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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

AS 
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1910. 
angegebenen Werte sind die nach der Formel y/=K- zer berechneten. Der 
Betrag der Überkompensation ist in Prozenten des ursprünglichen Krängungs- 
fehlers (y = + 0.51) angegeben, 
Ergebnisse, 
Krängungsmagnet [ 
39 cm unter der Rose 
Krängungsmagnet II 
65 cm ınnter der Ruse 
Kräugungsmagnet IH 
77 em unter der Rose 
Kombination 
1. Pendellänge 
41 em 
2. Pendellänge 
6.7 em 
3. Pendellänge 
85 em 
4. Pendellänge 
11.4 em 
y' 
—0.075 
— 0.08) 
—0.13 
'“— 0.13) 
—0.16 
O1) 
—0.205 
1(—0.22) 
C berkom- Erforder] 
pensation | Senkung 
wg’ 
Überkom- Erforder] 
pensation Senkung 
r' 
Überkom- Erforder]. 
pensation | Senkuug 
15% 
1.5 em 
—0.08 
—0.05)} 
x 
Ü 
(N 
14cm 
0.025 50; 
—0.04)' ‘9 
1.4 cm 
950 
25cm 
—0.085 
— 0.08) 
170% 
2392 ecm- 
-—0.07 
‚— (071 
140. 
20cm 
3197 
392 em 
—0.095 19% 
“— 0.107 
3.5ecm 
—0.08 
;—- 0.08) 
160% 
33 em 
40% 1: 4.1 cm TE 
(0.1851 
230 
4.3em | —0.10 
K—0.11) 
900% 
4.5 em 
Die beobachteten Werte von y’ sind im allgemeinen noch in der zweiten 
Dezimale zuverlässig. Die berechneten Werte stimmen mit den beobachteten 
bis auf die große Pendellänge von 11.4 cm gut überein, für diese sind die beob- 
achteten Werte etwas kleiner als die berechneten. Immerhin ist die Überein- 
stimmung eine hinreichende, um für die Praxis die zu erwartende Überkompensation 
aus der Pendellänge und dem Abstand des Krängungsmagnets genügend genau 
berechnen zu können. 
Die vorzunehmende Senkung des Krängungsmagnets ließ sich bis auf eine 
Unsicherheit von einigen Millimetern bestimmen. In allen Fällen sind die er- 
haltenen Zahlen erheblich kleiner als die halbe Pendellänge (s. Formel II). Eine 
bessere Übereinstimmung gibt die Formel III, in der das erste aus dem Pol- 
abstand 2a des Krängungsmagnets entstehende Glied berücksichtigt ist. 
Der Vergleich der Resultate, die mit den Krängungsmagneten in ver- 
schiedener Entfernung erhalten sind, zeigt, daß die Uberkompensation der 
Entfernung des Krängungsmagnets von der Rose umgekehrt proportional ist, 
daß dagegen die zur Beseitigung des Krängungsfehlers erforderliche Senkung 
der Hauptsache nach für alle Entfernungen dieselbe ist (s. Formel II). Einen 
guten, für die Praxis durchweg ausreichenden Mittelwert für die Senkung erhält 
man, indem man die Pendellänge des Nadelsystems mit 0.4 multipliziert. 
Als weitere Folgerungen für die Praxis seien genannt: Bei der Konstruktion 
der Aufhängevorrichtung des Kompaßkessels empfiehlt es sich, Rücksicht zu 
nehmen auf ein möglichst geringes Auswandern der Pinne, Das Nadelsystem 
der Rose soll nicht unnötig tief unter den Aufhängepunkt versenkt werden. Für 
jede übliche Kombination von Aufhängevorrichtung und Rose empfiehlt es sich, 
die Pendellänge des Nadelsystems etwa in der durch die Figur 3 erläuterten Art 
zu bestimmen, um daraus die zur Aufhebung der Überkompensation erforder- 
liche Senkung des Krängungsmagnets durch Multiplikation mit 0.4 zu ermitteln. 
Der Krängungsmagnet soll auch mit Rücksicht auf die besprochene Über- 
kompensation in möglichst großer Entfernung von der Rose gehalten werden. 
Bei den Beobachtungen unterstützte mich in dankenswerter Weise mein 
Kollege, Herr Dr. Völkel.
	        
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