Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Tsingtau im Jahre Dez. 1908 bis Nov. 1909. 601
1908
1908
Im Oktober erfolgte der Eintritt der Laubfärbung, die in diesem Jahre
infolge der reichlichen Niederschläge besonders schön war. Der Samen der
Pinus-Arten wurde reif. Der Blattabfall begann.
Die Vegetationsruhe war im November völlig eingetreten. Die Bäume
und Sträucher hatten ihren Blattschmuck verloren. Die Nadeln der Lärchen
wurden gelb und fielen ab, die Coniferen nahmen eine braune Färbung an.
Der Vogelzug begann wie gewöhnlich im September, erstreckte sich gegen
Ende des Monats auf fast alle Zugvögel und erreichte sein Ende Anfang November,
Nur einzelne Drosselarten waren Ende November noch hier,
Das Insektenleben hörte im Oktober auf, Die neue Generation der Kiefern-
raupen hatte zur Überwinterung geschützte Plätze im Boden und unter Rinder-
schuppen aufgesucht, ebenso war die Akazienwanze an frostgeschützten Orten
— viel auch an und in Gebäuden — zu finden, Gileichfalls hatten alle übrigen
Insekten geeignete Unterschlupfe zur Überwinterung aufgesucht oder überwinterten
als Ei oder Puppe.
Am 14. Oktober fand ein Waldbrand im Forstgelände statt, der etwa 30 a
gutwüchsige Kiefernschonung vernichtete, so daß der Abtrieb der Fläche er-
folgen mußte,
Dauer des Sonnenscheins.
138.2 Std. | 1909 Juni 187.9 Std. | 1909
189.3 « « Juli 170.2 «
239.8 « « August 233.3 «
567.3 « | Sommer 591.4 «
Jahr 2145.4 Stunden.
1909
September 160.7 Std.
Oktober . 186.4 «
November 175.9 '«
Herbst 523.0 «
Berichtigung. Die bisher veröffentlichten Werte des Luftdrucks sind mit
verkehrten Werten auf Meeresniveau reduziert, Um die richtigen zu erhalten,
ist bis August 1905 an die veröffentlichten Werte eine Korrektion von — 0.2,
vom September 1905 bis November 1908 eine solche von — 0.5 mm anzubringen.
Der Reduktionswert auf Meeresniveau ist hierbei für das Ganze als konstant an-
genommen,
Bei den im vorstehenden Artikel veröffentlichten Werten des Luftdrucks
vom Dezember 1908 bis November 1909 ist für jeden Monat der Reduktionswert
auf Meeresniveau unter Berücksichtigung der Temperatur und Feuchtigkeit be-
sonders berechnet worden.
Periodische und unperiodische Temperaturschwankungen
der Benguela-Strömung. ..
Von E. Engeler. (Schluß.)
Beziehungen zwischen unperiodischen Temperaturschwankungen und unperiodisch
eintretenden Vorstößen kalter Wassermassen aus dem Südlichen Eismeer.
Man könnte im allgemeinen geneigt sein, unperiodische Schwankungen
der Wärmeführung der Benguela-Strömung wegen der Nähe des Antarktischen
Eismeeres unperiodischen Vorstößen kalter Wassermassen aus diesem zuzuschreiben.
Diese würden dann allerdings die Wirkung haben, daß der Temperaturgang sich
als eine in gleichem Sinne verlaufende Aufeinanderfolge von Temperaturanomalien
darstellte. Jedoch analog den periodischen Schwankungen im jährlichen Verlauf
der Temperatur, die sich als eine Folge des im Winter nach Norden sich aus-
breitenden kalten Wassers ergaben, müßten auch unperiodische Schwankungen,
die das Ergebnis des Zuflusses kalter Wassermassen aus dem Antarktischen
Eismeer sind, in den einzelnen Teilen der Strömung mit einem durch Weg und
Geschwindigkeit bedingten Zeitunterschied sich bemerkbar machen. Dies läßt
sich aber bei den unperiodischen Schwankungen nicht konstatieren. Wie früher
Ann. d. Hydr. usw. 1910, Heft XI.