Einige Bemerkungen über die Niederländische Küstenbefeuerung.
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in Verbindung mit den Erfahrungen in der Praxis auf Grund von Untersuchungen
in der Station endgültig eingeführt werden soll.
Was die wichtige Frage der Sehweite im Verband mit der Lichtstärke be-
trifft, so haben die theoretischen Abhandlungen darüber für die Praxis keinen
Wert, weil der Zustand der Atmosphäre nicht homogen ist und die Lichtstrahlen
Schichten größerer oder geringerer Durchsichtigkeit durchdringen, so daß für den
Koöffizienten der Luftklarheit meist nur ein bestimmter Wert angenommen werden
kann. Man ist deshalb dazu übergegangen, die Sehweite der verschiedenen
Lichter erfahrungsgemäß zu bestimmen. Zu dem Zweck wird bei allen bewachten
Lichtern dreimal des Nachts aufgezeichnet, ob die Lichter in der Umgebung
sichtbar sind oder nicht. Wenn ein bestimmtes Licht auf Stellen wahrgenommen
wird, die in verschiedenen Abständen von dem Licht liegen, so kann aus den
Beobachtungen hergeleitet werden, wie oft im Jahr ein bestimmtes Licht in diesen
verschiedenen Abständen sichtbar ist,
Die Ergebnisse dieser Beobachtungen werden in ein rechtwinkliges Koor-
dinatensystem gebracht, in dem die Ordinaten die Anzahl Beobachtungen in
Prozenten angeben, bei denen in einem bestimmten Abstand das Licht wahr-
genommen worden ist, während als Abszissen die Abstände in Seemeilen von den
Beobachtungspunkten abgesetzt werden, Die Verbindung der in dieser Weise
erhaltenen Schnittpunkte ergibt alsdann krumme Linien, Zur Erlangung einer
hinreichenden Genauigkeit müssen jedoch solche Beobachtungen sich über viele
Jahre erstrecken, auch muß für jeden Punkt ein Mittelwert bestimmt werden.
In den Niederlanden sind diese Beobachtungen im Laufe des Jahres 1907 be-
gonnen, so daß darüber noch keine Veröffentlichungen vorliegen. Es ist dazu
noch zu bemerken, daß die geographische Sehweite eines Lichtes besser größer
und wenigstens gleich der optischen Sehweite sein muß,
Für die Schiffahrt ist es Hauptsache, daß die Charakter der einzelnen
Leuchtfeuer einfach sind und nicht zu Verwechselungen Anlaß geben. Durch
den Wunsch der Schiffahrt, die Zeit zwischen den Blinken zu verkürzen und
dennoch dieselbe Lichtstärke beizubehalten, wird an die Beleuchtungstechnik eine
widersprechende Anforderung gestellt, weil der Lichteindruck einer Linse inner-
halb gewisser Grenzen mit der Dauer der Blinke abnimmt, so daß bei ein und
demselben Apparat durch kürzere Aufeinanderfolge der Blinke der Lichteindruck
verringert wird und somit ein Mittelweg dafür gesucht werden muß, An der
Hand vieler Versuche ist festgestellt worden, daß der Lichteindruck bei einer
Blinkdauer von 0.4 %% gleich dem eines festen Lichtes ist, bei einer Blinkdauer
von 0.15% nur wenig schwächer ist, unter dieser Grenze jedoch schnell fällt.
Daraus ist das Gesetz abgeleitet worden, daß bei einer gewissen Grenze (ungf.
0.1 °X) das Produkt aus Lichtstärke und Blinkdauer für gleiche Lichteindrücke
auf das Auge konstatiert ist.
Außer den größeren Leuchtfeuern brennen längs der Nordsee- und Zuidersee-
küste und an den Strommündungen einige Hundert Lichter als Leuchtbojen und
Küstenlichter von geringerer Bedeutung. Der größte Teil der Küstenlichter hat
eine Petroleumlampe als Lichtquelle, die in dem Brennpunkt einer Linse für
festes Licht steht.
In den Leuchtbojen und in einzelnen Küstenlichtern wird Fettgas gebrannt,
die mit Blinkapparaten versehen sind und deren Charakter meistens 7 %% hell
und 3° dunkel ist. Es sind zur Zeit bereits verschiedene Leuchtbojen mit
Glühstrümpfen versehen, die nach und nach auf alle Leuchtbojen ausgedehnt werden
sollen. Der große Vorteil derselben ergibt sich aus folgender Zusammenstellung:
Art des Brenners
Argand- Brenner von 18 mm
Kleiner Glühstrumpf . . .
Argand- Brenner von 48 mm |
Großer Glühstrumpf‘ . . .
Gasverbrauch |
pro Stunde
in]
94
nn
Lichtstärke der
freien Flamme in
Hefnerkerzen
{H-K)
46
55
30
PP
Lichtstärke
In Optik mit | In Optik mit
100 mm Brenn- | 187.5 mm Brenn-
nunktsabstand ! punktsabstand
|
42
250
225
BC