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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Die Witterung und phänologischen Erscheinungen zu Tsingtau im Jahre Dez. 1908 bis Nov. 1909. 587 
0 bis 10 kleiner als 2 war, und 6 trübe Tage, an welchen sie größer als 8 war, 
zur Auszählung. Der Sonnenscheinautogragh registrierte 142.4 Stunden oder 
46.8%, der möglichen Dauer Sonnenschein. Diesige Luft wurde namentlich in 
der letzten Dekade häufiger beobachtet. 
An Niederschlag fielen im Monat 5.8 mm gegen 10.0 mm als Mittelwert 
aus 10 Jahren. Niederschlagstage wurden 7 gezählt, An 3 von diesen ging 
der Niederschlag in Schneeform nieder, 
Die Winde wehten überwiegend aus nördlichen Richtungen, Sturmtage 
waren der 13. und 19. An weiteren 2 Tagen, am 5. und 14, wurde die volle 
Sturmstärke nahezu erreicht. 
Die Spitzen des Lauschan waren am 3. mit Schnee bedeckt. Auf hartem 
Boden befanden sich zahlreiche. Frostrisse, Der Frost war 20 cm tief in den 
Boden eingedrungen. Die Eisstärke betrug am 20. etwa 15 cm, 
Februar 1909. In den Tagen vom 1. bis 13. lag Tsingtau fast unver- 
ändert im Bereich des kontinentalen Hochdruckgebietes, Nördliche Winde und 
niedrige Temperaturen bei meist heiterem Himmel waren infolgedessen vor- 
herrschend. Eine kurze Unterbrechung erfuhren diese Verhältnisse am Mittag 
des 6., als eine tiefere Depression im Norden vorüberzog, welche nach kurzem 
Schneegestöber in ihrem Rücken zu stürmischen Winden aus nördlicher Richtung 
führte. In den Tagen vom 18. bis 18, machte sich vorwiegend die Herrschaft 
von Depressionen geltend, welche aus westlichen und nordwestlichen Richtungen 
kommend über Tsingtau fortzogen und zeitweise südliche Winde hervorriefen, 
Die Temperaturen erfuhren unter der Einwirkung dieser warmen Luftströmungen 
vorübergehende Steigerungen. Mit dem 19. gelangte dann bis zum Monatsende 
das aus Westen nachdrängende Hochdruckgebiet wieder zur Herrschaft. Die 
Winde drehten auf nördliche Richtungen und wehten bis zum 21. mit nur 
kurzen Unterbrechungen in Sturmstärke, Bei trockener Luft und klarem Wetter 
gingen die Temperaturen unter dem Einfluß der kalten Winde erheblich zurück 
und sanken auf den tiefsten Stand des Monats. Während der folgenden Tage 
herrschten entsprechend den geringen Luftdruckdifferenzen meist mäßig” starke 
Winde aus wechselnden "Richtungen bei durchweg normaler Temperatur vor, 
In seinen Mittelwerten charakterisiert sich der Monat bei nahezu normaler 
Temperatur als sehr stürmisch und trocken, 
Die mittlere Tagestemperatur erreichte eine Höhe von 0.1° gegen 0.0° 
als 10jährigen Mittelwert. Die Morgentemperaturen zeigten eine Reihe tiefer 
Temperaturen in der ersten und letzten Dekade, die durch eine Periode warmer 
Morgenstunden um die Mitte des Monats getrennt waren. Das Maximum der 
Temperatur trat am 28. bei 8.6°, das Minimum am 21. bei —8.6° ein, die 
Schwankung war demnach 17,2%, Die Mittelwerte der höchsten und niedrigsten 
Temperatur waren 3.6° und —3.6°. Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur 
von Tag zu Tag ohne Rücksicht auf ihr Vorzeichen berechnet betrug 3.3° 
abends, 2,8° morgens und mittags. Die längste Frostperiode umfaßte 15 Tage. 
Die Gesamtzahl der Frosttage beträgt 24; an 4 Tagen blieb auch das Maximum 
der Temperatur unter 0°. 
Der Mittelwert der Bewölkung betrug 4.1 Zehntel. Es kamen 5 heitere 
und 3 trübe‘ Tage zur Auszählung. Der Sonnenscheinautograph registrierte 
151.5 Stunden = 50%, der möglichen Dauer. 
Niederschläge fielen, abgesehen von einem kurzen Schneegestöber am 6,, 
bei welchem unmeßbare Mengen niedergingen, während des ganzen Monats keine. 
Die Mehrzahl der Windrichtungen lag auch im Februar im nördlichen 
Halbkreise, doch traten auch schon häufiger südliche Richtungen auf. An 
4 Tagen wehte der Wind in einer Stärke von 8 oder mehr der Beaufort-Skala, 
an weiteren 3 Tagen wurde die volle Sturmstärke nahezu erreicht. Am 6, 11. 
und 20. führte der Wind geringe Sandmengen mit sich. 
Winter 1909. Die Mittelwerte der einzelnen meteorologischen Elemente 
weisen nur geringe Abweichungen vom 10jährigen Durchschnitt auf, Bei einer 
mittleren Bewölkung von 4.0 Zehnteln kamen 28 heitere und nur 9 trübe Tage 
zur Auszählung. Niederschlag fiel in 10 Tagen insgesamt 19.8 mm. Besonders
	        
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