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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Die Witterung an der deutschen Küste im November 1909, 
47 
Niederschlag, mm 
Zahl der Tage 
Windgeschwindigkeit 1) 
Stat, 
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Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage) 
Mittl. Wind- 
stärke (Beaufort) 
Stat. 
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Während die Durchschnittswerte des Luftdruckes, besonders im Osten des 
deutschen Küstengebietes, unter dem Normalbetrage lagen, waren im Monat No- 
vember die Temperatur- und Bewölkungsverhältnisse nahezu normal, Dagegen 
fielen weit mehr Niederschläge, als im Monat November zu erwarten sind, und 
zwar besonders im Osten. Im Durchschnitt betrug im Bereiche des deutschen 
Küstengebietes der Niederschlagsreichtum beinahe 100%, mehr als der: Normal- 
betrag. Die höchste Lufttemperatur wurde in Rügenwaldermünde mit 11.5 Grad 
am 1. November, die tiefste in Memel mit — 15.8 Grad am 30. beobachtet. Die 
Winde wehten vorwiegend aus dem Nordost- und dem Südwestquadranten, und 
zwar — wenn man die registrierten Windgeschwindigkeiten in Betracht zieht — 
durchschnittlich mit geringer Stärke, die gegen die Normale etwas zurückblieb. 
Doch traten im Bereiche des äußersten Ostens besonders vom 10. bis 26. häufig 
stürmische Winde auf, die aus verschiedenen, meist aus nördlichen Richtungen 
wehten. Im übrigen Küstengebiet waren Stürme selten, Sie traten in größerer 
Verbreitung nur am 13., vereinzelt sonst noch am 9., 12., 28. und 30. auf. Sie 
wehten fast durchweg aus westlichen Richtungen. Gewitter kamen nicht zur 
Beobachtung. An der Mehrzahl. der Beobachtungsstationen war an mehr als 
der Hälfte der Tage der Himmel trübe; heitere Tage wurden im Westen am 1.,, 
17. und 18., an der Ostseeküste am 5., 14., 15. und 25. vereinzelt festgestellt. 
Nebel trat am 5., 8., 15. und 27. auf. 
Was die Wetterlage im einzelnen betrifft, so schritt vom 1. bis zum 4 
vom Westen her ein Hochdruckgebiet mit nachfolgender Depression über das 
deutsche Küstengebiet hin, die vielfach Regen mit sich brachte. Von größerer 
Bedeutung war noch der 4; für den äußersten Osten, wo auf der Rückseite der 
abziehenden Depression nordwestliche und nördliche Sturmwinde auftraten. Am 
1) Erklärung siehe »Ann. d. Hydr. usw.« 1905. 8. 143. 
* 
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