Port Vietor.
633
Die Einfuhr besteht aus Draht für Einfriedigungen, Kohlen, Holz, Kar-
toffeln, Kolonialwaren, Eisenwaren und sonstigen Gütern für die Kolonisten,
Die Ausfuhr besteht aus Wolle, Kupfer, Rinde, Weizen, Mehl, Häuten,
Talg und Honig.
Eisenbahnverbindung besteht mit Adelaide über Port Elliot und Goolwa.
Eine Telegraphenstation ist am Orte. Proviant ist zu erhalten, doch ist
nach Kapt. J. G. Nichelson alles teuer.
Kingston (Port Caroline).
Nach deutschen und englischen Quellen. Brit. Adm.-Krt. Nr. 1014, South Coast of Australia, Cape
Jervis to Rivoli Bay; Nr. 1006, Plans of Anchorages in South-Australia, Lacepede Bay. Letzte Ver-
öffentlichung »Ann, d, Hydr, usw.« 1888, 8. 22.
Kingston liegt an der Lacepede-Bucht, 169 Sm südöstlich von Adelaide
und 11 Sm nordöstlich von Kap Jaffa. Der Hafen für Kingston heißt Caroline,
Schiffe können sicher und bequem auf der Reede ankern, wenngleich diese
ungeschützt ist gegen Winde aus Nord durch West bis Südwest, da merkwürdiger-
weise die See sich innerhalb der 16 m-Grenze schnell legt und auf 9 m Wasser-
tiefe verhältnismäßig ruhig ist. Der Ankerplatz ist der sicherste und bequemste
auf der Strecke zwischen Melbourne und Port Adelaide. Die geographische Lage
des Leuchtfeuers auf dem Kopfe der Landungsbrücke ist 36° 50’ S-Br. und
139° 51’ O-Lg. Die Mißweisung für 1910 beträgt ungefähr 5-7° O und ist fast
stationär.
Allgemeines. Lacepede-Bucht heißt die Einbuchtung der Küste zwischen
Kap Jaffa und den 19 Sm nordnordöstlich davon gelegenen Granite-Klippen,
Die Bucht gewährt trotz ihrer offenen Lage Schiffen bei jedem Wetter sichere
Ankerplätze, und man findet selbst bei vollem Weststurm leidlich schlichtes
Wasser in ihr. Zurückgeführt wird der eigentümlich niedrige Seegang in der
Bucht einerseits darauf, daß die vorherrschende Südwestdünung sich an den
Riffen vor Kap Jaffa bricht, während andererseits die von NW und Westen
kommende See eine lange Strecke auf verhältnismäßig geringen Wassertiefen
über welligem Meeresboden entlang laufen muß, ehe sie in die Nähe des Anker-
platzes gelangt; die Wassertiefen betragen 16 Sm westlich von der Kingston-
Landungsbrücke nur 37 m. Kapt. J. G. Nichelson schreibt hierzu: »Obwohl
die Reede von Kingston von Norden bis SW ganz offen ist, so soll sie doch
selbst bei NW-Stürmen ganz sicher sein und niemals hohe See dort entstehen,
Von Norden her längs der Küste segelnd sieht man überall unter derselben bis
dicht vor Kingston Brandung; hier hört dieselbe aber auf und das Wasser ist
so ruhig wie in einem Hafen. Die Ursache dieser wunderbaren Erscheinung,
die es ermöglicht, daß selbst bei NW-Stürmen die Schiffe auf der Reede ohne
Gefahr liegen können, ist den Bewohnern von Kingston unbekannt.« Kapt.
R. Mehring berichtet: »Die Natur hat für die Reede von Kingston, die voll-
ständig offen und allen Winden zwischen SW und Norden ausgesetzt ist, einen
Wellenbrecher geschaffen, der sie zu einer vollkommen sicheren macht. Zunächst
flacht die Wassertiefe nur ganz allmählich ab, so daß die 36 m-Grenze sehr weit
von der Küste entfernt sich hinzieht. Dann erzeugt der Meeresboden von 72m
Wassertiefe an mächtigen Seetang, der sich fettig anfühlt, und in dem sich die
hohe See bricht, und zwar derart, daß auf 72 m Wassertiefe nur noch lange
niedrige Dünung übrig bleibt und eine Wassermenge von 1.2 m unter dem Kiel
ausreicht, das Schiff gegen Aufgrundstoßen zu schützen.«
/andmarken. Für von Norden kommende Schiffe bietet die Küste zwischen
der Mündung des Murray-Flusses und der Lacepede-Bucht nur wenig Anhalt.
Es erheben sich zwar hinter dem sandigen Strande Sandhügel von 27 bis 49 m
Höhe, die aber einander alle ähnlich sehen, so daß es schwierig ist, einen be-
stimmten auszumachen, Es hält überhaupt schwer in 6 bis 7 Sm Abstand von
Ann. d. Hydr. usw., 1910. Heft XI.