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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Tsingtau im Jahre Dez. 1908 bis Nov. 1909. 599 
sowie in den Abendstunden des 22, auf, Die Gesamtniederschlagsmenge erreichte 
in 10 Regentagen eine Höhe von 32.2 mm. Die größte innerhalb 24 Stunden 
gefallene Menge ergab 12.4 mm. Die Winde verteilten sich der Häufigkeit nach 
gleichmäßig auf nördliche und südliche Richtungen, Stürmische Winde traten 
am 7., 8., 23. und 24. aus nördlichen Richtungen auf, jedoch wurde die volle 
Sturmstärke -— 8 der Beaufort-Skala — an keinem Tage erreicht. 
Oktober 1909, In der ersten Monatshälfte stand die Witterung vorwiegend 
unter dem Einfluß eines über dem mittleren und nördlichen China ausgebreiteten 
Gebiets hohen Luftdruckes, warmes und sonniges Wetter mit leichten wechselnden 
Winden war daher in dieser Zeit vorherrschend. Um die Mitte des Monats trat 
jedoch eine durchgreifende Änderung der bestehenden Witterungsverhältnisse ein. 
Eine bereits am 16. im oberen Tale des Yangtsekiang erschienene Depression ge- 
langte in den folgenden Tagen in unmittelbare Nähe von Tsingtau und führte :an- 
haltende stürmische Winde, welche von starken Regenfällen begleitet waren, herbei, 
Die anfangs aus östlicher Richtung wehenden Winde holten mit dem weiteren nach 
Osten gerichteten Fortschreiten der Depression unter Auffrischen bis zur vollen 
Sturmstärke auf nördliche und nordnordwestliche Richtungen und hielten noch bis 
zum 19. an. Unter der Einwirkung dieser kalten Luftströmungen ging die Tempe- 
ratur stark zurück, das Minimumthermometer sank in diesen Tagen bis auf 6.8°, 
und vom 19. ab blieb auch in den wärmsten Tagesstunden das Maximum der Tempe- 
ratur unter 20°, Nachdem dann bis zum 24. wieder einige schöne Tage mit heiterem 
Wetter und schwächeren Winden folgten, machte sich vom 25. ab der Einfluß 
einer weiteren aus westlicher Richtung heranziehenden Depression geltend, Bei 
unfreundlicher, regnerischer Witterung an diesem und dem folgenden Tage 
wehten die Winde wieder in Sturmstärke aus nördlicher Richtung, und erneuter 
Rückgang der Temperaturen war die Folge. Auch in den nächsten Tagen hielt 
sich die Temperatur ziemlich niedrig, und erst der längere Sonnenschein der 
drei letzten Tage des Monats führte geringe Wärmesteigerung herbei, 
Die mittlere Tagestemperatur sowie die Mittelwerte der höchsten und 
niedrigsten Temperaturen waren erheblich niedriger als die Mittel aus den Be- 
obachtungen der letzten 10 Jahre. Das absolute Maximum trat am 3. bei 25,3°, 
das absolute Minimum am 27, bei 4.5° ein. Die Mittelwerte der Extreme sind 
11.6° und 19.1° gegen 12.5° und 19.9° als Normalwerte. Der stärkste Rückgang 
der Temperatur erfolgte von Ende der zweiten Dekade ab. Eine im Maximum 
25° überschreitende Temperatur wurde nur einmal beobachtet, Die mittlere Ver- 
änderlichkeit der Temperatur, berechnet aus den Änderungen derselben von Tag 
zu Tag, erreichte ihren größten Betrag von 2.8° in den Morgenstunden, die Werte 
von 1.7° und 2.0° mittags und abends. - 
Bei einer Bewölkung von 5.7 Zehnteln gegen 4.5 als Normalwert kamen 
nur 2 heitere und 7 trübe Tage zur Auszählung gegenüber den mittleren Zahlen 
von 9.3 heiteren und 5.5 trüben Tagen. An Sonnenschein wurden 186.4 Stunden 
oder 53.6%, der möglichen Dauer registriert. 
Die Gesamtniederschlagsmenge erreichte eine Höhe von 83.6 mm und fiel 
an vier Tagen. Besonders bemerkenswert ist bei der Auszählung der Regen- 
mengen die außerordentliche Höhe, welche an einigen Tagen innerhalb 24 Stunden 
erreicht wurde. So fielen am 17. nicht weniger als 50.0 und am 25, eine Ge- 
samtmenge von 32.2 mm, Mengen, welche den heftigen Regengüssen der regen- 
reichen Zeit nahe kommen, 
Von. den zu den Zeiten der Terminbeobachtungen notierten Windrichtungen 
traten diejenigen aus nordöstlichen und südwestlichen Richtungen durch ihre 
Häufigkeit besonders hervor, während diejenigen aus Nordnordwesten und Norden 
durch ihre große Heftigkeit sich auszeichneten. Stürmische Winde aus diesen 
Richtungen herrschten am 4., 18,, 19. und 26., jedoch wurde die volle Sturmstärke 
(8 der Beaufort-Skala) nur zweimal, - am 18. und 19, erreicht. Am 17. herrschte 
ferner stürmischer Wind aus östlicher Richtung. 
November 1909. Die Witterung des November war bei nahezu normaler 
Bewölkung recht milde, in der ersten Dekade reich an Niederschlägen; erst im 
letzten Monatsdrittel ging die Temperatur unter der Einwirkung der auftretenden
	        
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