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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1910. 
von der Long Spit-Tonne passieren, Peilt diese rw. 73° (mw. ONO), etwa 214 Sm 
entfernt, und der Berg Hummock im innersten Teile des Golfes rw. 1° (mw. N°/,W), 
30 halte man mit Nordkurs auf die Bald Spit-Tonne vor der Sandy-Huk zu und 
steuere von da nach dem Ankerplatze auf der Reede. Beim Befahren dieses 
Teils des Golfes sei man jedoch stets darauf bedacht, durch häufige Peilungen 
der Berge Lofty und Hummock den Schiffsort zu bestimmen, da, namentlich bei 
leichtem Winde, beträchtliche Versetzungen durch die Gezeitenströme vorkommen. 
Bei unsichtigem Wetter laufe man mit rw. 306° (mw. NWzW!/,W) -Kurs 7 oder 
8 Sm über die Long Spit-Tonne hinaus und nähere sich der Küste an der West- 
seite des Golfes auf etwa 3 Sm Abstand und laufe dann, diesen Abstand von der 
Küste heibehaltend, längs derselben nach Norden. Der häufige Gebrauch des 
Lotes ist hierbei aber dringend geboten. Diese Vorsichtsmaßregel sollten beim 
Befahren des Golfes auch Schiffe dann anwenden, wenn, mit der Sonne voraus, 
die Gestalt der Küste oder sonstiger Leitmarken stark durch Refraktion be- 
einflußt sind. 
Sind Segelschiffe gezwungen, von Port Adelaide nach Port Wakefield zu 
kreuzen, so sollten sie auf dem ersten Schlag etwa 16 Sm weit nach Westen 
hinüberliegen. Sie dürfen jedoch hierbei die 15 m (8 Fad.) -Grenze an der West- 
seite des Golfes nicht überschreiten, um die Orontes-Bank zu meiden, die sich 
dort zwischen Wool Beach und Kooley Wurta etwa 7 Sm weit nach See zu er- 
streckt. Dann kreuze man zwischen der Orontes-Bank und den Untiefen vor 
der Küste an der Ostseite des Golfes, Nähert man sich Long Spit, so achte man 
darauf, daß man die Tonne in Sicht bekommt, um sicher zu sein, daß man nörd- 
lich von der Orontes-Bank steht. Schiffe meiden die Kante von Long Spit und 
werden die Tonne sichten, wenn sie bei der Annäherung an die Bank eine Wasser- 
tiefe von 9.1 m festhalten. Ist man querab von der Long Spit-Tonne und infolge- 
dessen auch nördlich von der Orontes-Bank, so kann man sich der Küste an 
der Westseite des Golfes mit Sicherheit auf etwa 2 Sm Abstand nähern. Dann 
kreuze man mit langen Schlägen zwischen dieser Küste, etwa 2 Sm Abstand 
davon haltend, und der 9.1 m-Grenze oberhalb Long Spit an der Ostseite des 
Golfes, 
Auslaufen, Es ist auch für Segelschiffe nicht schwierig, den St. Vincent- 
Golf hinunterzulaufen, wenn sie auf die Lotungen genügende Aufmerksamkeit 
verwenden und darauf bedacht sind, die Untiefen an beiden Seiten des Golfes 
zu meiden. Von Port Wakefield sollten sie jedoch schon rechtzeitig am Morgen 
absegeln, da sie mit den dann gewöhnlich wehenden östlichen Winden die hohe 
See ohne Kreuzen erreichen können. 
Leuchtfeuer. Siehe Leuchtfeuer aller Meere 1910, Heft VII, Tit. IX, Nr. 2773, 
2776, 2779, 2780. 
Ankerplatz auf der Reede. Schiffe mit mäßigem Tiefgang ankern gewöhn- 
lich auf 7.3 bis 8.2 m Wasser bei Niedrigwasser in der ungefähren Peilung: die 
Bald Spit-Tonne rw. 177° (mw. S*°/,O0), und die Baken auf Bald Hill rw. 98° 
(mw. O0!/,S) in Eins. Sollten Schiffe auf so flachem Wasser ankern, daß sie den 
Grund berühren, so würde das Schiff nicht leicht Schaden erleiden, sofern es 
nur klar von seinem Anker gehalten wird, da der aus Sand und Schlick be- 
stehende Grund überall weich ist und keine See steht. Der letzteren Angabe 
widerspricht insofern der Bericht des Kapt. C. Mehlburger, S, »Melusine«, nach 
welchem die Reede von Port Wakefield allerdings für Schiffe stets sicher ist, 
man aber infolge des manchmal auf der Reede stehenden hohen Seeganges 
nicht immer laden kann, da die Leichterfahrzeuge dann nicht längsseit liegen 
können, 
Gezeiten und Gezeitenströme. Die Hafenzeit für Port Wakefield ist 4b 40min; 
die Hochwasserhöhe beträgt bei Springtide 3.3 m, bei Nipptide 1,5 bis 1.7 m. Die 
Gezeiten sind sehr unregelmäßig und werden stark durch die vorherrschenden 
Winde beeinflußt. Bei starken westlichen Winden erreicht die Flut sowohl als 
auch die Ebbe bedeutend höheren Stand, als unter gewöhnlichen Umständen, 
auch ist es öfter vorgekommen, daß bei westlichen Winden der Hochwasserstand 
bei Nipptide höher war als bei Springtide, Bei gutem Wetter und mit südöstlichen
	        
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