Brill, A.: Über eine neue einheitliche Methode zur nautischen und aeronautischen Ortsbestimmung. 621
und Karte sind in einen Kasten montiert und ruhen auf den vier Stützen (e).
Bei Auswechselung der Karte werden die vier Schrauben (f) der Platte gelöst;
an den beiden Griffen (g) wird die Platte aus dem Kasten herausgehoben und
die Karte herausgenommen. Die Grundplatte des Kastens trägt zwei einander
gegenüberstehende Rollen (h), auf denen ein Pausleinwandstreifen von der Breite
des Kartendurchmessers aufgerollt ist. Auf diesem durchsichtigen Band sind die
Standlinien aufgezeichnet. Die dünnen Führungsrollen (i) dienen dazu, den
Standlinienstreifen dicht an der Karte hinzuleiten; durch regulierbare Federn
können die Führungsrollen mehr oder weniger stark an die Karte bzw. an die
untere Fläche der Metallplatte, die in gleicher Höhe mit der Karte abschneidet,
angedrückt werden. Um jede Parallaxenwirkung auszuschließen, liegen die. be-
druckten Seiten von Karte und Standlinienstreifen aneinander. Durch Drehen
von Kurbeln, die auf die Achsen der Rollen (h) von außen aufgesetzt werden,
kann jede Standlinie über den Kartenmittelpunkt gebracht werden, Bei Aus-
wechselung der Karte wird nur die Kartenplatte herausgenommen; das Rollen-
system bleibt‘ in seiner festen Lage zum Kasten, Auf der Grundplatte des
Kastens ist eine elektrische Beleuchtungsvorrichtung (k) angebracht.
Fig. 8.
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Die Größe des Instrumentes ist durch den in Breitengraden angegebenen
Kartendurchmesser und durch den Maßstab der Karte gegeben, Es ist zu empfehlen,
je nach dem Zweck, für den das Instrument gedacht ist, die Größe desselben zu
bemessen. Für die nautische Ortsbestimmung muß entsprechend der hohen Ge-
nauigkeit das Instrument groß gewählt sein, ohne jedoch dabei unhandlich zu
sein; für aeronautische Zwecke ist bei gleichem Kartendurchmesser entsprechend
der geringeren Genauigkeit ein kleineres Instrument zu wählen, und zwar wird
wieder der Apparat für Freiballohfahrten kleiner sein als für Motorballonfahrten.
Unter diesem Gesichtspunkte werden die folgenden Daten verständlich sein, die
für ein Instrument mit dem Kartendurchmesser von 15 Breitengraden gelten:
Seeschiffahrt Motorluftschiffahrt Freiballonfahrt
Größe des Instrumentes (äußere Maße
des Kastens). . .... .. 600 - 600 + 100 mm 400 - 400 - 80 mm 300-300 +80 mn
Durchmesser der Karte . .... 450 « 270 & 180 «
Eine Bogenminute, das sind 2 km, ;
entsprechen auf der Karte. . . 0.5 + 0.3 « 0.2 «
Ein wesentliches Charakteristikum des beschriebenen Instrumentes ist die
Führung des Standlinienstreifens an der Rückseite der Karte. Bei der anderen
Anordnung, in der das Band auf der Vorderseite der Karte geführt wird, braucht
die Landkarte nicht durchsichtig zu sein; eine gewöhnliche Karte von Mittel-
europa in mittelabstandstreuer Azimutalprojektion, wie sie in kartographischen
Anstalten hergestellt wird, erfüllt ihren Zweck, Schwierigkeiten stellen sich ein,
wenn die aus dem ersten Stern sich ergebende Standlinie in die Karte ein-
gezeichnet werden soll. ;
Mit Benutzung des Instrumentes gestaltet sich die Ausführung einer Orts-
bestimmung folgendermaßen:
Man mißt die Höhe eines Sternes und notiert die Sternzeit der Beob-
achtung (Sternzeit in der Kartenmitte). Aus der für den Stern gültigen Tabelle
entnimmt man zwei Größen: Azimut und Höhe des Sternes, die zur Zeit der
Beobachtung für den Kartenmittelpunkt gelten. Beide Größen geben die Ein-
stellung des Instrumentes. Durch Drehen des Kartenringes wird der Index der