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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1910. 
5. und 6. stand die deutsche Küste unter der Herrschaft eines abermals vom 
Westen nachfolgenden Hochdruckgebietes und hatte daher ruhiges und bis auf 
den äußersten Osten trockenes Wetter, Bei dem in Begleitung von Regenfällen 
erfolgenden Vorübergang einer Depression im Norden verlagerte sich am 7. das 
Hochdruckgebiet südwärts und trat mit einem neuen, den Westen bedeckenden 
Hoch in Verbindung. So bedeckte am 8. hoher Luftdruck bis auf den äußersten 
Osten das deutsche Küstengebiet, so daß meist trockenes, teils nebliges, teils 
heiteres Wetter herrschte. 
Am 9. begann nun das bis zum 26. anhaltende unruhige Wetter im Osten 
des Ostseeküstengebietes, Das genannte Hochdruckgebiet verlagerte sich bei der 
Annäherung einer Depression von Nordwesteuropa her südwärts, Bei ihrem 
Vorübergange im Norden traten an der deutschen Küste am 9., 10. und auch 
noch teilweise am 11. lebhafte Winde auf, die meist mit etwa Stärke 7 aus süd- 
westlichen bis nordwestlichen Richtungen wehten. Nachdem in der Nacht zum 
12. ein Teilminimum südostwärts nach der Elbmündung vorgedrungen war und 
an der Nordseeküste schweren Nordweststurm im Westen der Nordseeküste zur Ent- 
wicklung gebracht hatte, zog es schnell südostwärts ab. Ein gleichzeitig von 
Schottland heranziehendes Tiefdruckgebiet rief am folgenden Tage und am 14. 
noch im Osten starken Sturm aus den nördlichen Quadranten hervor. Nachdem 
bis zum 13. meist ziemlich mildes Wetter geherrscht hatte, wurde am 14.,, als 
bei dem Abzuge des Minimums die Winde nach Nordwest drehten, kaltes Wetter 
herbeigeführt, da die Temperaturen plötzlich bis nahe auf den Gefrierpunkt sanken, 
Vom 15. bis zum 19. folgte nun ostwärts bis zur Oder eine Periode meist 
trockenen Wetters. Ein über Nordwesteuropa gelegenes Hochdruckgebiet trat 
nämlich mit einem anderen über Nordwestrußland in Verbindung und bewegte 
sich mit seinen beiden Kernen bis zum 19. langsam südwärts. Am 17. und 18, 
traten dabei an der östlichen Ostseeküste stürmische Winde aus dem Nordost- 
quadranten auf, da über Südosteuropa eine Depression lag, die nur langsam 
zurückwich. Am 19. und 20. erstreckte sich das Hochdruckgebiet von den 
Britischen Inseln bis nach Österreich, während vom Norwegischen Meere her 
Depressionen mit verbreiteten Regenfällen südostwärts zogen und im äußersten 
Osten der Ostseeküste wieder stürmische Winde, und zwar aus westlichen bis 
nördlichen Richtungen, herbeiführten. 
Vom 21. bis 23. wanderte ein Teilminimum einer Nordosteuropa bedecken- 
den umfangreichen Depression längs der deutschen Küste ostwärts und führte 
wieder Niederschläge, am 21. und 22, an der östlichen Ostseeküste, nordöstliche 
stürmische Winde herbei, während ein Hochdruckgebiet Nordwesteuropa bedeckte. 
Vom 24, bis 30. verlagerte sich das Hochdruckgebiet allmählich von Nord- 
westeuropa zunächst südwärts, nach der Biskaya-See, dann ostwärts, nach West- 
rußland, während dessen Depressionen mit verbreiteten starken Regenfällen im 
Norden bis zum 26. vorüberzogen. Dabei entwickelten sich am 24., 25. und 26. 
im äußersten Osten der Ostseeküste wiederum vielfach stürmische Winde, die 
meist aus dem Nordwestquadranten wehten und an der Rückseite der abziehen- 
den Tiefdruckgebiete auftraten, Am 28, frischte der Wind an einzelnen Stellen 
der Nord- und Ostseeküste vorübergehend auf, als eine vom Nordwesten heran- 
nahende Depression gegen das zu dieser Zeit über dem Kontinent liegende Hoch- 
druckgebiet anrückte, Bemerkenswert sind noch der 29. und 30. insofern, als an 
diesen Tagen die Depression tief in den Kontinent eindrang und bei lebhaften 
südwestlichen Winden eine wesentliche Erhöhung der Temperaturen herbeiführte. 
Druck und Verlag von E. S. Mittler & Sohn, Königliche Hofbuchbandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW. Kochstraße 68—71.
	        
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