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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

RAQ

Aunalen der Hydrographice und Maritimen Meteorologie, November 1910.

Rettungswesen. Ein Rettungsboot und ein Raketenapparat sind vorhanden.
Sturmsignale werden bei Anzeichen schlechten Wetters mit einer blauen Flagge
gegeben.
Ankerplatz. Der Ankerplatz im Hafen von Port Vietor ist nicht gut, da
der Grund auf weniger als 9 m Wasser meistens aus Kalksteinfelsen besteht,
über denen eine dünne Sandschicht liegt. Man hat deshalb sehr starke Festmachetonnen
 auf 6.7 bis 11 m Wassertiefe ausgelegt, an denen drei große Schiffe
festmachen können. Außerdem sind noch Tonnen für weitere drei Schiffe ausgelegt
 worden. Bei der am weitesten nach See zu liegenden sind 11 m, bei der
mittleren 10.1 m, bei der innersten 6.1 m Wasser bei mittlerem Springniedrigwasser.
 Das Festmachen an den Tonnen geschieht nach Anweisungen des Hafenmeisters,
 Beim Fallenlassen des Ankers muß man nach Kapt. J. G. Nichelson
darauf bedacht sein, daß dieser nicht unklar kommt von der Ankerkette der
Festmachetonnen.
Gezeiten. Die Hafenzeit für Port Vietor ist 1b 9win, die Hoechwasserhöhe
bei Springtide beträgt 1.2 bis 1.8 m.
Hafenanlagen. Ein aus Granitblöcken fertiggestellter Wellenbrecher erstreckt
 sich vom Ostende der Granite-Insel aus in nordöstlicher Richtung 300 m
weit nach See zu, bis zu 13 m Wassertiefe bei Niedrigwasser. Innerhalb des
Wellenbrechers ist eine etwa 90 m lange Ladebrücke auf Schraubenpfählen errichtet
 worden, die an ihrem Außenende 7,8, an ihrem Innenende 6.1 m Wasser
längsseit hat. Zwei Schiffe können an jeder Seite der Brücke liegen, Vier Handund
 ein Dampfkran sind auf der Brücke aufgestellt. Zwei Verholtonnen liegen
querab von der Brücke, Ein Damm, auf dem eine Eisenbahn entlang fährt, ist
auf dem Riff aufgeschüttet, das das Festland mit der Granite-Insel verbindet,
Kapt. J. G. Nichelson schreibt: »Die Ladebrücke erstreckt sich innerhalb des
Wellenbrechers von der Granite-Insel in nördlicher Richtung bis zu mindestens
6.7 m Wassertiefe, An ihr geht die Übernalıme des Weizens aus Eisenbahnwagen
direkt in das Schiff bei ruhigem Wetter sehr gut; meistens jedoch liegt es sich
schlecht an der Brücke, da auch unter den günstigsten Verhältnissen die Grunddünung
 nie ganz verschwindet. Ketten eignen sich daher auch nicht zum Festmachen
 an der Brücke, sondern man hat Taue zu verwenden, am besten Kokostaue.
 Auf der Brücke befinden sich zwei solcher Trossen, für deren Benutzung
man täglich 3 sh bezahlen muß, doch sind sie so unpraktisch angebracht, daß
man nur eine zur Zeit benutzen kann, Bei heftigen Winden läuft manchmal so
starke Grundsee, daß man gezwungen ist, von der Brücke abzulegen, wobei es
von sehr großem Nachteil ist, daß man sich nicht auf das Halten des Ankers
verlassen kann, Beim Festmachen an der Brücke hatten wir auf unserm auswärts
 stehenden Anker, durch den wir das Schiff frei von der Brücke zu halten
suchten, 110 m Kette ausgesteckt, nach und nach aber diese wegen Durchziehen
des Ankers und um sie steif zu haben, einwinden müssen, bis nach Verlauf von
9 Tagen, als wir die Abreise antraten, nur noch 64 m Kette aus waren, Der
Meeresgrund in der Nähe der Brücke besteht aus Steinen, die mit einer dünnen
Schicht Sand, Mudd und Tang bedeckt sind; weiter draußen soll besserer Ankergrund
 vorhanden sein. Stauer sind möglicherweise in Port Vietor billiger zu
bekommen als in Port Adelaide; da wir dieses aber nicht wußten, hatten wir
solche mitgebracht.«
Hafenunkosten. Für die Benutzung der Festmachetonnen wird berechnet:
für Schiffe von 100 bis 300 R-T, 2 £; 301 bis 500 R-T. 3 £; 501 bis 700 R-T. 4 £;
701 bis 1000 R-T. 5 £; über 1000 R-T. 7 £; außerdem müssen noch 30 sh für das
Festmachen an den Tonnen und 30 sh für das Losmachen von denselben bezahlt
werden. Für die Benutzung der Ladebrücke sind nach Kapt. J. G. Nichelson
3 d pro R-T. zu entrichten.
Die Stadt Port Victor ist auf einer niedrigen Sandhuk erbaut innerhalb
der Granite-Insel; sie zählte im Jahre 1902 250 Einwohner. Der Ort wird vicl
von Leuten aus Adelaide als Sommerfrische benutzt und scheint sich zu einem
bedeutenden Badeorte entwickeln zu wollen.
            
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