550 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1910.
verlagerten Hochdruckgebiet heraus wehen. Um eine günstigere Gelegenheit
herbeizuführen und den Wind raumer, von Nordosten und Norden, zu erhalten,
muß man in diesem Falle auf B-B.-Halsen Süd anholen, während man auf dem
südlichen Wege wahrscheinlich von vornherein raumen nördlichen Wind haben
würde und ohne Zeitverlust nach Östen steuern könnte, Jedenfalls können die
südlicher stehenden Schiffe in einem solchen Falle viel eher eine günstige Wind-
änderung herbeiführen. Noch ungünstiger wird die Lage für die Schiffe auf
dem Wege Nord um Neu-Seeland, wenn sie an der Nordost-Küste von Neu-Seeland
auf östliche und südöstliche Winde treffen und nun wegen der Nähe des Landes
nicht auf B-B.-Halsen nach Süden liegen können. Auf St-B.-Halsen laufen sie dagegen
Gefahr in das Hochdruckgebiet und in Stille zu geraten und damit viel Zeitverlust zu
erleiden. Näheres hierüpner siehe im »Segelhandbuch für den Stillen Ozean« S. 805,
Von Guayaquil und Callao nach Newcastle oder Sydney. a) Reiseantritt von
Mitte Oktober bis Mitte Februar. Insgesamt 1 Reise.
Das Schiff (1860 R-T.) ist entsprechend der Jahreszeit um die Südseite der
Paumotu-Inseln gesegelt und hat dabei 130° W-Lg. in 25° S-Br. und 180° W-Lg,
in 32,5° S-Br. geschnitten.
Die Reise hat 59 Tage gedauert.
b) Reiseantritt von Mitte Februar bis Anfang September. Insgesamt 3 Reisen.
Anzahl der Reisen, Schiffsgröße in R-T. Reisedauer in Tagen,
»Josefa« 845 78 Um die Nordseite der Paumotu-Inseln,
Blankenese« 1609 58 Um die Nordseite der Paumotu-Inseln,
‚Antuco« 1518 SO Um die Südseite der Paumotu-Inseln,
Die beiden letzteren Reisen von je 58 und 80 Tagen Dauer sind ziemlich
gleichzeitig Ende März in einem Zeitabstand von 7 Tagen angetreten; dabei hat
das Schiff auf dem nördlichen Wege seinen Mitsegler, der Süd um die Paumotu-
Inseln gesegelt ist, um 22 Tage geschlagen. Es dürfte demnach nicht ratsam sein,
noch im April den Weg südlich von den Inseln zu nehmen. Die kleine Bark
»Josefa« ist um die Nordwestseite der Fidji-Inseln gesegelt, ohne hier auf Passat-
störungen zu treffen. »Blankenese« hat den Weg zwischen den Cook- und den
Tonga-Inseln durch genommen, wo der Passat 5 Tage lang gestört war. Ver-
gleiche hiermit die Anweisungen der Deutschen Seewarte, in welchen für diese
Jahreszeit der Weg um die Nordwestseite der Fidji-Inseln empfohlen wird.
c) Reiseantritt im September und vor Mitte Oktober.
Es liegen keine Reisen vor.
Vom Norden Chiles (bis 29° S-Br.) nach Newcastle oder Sydney. a) Reiseantritt
von Mitte Oktober bis Mitte Februar. Insgesamt 10 Reisen.
Diese 10 Reisen sind alle an der Südseite der Paumotu-Inseln entlang
gemacht, wobei 130° W-Lg. im Mittel in 25.7° S-Br. geschnitten ist. Nach der
Schiffsgröße verteilen sie sich wie folgt:
Anzahl der Reisen. Schiffsgröße in R-Y. Kürzeste Reise Längste Reise Mittlere Reisedauer
in Tagen. in Tagen, in Tagen,
57 © 65
56 69
50 =>
63
Im Mittel = 64
b) Reiseantritt von Mitte Februar bis Anfang September. Insgesamt 7 Reisen,
Anzahl der Reisen. Schiffsgröße in R-T. Kürzeste Reise Längste Reise Mittlere Reisedauer
in Tagen. in Tagen. in Tagen.
1500—2000 56 90 73
2000—2500 60 74 67
über 3000 — 59
Im Mittel — 681,
Von diesen 7 Reisen sind 6 um die Nordseite der Paumotu-Inseln gemacht
worden, während 1 Schiff den Weg südlich von den Inseln entlang genommen
hat. Die letztere Reise ist am 8. März vom Viermaster »Seefahrer« von