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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

596 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1910. 
stunden entfielen. Die Zahl der Regentage betrug 10. Stärkere, die Höhe von 
20 mm innerhalb 24 Stunden übersteigende Mengen gingen am 3, und 29, nieder, 
Gewitter wurden namentlich in den letzten Tagen des Monats beobachtet. Nebel 
traten am 2,, 3., 11,, 12,, 13., 19., 28. und 29, auf. 
Die Winde wehten überwiegend aus südöstlichen Richtungen in einer 
mittleren Stärke von 3 der Beaufortschen Skala, 
Juli 1909. Die Witterung des vergangenen Juli war durch außerordentlich 
hohe Luftfeuchtigkeit und eine große Zahl trüber Tage ausgezeichnet. Die Ur- 
sache dieser Erscheinungen ist dem Umstande zuzuschreiben, daß Tsingtau sehr 
oft in den Bereich ostwärts ziehender Depressionen gelangte, welche in rascher 
Folge vorüberzogen und der Witterung den Charakter der Unbeständigkeit 
gaben. Der gleiche Umstand hatte ferner das häufige Auftreten mehr oder 
weniger ergiebiger Regenfälle zur Folge. Die Temperatur hielt sich in den ersten 
beiden Dekaden unter dem Schutze der hohen Bewölkung ohne große Schwan- 
kungen in einer fast anhaltend gleichen Lage etwas unter der normalen. Erst 
mit Beginn des letzten Monatsdrittels machte sich eine von der jetzt geringeren 
Bewölkung begünstigte Wärmeeinstrahlung durch rasch steigende Temperatur 
fühlbar. Das Tagesmittel erreichte eine Höhe von 23,2° gegen 23.4° als Normal- 
wert. Die absolute Schwankung zwischen der höchsten Temperatur des Monats 
von 31.3° und der niedrigsten von 16.0° betrug 15.3°. An 15 Tagen erreichte 
das Maximum einen Stand von 25° oder darüber. Die mittlere Veränderlichkeit 
der Temperatur von Tag zu Tag war sehr gering; sie stellte sich für die Ter- 
mine 7% V auf 1.0°, für 2b und 94 N auf 1.2° und 0.9°. An 15 Regentagen fiel 
eine Gesamtniederschlagsmenge von 177.4 mm gegen 168.6 mm als dem 10jährigen 
Mittelwert. Sehr ergiebige, die Höhe von 20 mm übersteigende Mengen fielen am 
5., 10. und 12, Die absolut größte Höhe in 24 Stunden wurde am 10. mit 
61.2 mm gemessen. Gewitter waren sehr zahlreich; abgesehen von Wetterleuchten 
wurden 6 Fern- und 3 Nahgewitter beobachtet, unter denen das vom 21. von 
einiger Stärke war. Bei einer mittleren Bewölkung von 7 Zehnteln kamen 11 trübe 
Tage, an welchen die Bewölkung im Mittel aus den drei Terminen größer als 8 
war, zur Auszählung. Heitere Tage mit einer Bewölkung kleiner als 2 wurden 
keine verzeichnet. An Sonnenschein wurden 170.2 Stunden gleich 38°, der mög- 
lichen Dauer registriert. Der allgemeinen Wetterlage entsprechend waren frische 
südöstliche Winde vorherrschend. Ein bemerkenswerter Sturm trat am 10. auf. 
An diesem Tage zog eine tiefere Depression in größerer Nähe nördlich von 
Tsingtau vorüber und rief hier stürmische Winde aus südöstlicher, mit dem 
weiteren Fortschreiten des Minimums nach Osten, auf Süd und weiter auf West 
und Nordwest holende Winde hervor, Die größte registrierte Windgeschwindig- 
keit wurde zwischen 2h und 3* N zu 15.3 m in der Sekunde gleich der Stärke 9 
der Beaufortschen Skala gemessen. Größere Schäden sind durch diesen Sturm 
anscheinend nicht entstanden. 
August 1909. Während dieses Monats lag Tsingtau fast andauernd im 
Bereiche niederen Luftdrucks, häufige, in größerer Nähe vorüberziehende De- 
pressionen führten stärkere Regenfälle und vereinzelte Gewitter herbei, Die 
Witterung war daher im allgemeinen trübe und nur am 4, und 6. sowie am 26. 
und 27, heiteres Wetter vorherrschend. Die Morgentemperaturen lagen im Mittel 
um 0,5°, die mittleren Tagestemperaturen um 0,3° tiber der normalen. Die 
Mittel der Extremtemperaturen waren gegenüber den 10jährigen Mittelwerten 
um 1.5° zu niedrig. Die höchste Temperatur trat am 7. bei 30.3°, die niedrigste 
am 30. bei 16.4° ein. Der Verlauf der die höchsten Temperaturen darstellenden 
Kurve zeigte durchweg nur geringe Schwankungen um die 27.8° betragende 
Mittellage. Geringe Einsenkungen zeigten sich nur am 12. und den beiden 
letzten Tagen des Monats; die größten Erhebungen traten, entsprechend den 
hohen Temperaturen, am 3,, 7. und 10. auf, Auch die niedrigsten Temperaturen 
zeigten einen ziemlich gleichmäßigen Verlauf; die größten Erhebungen über das 
Mittel von 22.7° fanden erst gegen Schluß des Monats statt. Der stärkste Rück- 
yang erfolgte vom 29, ab. Der Unterschied der niedrigsten Temperatur vom
	        
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