Winden aus westlicher Richtung unter-
brochen, zwischen NO und SO am Tage, während nachts Winde aus den Rich-
tungen O bis SW vorherrschend waren. Auf den Fahrten von Bougainville nach
Matupi zeigte es sich, daß der Wind nördlich von Buka mehr und mehr die
Tendenz hatte, nordwestliche Richtung anzunehmen, bis er in der Höhe des
St. Georgs-Kanals zum reinen NW-Monsun überging. In Matupi herrschte während
der ganzen Monate ständiger NW. Man muß daraus den Schluß ziehen, daß der
NW-Monsun, je mehr man nach Süden kommt, um so mehr das Bestreben hat, nord-
östlich zu werden. Die Windverhältnisse Neu-Mecklenburgs scheinen dieser An-
nahme zu widersprechen. Denn bei der Insel Djaul wurden mit einer Ausnahme