accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Engeler, E.: Periodische und unperiodische Temperaturschwankuugen der Benguela-Strömung. 545 
Man erkennt aus dem Verlauf dieser beiden Kurven, daß der Anstieg zu 
den Maxima auch hier sehr unregelmäßig erfolgt; vor allem geschieht dies 
in sehr in die Augen springender Weise beim Aufstieg zum Maximum von 1897, 
Letzteres ist im südlichen Teil überhaupt nur unvollkommen ausgebildet. Es 
ist hier die regelmäßige Gestaltung des Maximums verhindert durch verschiedene 
ausgedehnte Depressionen, die sich im nördlichen Teil nicht finden. Dies kann 
damit zusammenhängen, daß es sich dort um lokal begrenzte Erscheinungen 
handelt, die im südlichen Teil eine nur sehr geringe negative Temperatur- 
abweichung bedingten; wie die Isanomalenkarten von 1897 zeigen, bleibt die 
Anomalie fast immer unter —1°, Diese geringe Abweichung tritt in den Kurven 
nur deshalb so scharf hervor, weil diese immer .die Zahl der anormalen Tem- 
peraturmittel geben, ohne Rücksicht auf ihre Intensität zu nehmen. In allen 
übrigen Fällen stehen Zahl und Größe der Abweichungen in einem gewissen 
Verhältnis zueinander, d.h. je größer die Zahl der anormalen Temperaturmittel 
ist, desto größer ist auch ihre Intensität. Abgesehen von dieser einen Ungleich- 
heit sehen wir, daß auf dem südlichen und nördlichen Teil der Strömung die- 
selben Temperaturanomalien einander entsprechen, und zwar gehen sie annähernd 
zu gleicher Zeit vor sich. Die Intervalle, die für die periodischen Änderungen 
der Temperaturzunahme nach Norden maßgebend waren, lassen sich hier nicht 
erkennen, 
Es bleibt jetzt noch übrig, in dieser Beziehung den Temperaturgang der 
Strömung von 30° S nach Norden zu verfolgen, wie er in den einzelnen Teilen 
der Schiffsrouten zum Ausdruck kommt. Maßgebend dafür sind die Kurven der 
Tafel 43 für den deutschen, der Tafel 44 für den englischen Seeweg. Es 
fällt sofort auf, daß die oben besprochenen Temperaturwellen in allen Teilen aus- 
gedrückt sind, doch läßt sich auch erkennen, daß sie mit ihrer Entfernung nach 
Norden immer mehr verwischt werden; die Auf- und Abstiege der Kurven werden 
immer zerrissener und unregelmäßiger. In den Tabellen auf S. 546 ist versucht 
worden, den Verlauf der Temperaturwellen, die in den Jahren 1891 bis 1898 die 
Strömung durchziehen, in einzelnen Teilen von Süden nach Norden zu ver- 
folgen; es sind deshalb die Depressionen, die sich wahrscheinlich als die gleichen 
auf den verschiedenen Routen darstellen, bezeichnet und ihre Eintrittszeit be- 
stimmt worden, Zugleich wurde der Unterschied des Eintritts der Depressionen 
auf den Teilstrecken festgestellt. 
Aus den Tabellen XV und XVI geht hervor, daß sich die Depressionen meistens 
ohne Intervall folgen; die Temperaturanomalien treten zu gleicher Zeit auf, 
Allerdings scheinen die Verhältnisse auch hier etwas durch andere Einflüsse ver- 
deckt zu sein, es kann hier z. B. das kalte Auftriebwasser der Küste in Frage 
kommen. Die Temperaturanomalien treten nämlich einige Male früher auf als 
auf den weiter nach Norden liegenden Teilen der Schiffsrouten; dies ist beson- 
ders deutlich auf dem englischen Dampferweg ausgeprägt. Von 0° bis 2°O 
scheint manchmal eine Verspätung der Temperaturanomalien sich geltend machen 
zu wollen; wir haben hier sehr schwankende Verhältnisse, bisweilen treten die 
Anomalien zu derselben Zeit auf, bisweilen läßt sich ein Zeitunterschied kon- 
statieren. Verwickelter gestaltet sich das Ganze noch dadurch, daß einige auf- 
einanderfolgende Depressionen der zweiten Abschnitte auf den dritten zusammen- 
gefallen zu sein scheinen, so sind die Depressionen III, IV, V des Teils der 
englischen Schiffsroute, der durch die Längengrade 10° O und 2° O heraus- 
geschnitten wird, im weiteren Verlauf der Route in eine einzige vereinigt. Beim 
Austritt der Kurven aus dem untersuchten Meeresgebiet lassen sich endlich auch 
die Depressionen der vorhergehenden Teile verfolgen; auch hier ist von keiner 
Verspätung der Anomalien die Rede; vielmehr bemerkt man, daß die Depressionen 
etwas früher erscheinen, Wir können zusammenfassend sagen, daß im ganzen 
Bereich der Strömung die Tempuraturanomalien häufig zu gleicher Zeit auftreten; 
es läßt sich keine systematische Verspätung des Eintreffens der Anomalien nach 
N hin bemerken, vielmehr können die Depressionen im nördlichen Teil der 
Strömung sogar auch früher eintreten als im südlichen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.