Kleinere Mitteilungen.
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Um 82 N war das Barometer schon wieder auf 751.0 mm gestiegen. Noch war
der Himmel bedeckt und hohe See und Dünung vorhanden. Am nächsten Tage,
am 12. Oktober, flaute der Wind mehr ab und ging bis NO 4 herum, wobei sich
schönes Wetter einstellte, Elektrische Entladungen wurden während des ganzen
Verlaufs des Orkans nicht wahrgenommen,
Denselben Orkan bestand der D. »Nauplia«, Kapt. Hoppe, etwa acht Stunden
später im Providence-Kanal zwischen Stirrup Cay und Great Isaac. D. »Nauplia«
befand sich, wie der III. Offizier, Herr Hammuschka, der Deutschen Seewarte
mitteilt, auf der. Reise von Hamburg nach Habana und hatte am 11, Oktober
4h N bei klarem Wetter Abaco passiert, Schon seit 12% mittags machte sich ein
Fallen des Barometers bemerkbar und man erwartete aus einer im OSO auf-
kommenden dunklen Wolkenbank Regen, Um 4% N war der Wind OSO 5 und
der Barometerstand 754.0 mm. Drei Stunden später wurde Stirrup .Cay im Ab-
stande von 12 Sm passiert. 8b 30%" N wehte der Wind aus OSO, Stärke 8, bei
Regen und beständig ‚und unregelmäßig fallendem Barometer. 9% 30min brach
der volle Orkan aus und bis 11% 15min herrschte — bis auf ein 20 Minuten
langes Abflauen nach 103 N — Windstärke 12, wobei der Wind über ONO nach
NNO holte. Der tiefste Stand des Barometers wurde um 11% 15min N beobachtet und
war 735.0 mm. Während des Orkans kam eine hohe, gewaltige See auf, die ver-
schiedene Deckschäden auf dem Schiffe anrichtete. Klektrische Entladungen
fanden nicht‘ statt, es fiel aber ununterbrochen starker Regen. Am 12, Oktober
ih V wurde es ruhiger, das Barometer stieg schnell und die Luft klarte ab, so
daß um 3b V das Feuer von Great Isaac gesichtet wurde.
Aus den folgenden Beobachtungen des Dampfers »Breslau«:
11. X. 2 N 0SO 11 732.7 mm
3bN OSO 12 717.8 €
4NS 12 722.7
55NW 11 732,7
geht hervor, daß das Zentrum des Orkans nach 3% N nördlich vom Schiffe vor-
überzog; aus den Beobachtungen der »Nauplia«:
11. X. 108 30min N ONO 7 739.8 mm
11 15min N ONO 12 785.5 «
11b 30min N NNO 11 736.8 «
folgt dagegen, daß das Zentrum südlich von diesem Schiffe passierte, Aus der
schnellsten Windänderung, die bei D. »Breslau« bei den höchsten Stärken 6 Strich
und auf D. »Nauplia« 3 bis 4 Strich stündlich betrug und ferner aus der
mittleren Geschwindigkeit des Orkans, die zwischen Key-West und Stirrup Cay
etwa 18 Knoten erreicht hat, läßt sich die Entfernung des Wirbelzentrums vom
D. »Breslau« auf ungefähr 15 bis 20 Sm und vom D. »Nauplia« auf 30 Sm
schätzen. Bei beiden Schiffen dauerte der volle Orkan zwei Stunden und der
Sturm ungefähr acht Stunden,
Die Lage der Orkanbahn ist nach obigen Beobachtungen also folgende:
Sie verläuft etwa 30 bis 40 Sm westlich von Habana in nördlicher Richtung
und wendet sich südlich von Key-West nach ONO, Die Entwicklung dieses
Wirbels hat sich vielleicht erst im Karaibischen Meere südlich von Westkuba
vollzogen. Die amerikanischen Wetterkarten vom 7. und 8. Oktober deuten auf
eine Störung im Gleichgewicht der tropischen Atmosphäre in dieser Gegend hin,
und nach denselben Karten soll am 10. Oktober 8% V die Mitte der Depression
in der Nähe. von Westkuba lagern und in nördlicher Richtung über Florida fort-
schreiten. Interessante Anhaltspunkte zu diesen Vorgängen bietet auch das
meteorologische Tagebuch des D. »Scotia«, Kapt. C. Segebarth, während einer
Reise von Tampico nach Port au Prince. Am 7. Oktober, dem zweiten Tage
nach dem Verlassen des Hafens wurde das Barometer um 82 V 3 mm unter
mittlerem Luftdruck beobachtet, der in der fraglichen Gegend nach dem Atlas
für den Atlantischen Ozean, Tafel 14, 763.0 mm beträgt. Bei beständig langsam
fallendem Barometer traten am 9, Oktober heftige Regenböen ein, und als um 4b N
das Barometer auf 755 mm gefallen war, holte der bis dahin nordöstliche Wind