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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

386 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1910. 
Erwärmungen von größeren Beträgen namentlich in gesundheitlicher Beziehung 
von geringerer Wichtigkeit. Die mittlere Veränderlichkeit der Temperatur für 
die einzelnen Termine, berechnet aus den Änderungen derselben von Tag zu Tag 
ohne Rücksicht auf ihre Vorzeichen, stellt sich für 7% V auf 4.2°, für 2b N auf 
3.0° und für 9@ N auf 3.1°. Das absolute Maximum der Temperatur trat am 4. 
bei 13.0°, das absolute Minimum am 30. bei — 7.2° ein. Die Mittelwerte der 
Extreme waren Maximum 6.8°, Minimum 0.6°%°. An 14 Tagen, sogenannten Frost- 
tagen, blieb das Minimum der Temperatur unter 0°, an zweien dieser Tage, 
sogenannten Eistagen, war auch das Maximum der Temperatur unter 0°. Die Be- 
wölkung von 3.1 Zehnteln blieb gegen den Normalwert um 0.9 Zehntel zurück. 
Als heitere Tage, an welchen die Bewölkung im Mittel kleiner als 2 war, 
kamen 15, trübe Tage, an welchen die Bewölkung größer als 8 war, kamen keine 
zur Auszählung. An Sonnenschein wurden 169.8 Stunden oder 56°/, der möglichen 
Dauer registriert. 
Die Gesamt-Niederschlagsmenge erreichte eine Höhe von 14.0 mm und fiel 
an zwei Tagen. Diesige Luft und Reifbildungenrn traten sehr häufig auf. Stürmische 
Winde herrschten am 14, 17.,, 22., 30. und 31. aus nordwestlichen Richtungen; 
die Winde am 14. und 22. führten geringe Sandmengen mit sich. 
Der Frost war am 23. etwa 5 cm, am Ende des Monats gegen 10 cm in 
das Erdreich gedrungen. Die Eisstärke betrug Ende des Monats 5 cm. 
Januar 1909. Im Januar gehörte Tsingtau vorwiegend dem über dem 
Kontinent ausgebreiteten Gebiet hohen Luftdruckes an. Die Witterung war 
dementsprechend bei vorherrschend nördlichen Winden verhältnismäßig kalt und 
‘rocken. Die Tage vom 1. bis 3, brachten die südostwärts gerichtete Fortbe- 
wegung einer aus der Gegend des Baikalsees kommenden Depression. Die 
Winde wehten anfangs leicht bis frisch aus Südost, geringe Niederschläge 
gingen am 2. nieder. Im Rücken der Depression drang hoher Druck aus Nord- 
westen vor und brachte frische, zeitweise stürmische Winde aus nördlichen 
Richtungen mit sich, welche die Temperatur stark herabsetzten. Am 8, und 9. 
gelangten wiederum schwächere Luftströmungen aus südöstlichen Richtungen 
zur Entwickelung; eine flache Depression zog an diesen beiden Tagen südwärts 
vorüber und verursachte vorübergehend geringe Temperaturerhöhung. Vom 9, 
bis 16. herrschte dann unter Entfaltung frischer bis stürmischer Winde das von 
Norden her vordringende Hochdruckgebiet; die Temperatur ging stark zurück, 
Die folgenden Tage brachten die Annäherung einer das Tal des Yangtsekiang 
abwärtsziehenden Depression; es wehten leichte östliche und südöstliche Winde; 
schwache Schneefälle traten in geringer Dichtigkeit auf, Nachdem die Depression 
sich am 19. weiter ostwärts bis zum Gelben Meere verlagert hatte, entwickelte 
sich in ihrem Rücken linksdrehender Sturm aus Nordnordosten, so daß in Tsingtau 
erneut erheblicher Rückgang der Temperatur erfolgte. Im letzten Monatsdrittel 
machte sich dann eine allmähliche Abnahme des Luftdrucks über den Küsten- 
ländern und ein Zurückweichen des Hochdruckgebietes bemerkbar; bei leichten 
Winden aus wechselnden Richtungen trat langsam geringe Temperatursteigerung 
ein; das Wetter war auch in diesen Tagen durchweg trocken und heiter. 
Entsprechend der allgemeinen Wetterlage waren die Mittelwerte der 
Temperatur und Luftfeuchtigkeit sowie des Niederschlags zu niedrig; die Be- 
wölkung normal. 
Die mittlere Temperatur der Morgenstunden lag in der ersten Dekade 
atwas über, in der zweiten und dritten Dekade erheblich unter den normalen 
Werten. Die mittlere Temperatur war 1° unter dem 10jährigen Mittel. Im 
ganzen schwankte die Temperatur um 20.2° zwischen ihrem höchsten Stand 
von 8.3° am 25. und ihrem niedrigsten von —11,9° am 19. Die mittlere Ver- 
änderlichkeit der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rücksicht auf ihr Vor- 
zeichen stellt sich für 7% V auf 2.7°, für 23 N auf 2,3° und für 94} N auf 2.2°. 
An 26 Tagen des Monats blieb das Minimum der Temperatur, an 8 dieser Tage 
auch das Maximum unter 0°. Die längste Frostperiode umfaßte 15 Tage. 
Die Bewölkung entsprach in ihrem Mittelwert genau dem 10jährigen 
Mittel. Es kamen 7 heitere Tage, an welchen die Bewölkung nach der Skala
	        
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