Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1910.
Schiff Nr.
XVII
XVII
Kurs
NW
WSW
zWw
SW
WSW
WzN
Datum
4. II. 10
9. I.
16. IL
15. XII 09
28. XI
30. XIL
4, I. 10
& I. 10
19. 1.
9. IH. 10
23. IL.
22. Il 310
23. 1.
1. IL 10
9. IL
3. I. 10
5. 1.
Tageszeit
Sichtigkeit
1.5 Sm
18
15
Ilar
sichtig
sichtig
sichtig
Nebel 0.7 Sm
sichtig
sichtig
Nebel 0.6 Sm
Deviation
— 1.09
— 0.5
0.9
x 3°C
25
—2,8
1.5
4.50
_09
04°
22
0,57
2,2
—0,3°
10
2.0°
1.7
Luftbahnen am Erdboden und in der freien Atmosphäre.
Die eingehende Untersuchung einzelner ausgewählter Stürme, Gewitter
oder Böen auf ihre Mechanik, die sich auch in Deutschland bereits sehr erfolg-
reich gezeigt hat, ist jetzt in England lebhaft im Gange. Dabei wird neben
andern eine Methode ausgiebig angewandt, die in Deutschland, meines Wissens,
noch nicht durchgeführt worden ist: die Konstruktion von Trajektorien der Luft
in wandernden Depressionen. Der Gedankengang, um den es sich handelt, ist
schon in den »Wissenschaftlichen Ergebnissen aus den Monatlichen Übersichten
der Witterung, Jahrgang I und II« entwickelt, die im Bande 1877 jener Über-
sichten von der Deutschen Seewarte herausgegeben ist. Die Abhandlung ist von
mir im Winter 1878/79 ausgearbeitet; ich glaube, daß die folgenden Worte den
Gedankengang unserer englischen Kollegen richtig darstellen, obwohl sie ihnen
wahrscheinlich unbekannt geblieben sind. Es heißt da auf S. 7 mit Bezug auf
vier Fälle außerordentlich rascher Fortpflanzung von Depressionen:
»Da die Bewegung der Luft an der rechten Seite der Bahn auch im
Maximum ihrer Geschwindigkeit die mit derselben annähernd parallele Bewegung
des Wirbelzentrums nicht um Vieles übertrifft oder sogar hinter derselben zurück-
bleibt, so .. müssen .. die wirklichen Bewegungen der Luftteilchen von dem Bilde
des spiralig einströmenden Wirbels, welches doch auch diese rapid fortschreiten-
den Depressionen in jedem Momente geben, aufs tiefgehendste abweichen; im
allgemeinen müssen diese Wege der Luftteilchen auf der rechten Seite der Bahn
zu der letzteren konvex sein, auf der linken viel stärker konkav, als der augen-
blickliche Zustand dies zeigt; in der Nähe der Bahn werden schleifenartige Be-
wegungen stattfinden, jedoch müssen alle diese Bewegungen verhältnismäßig
kurz sein, weil durch das rasche Fortschreiten der Depression die Luftteilchen
bald ihrem Einflusse entrückt werden. Ist die Windgeschwindigkeit auf der
rechten Seite der Bahn wenigstens in einer gewissen Entfernung vom Minimum
größer als die fortschreitende Geschwindigkeit des letzteren, in anderen Ent-
fernungen von demselben aber geringer als diese, so wird für gewisse Abstände
vom Wirbelzentrum und eine gewisse, durch die Neigung der Winde zu den
Isobaren bestimmte Stzlle im Südwestquadranten des Wirbels die Richtung und
Geschwindigkeit der Bewegung der Luft mit jener des Wirbelzentrums gleich