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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Einige Bemerkungen über die Niederländische Küstenbefeuerung. 
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in Verbindung mit den Erfahrungen in der Praxis auf Grund von Untersuchungen 
in der Station endgültig eingeführt werden soll. 
Was die wichtige Frage der Sehweite im Verband mit der Lichtstärke be- 
trifft, so haben die theoretischen Abhandlungen darüber für die Praxis keinen 
Wert, weil der Zustand der Atmosphäre nicht homogen ist und die Lichtstrahlen 
Schichten größerer oder geringerer Durchsichtigkeit durchdringen, so daß für den 
Koöffizienten der Luftklarheit meist nur ein bestimmter Wert angenommen werden 
kann. Man ist deshalb dazu übergegangen, die Sehweite der verschiedenen 
Lichter erfahrungsgemäß zu bestimmen. Zu dem Zweck wird bei allen bewachten 
Lichtern dreimal des Nachts aufgezeichnet, ob die Lichter in der Umgebung 
sichtbar sind oder nicht. Wenn ein bestimmtes Licht auf Stellen wahrgenommen 
wird, die in verschiedenen Abständen von dem Licht liegen, so kann aus den 
Beobachtungen hergeleitet werden, wie oft im Jahr ein bestimmtes Licht in diesen 
verschiedenen Abständen sichtbar ist, 
Die Ergebnisse dieser Beobachtungen werden in ein rechtwinkliges Koor- 
dinatensystem gebracht, in dem die Ordinaten die Anzahl Beobachtungen in 
Prozenten angeben, bei denen in einem bestimmten Abstand das Licht wahr- 
genommen worden ist, während als Abszissen die Abstände in Seemeilen von den 
Beobachtungspunkten abgesetzt werden, Die Verbindung der in dieser Weise 
erhaltenen Schnittpunkte ergibt alsdann krumme Linien, Zur Erlangung einer 
hinreichenden Genauigkeit müssen jedoch solche Beobachtungen sich über viele 
Jahre erstrecken, auch muß für jeden Punkt ein Mittelwert bestimmt werden. 
In den Niederlanden sind diese Beobachtungen im Laufe des Jahres 1907 be- 
gonnen, so daß darüber noch keine Veröffentlichungen vorliegen. Es ist dazu 
noch zu bemerken, daß die geographische Sehweite eines Lichtes besser größer 
und wenigstens gleich der optischen Sehweite sein muß, 
Für die Schiffahrt ist es Hauptsache, daß die Charakter der einzelnen 
Leuchtfeuer einfach sind und nicht zu Verwechselungen Anlaß geben. Durch 
den Wunsch der Schiffahrt, die Zeit zwischen den Blinken zu verkürzen und 
dennoch dieselbe Lichtstärke beizubehalten, wird an die Beleuchtungstechnik eine 
widersprechende Anforderung gestellt, weil der Lichteindruck einer Linse inner- 
halb gewisser Grenzen mit der Dauer der Blinke abnimmt, so daß bei ein und 
demselben Apparat durch kürzere Aufeinanderfolge der Blinke der Lichteindruck 
verringert wird und somit ein Mittelweg dafür gesucht werden muß, An der 
Hand vieler Versuche ist festgestellt worden, daß der Lichteindruck bei einer 
Blinkdauer von 0.4 %% gleich dem eines festen Lichtes ist, bei einer Blinkdauer 
von 0.15% nur wenig schwächer ist, unter dieser Grenze jedoch schnell fällt. 
Daraus ist das Gesetz abgeleitet worden, daß bei einer gewissen Grenze (ungf. 
0.1 °X) das Produkt aus Lichtstärke und Blinkdauer für gleiche Lichteindrücke 
auf das Auge konstatiert ist. 
Außer den größeren Leuchtfeuern brennen längs der Nordsee- und Zuidersee- 
küste und an den Strommündungen einige Hundert Lichter als Leuchtbojen und 
Küstenlichter von geringerer Bedeutung. Der größte Teil der Küstenlichter hat 
eine Petroleumlampe als Lichtquelle, die in dem Brennpunkt einer Linse für 
festes Licht steht. 
In den Leuchtbojen und in einzelnen Küstenlichtern wird Fettgas gebrannt, 
die mit Blinkapparaten versehen sind und deren Charakter meistens 7 %% hell 
und 3° dunkel ist. Es sind zur Zeit bereits verschiedene Leuchtbojen mit 
Glühstrümpfen versehen, die nach und nach auf alle Leuchtbojen ausgedehnt werden 
sollen. Der große Vorteil derselben ergibt sich aus folgender Zusammenstellung: 
Art des Brenners 
Argand- Brenner von 18 mm 
Kleiner Glühstrumpf . . . 
Argand- Brenner von 48 mm | 
Großer Glühstrumpf‘ . . . 
Gasverbrauch | 
pro Stunde 
in] 
94 
nn 
Lichtstärke der 
freien Flamme in 
Hefnerkerzen 
{H-K) 
46 
55 
30 
PP 
Lichtstärke 
In Optik mit | In Optik mit 
100 mm Brenn- | 187.5 mm Brenn- 
nunktsabstand ! punktsabstand 
| 
42 
250 
225 
BC
	        
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