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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Kleinere Mitteilungen. 
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Littrow zählt, worauf mich Herr Dr. Kohlschütter aufmerksam machte, in 
»Die Wunder des Himmels« einige interessante Fälle auf: 1716 am 21. Juli 
betrachtete das Volk in London diese Erscheinung als ein Wunder und als 
drohendes Vorzeichen nahen Unglücks; 1750 wurde der unwissende Pöbel in 
Paris derart durch dies Phänomen aufgeregt, daß man die Hilfe der Polizei zu 
seiner Beruhigung in Anspruch nehmen mußte. Daran schließt Littrow die 
Bemerkung: »Und doch ereignet sich dieselbe Sache wenigstens alle acht Jahre 
einmal in derselben Jahreszeit und .unter denselben Verhältnissen.« J.,E. Nürn- 
berger macht in seinem »Populären astronomischen Hand-Wörterbuche« (Kempten 
1846) an mehreren Stellen darauf aufmerksam, daß man mit hinreichend licht- 
starken Fernrohren Venus selbst am hellen Mittage sehr. gut wahrnehmen kann, 
und empfiehlt Okulare geringerer Brennweite zu verwenden, wodurch sich das 
Auge in seinem Verhalten gegen das blendendere Tageslicht begünstigt findet, 
»Von den Planeten sieht man vorzüglich die alle anderen überstrahlende Venus 
des dann ruhigeren Lichtes wegen bei Tage sogar besser als in der Nacht.« 
Bei der Aufsuchung des Gestirns können zuweilen die im »Nautischen 
Jahrbuche« vorausberechneten Distanzen des Mondes von Venus mit Vorteil ver- 
wendet werden. Durch einmaliges Einschalten findet man leicht die dem Momente 
der Beobachtung entsprechende wahre Mittelpunktsdistanz, 
A. Wedemeyer. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Dr, H. Meldau, Oberlehrer an. der Seefahrtschule in Bremen: Kleines Kompaß- 
lexikon. 8° 84 5. Hamburg 1910. Verlag von Eckardt & Messtorf, 
Preis 3,75 MM gbd. 
Das vorliegende »Kleine Kompaßlexikon« ist im Gegensatz zu der von dem Verfasser in der 
Enzyklopädie der mathematischen Wissenschaften gegebenen Darstellung der Nautik, über die seinerzeit 
an dieser Stelle berichtet worden ist, für den Praktiker, in erster Linie für den Schiffsführer und den 
Schiffsoffizier, bestimmt. Auch der Kompaßregulierer wird das Buch mit Vorteil benutzen: können, 
da es an verschiedenen Stellen über den unmittelbaren Seegebrauch hinausgeht und z. B. auch die 
Grundbegriffe der Lehre vom Magnetismus sowie die erdmagnetischen Elemente in den Kreis der Be- 
trachtung: zieht. 
Wenn gegenwärtig die Lehre vom Kompaß und seinen Ablenkungen an Bord eiserner Schiffe 
auch im Unterricht an den Navigationsschulen mehr und mehr die ihr gebührende Stellung erlangt 
und auch eine ganze Anzahl größerer und kleinerer Werke vorliegt, die der Einführung in diesen 
wichtigen Abschnitt der Nautik dienen, so schien es doch dem-Verfasser bei der großen Fülle von Stoffen und 
Anforderungen, die heute von allen Seiten an den Schiffsführer herantreten, zweckmäßig zu sein, die 
wichtigsten Fragen dieses Gebietes ohne Rücksicht auf Systematik und auf logischen Aufbau in lexika- 
lischer Form zu behandeln, die in jedem Einzelfalle das rasche Aufsuchen einer gewünschten Aus- 
kunft möglich macht. Mit Rücksicht auf den rein praktischen Zweck des Buches ist von allen theo- 
retischen Entwicklungen und Ableitungen Abstand genommen, Dagegen sind alle Begriffe und Größen, 
die in der Praxis des Schiffsführers immer wieder auftreten, in einfacher und klarer Weise so dar- 
gestellt, daß sich der Leser deren selbständige Handhabung leicht zu eigen machen kann. Behandelt 
sind in dem Lexikon unter besonderen Stichworten die sämtlichen Deviationskoeffizienten, die ver- 
schiedenen Arten der Deviation und ihre Änderungen, die Bestimmung und Berechnung der Deviation 
und ihrer Koeffizienten, der Kompaß und seine Nadelanordnung, Aufstellung und Aufbewahrung, 
die Kompensationsmethoden, die Grundbegriffe der Lehre vom Magnetismus, die erdmagnetischen 
Elemente, der Schiffsmagnetismus und viele andere Gegenstände, deren Anführung der hier zu Ge- 
bote stehende Raum nicht gestattet. Wünschenswert wäre ein besonderer Artikel über das Trägheits- 
moment gewesen, hinsichtlich dessen man vielfach sehr unklaren Vorstellungen begegnet. Die Sache 
ist allerdings unter. »Ruhe der Roses erwähnt, ohne den Namen zu gebrauchen, während für das 
magnetische Moment ein besonderer Artikel vorhanden ist. Bei der Erwähnung der magnetischen 
Pole unter dem Stichwort »Magnet« hätte vielleicht deutlicher hervorgehoben werden können, daß die 
Pole nur ideelle Punkte sind, in denen keineswegs die magnetische Kraft konzentriert ist, wie man 
leicht aus den Worten schließen kann: »Diese beiden Pole üben im Außenraum dieselben Kräfte aus, 
die tatsächlich von der Gesamtheit der Teile des Magnets ausgeübt werden.«
	        
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