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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1910. 
Gelegenheit sei darauf hingewiesen, daß die Seewarte schon ein reiches Beob- 
achtungsmaterial aus dem Adriatischen Meere besitzt. Dieselben Beobachtungen 
sollen dann noch an der Küste von Leuchttürmen und Hafenorten aus geschehen 
und schließlich soll speziell an geeigneten Küstenpunkten mit Hilfe von Registrier- 
apparaten das Gezeitenphänomen studiert werden, auch soll zu diesem Zweck 
die äußerst günstig mitten im Meer auf dem Schnitt Viesti—Lagostini gelegene 
Inselstation Pelagosa ausgebaut werden. 
Es ist also ein großartiges Unternehmen, das in Venedig beschlossen ist, 
dem man nur einen vollen Erfolg wünschen kann. Lütgens. 
Periodische und unperiodische Temperaturschwankungen 
der Benguela-Strömung. 
Von E. Engeler, 
‘Hierzu Tafel 41 bis 44.) 
IL. Teil. 
Unperiodische Temperaturschwankungen. 
Der Temperaturgang der Benguela-Strömung in den Jahren 1891 bis 1898. 
Spielt sich nun der im vorigen Teil dargestellte periodische Temperatur- 
gang in jedem Jahr gleichmäßig in derselben Weise ab, oder läßt sich vielleicht 
in ihm im Laufe verschiedener Jahre ein Element erkennen, das in dem einen 
Jahre den Wärmegang unter dem Mittel hält, in dem anderen ihn darüber hin- 
aus hebt? Zur Beantwortung dieser Frage ist natürlich die Kenntnis des 
Temperaturganges mehrerer aufeinanderfolgender Jahre in der Benguela-Strö- 
mung nötig. Es wurden zu dem Zwecke die Temperaturverhältnisse der Jahre 
1891 bis 1898 zur Darstellung gebracht, und zwar sind nicht, wie früher schon 
erwähnt, die beobachteten Temperaturverhältnisse angegeben, sondern ihr Ver- 
hältnis zu den normalen, Für jeden Monat der Jahre wurde die Abweichung 
der Temperatur vom Normalmittel bestimmt und festgestellt, ob sich das Meeres- 
gebiet als zu kalt oder zu warm erwies, und zwar wurde eine positive Anomalie 
durch das Zeichen -+, eine negative durch — bezeichnet. Die wirklichen Tempe- 
raturwerte ergeben sich dann leicht wieder durch Hinzufügen der Abweichung 
zum Normalwert, 
Es erwiesen sich!) die vorliegenden Karten der Oberflächentemperatur 
als für unsere Zwecke unbrauchbar; es galt andere Normalkarten zu erhalten, 
deren Gewinnung früher erläutert worden ist. Mit ihrer Hilfe wurden 
Isanomalenkarten gezeichnet, die ich für die Monate Februar, Mai, August, No- 
vember aller acht Jahre angefügt habe (s. Tafel 41). Sie geben uns den Verlauf des 
Wärmeganges im südlichen Teil der Strömung und in der Westwindtrift. 
An der Hand dieser Karten soll derselbe kurz dargestellt werden, wobei für 
Einzelheiten immer wieder auf diese selbst verwiesen wird. Bei dieser Dar- 
stellung wurden auch die für die anderen Monate gezeichneten, aber nicht an- 
geführten Isanomalenkarten berücksichtigt. 
1891. Das Jahr erweist sich, besonders westlich von 10° O, als ziemlich 
normal; in den letzten Monaten macht sich im Bereich der Benguela-Strömung 
ein entschiedenes Vorherrschen positiver Anomalien bemerkbar. 
1892. Während westlich und östlich von einem Streifen zwischen 5° und 
15° 0 vorwiegend normale Verhältnisse angetroffen werden, die allerdings 
stellenweise in eine positive Anomalie übergehen, erscheint innerhalb desselben 
im Februar eine zuerst noch schwach entwickelte negative Anomalie, die sich im 
Laufe des Jahres immer mehr vertieft und ausbreitet, 
1893. Der Anfang des Jahres wird noch von der Depression des Vor- 
jahres beherrscht, die bis April anhält, dann aber verschwindet und einer posi- 
{_ 
) Vel. S. 479.
	        
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