524
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1910.
Auf den Schiffen Nr. V bis XII und XIV zeigen die zeitlich nahe zu-
sammenliegenden Beobachtungen (z. B. Nr. V 15. XL und 18. XI. 1909, Nr. VI 24.11.
1910) keinen Unterschied, der die Beobachtungsfehlergrenze übersteigt.
Auf Nr. XHI lassen die auf fünf westlichen Kursen am 5. X. und 8, XT. 1909
beobachteten Deviationen einen größeren Unterschied erkennen. Er entspricht
einer Koeffizientenänderung von A um —1.5°%, B um +0.2°, C um —1.6°.
Es wurde beobachtet:
Kurs
WSW
WzS
W
WNW
NVWZW
I Dervi atio n nn
am 5. X. 09 | am 8, XI. 09
Nebel 0.1 Sm Sichtweite
—2,9°
— 52
5
klar
— 1,89
—2.0
—23
—2.0
— 1.09
S
Daß aber auch diese Änderung nicht der verschiedenen Luftbeschaffenheit
an beiden Tagen zugeschrieben werden kann, zeigen die beiden Beobachtungen
vom 8, XI. auf WNW-Kurs, die bei sehr verschiedener Sichtigkeit innerhalb der
Fehlergrenzen identisch sind.
Auf Nr, XV ist die Peilkompaßdeviation ziemlich stark veränderlich ge-
wesen, Aber auch hier sind die Veränderungen unabhängig von der Luft-
sichtigkeit. Es zeigen z. B. die Beobachtungen auf Ostkurs vom 24, XI. und
9, XII. 1.6° Unterschied bei verschiedener Sichtigkeit; die Deviation am 4. II 1910
in gleich dichtem Nebel unterscheidet sich aber von der anderen im Nebel beob-
achteten um 2.4°, von derjenigen bei sichtigem Wetter aber nur um 0.8°. Auf
Kurs SOzO am 27. X. und 9. XII. 1909 findet sich kein Unterschied trotz sehr
verschiedener Sichtigkeit. Dagegen sind die Deviationen auf SzU und SSW vom
9. XII. und 15. XII. 1909 sehr verschieden. Der Grund liegt im Einfluß des am
15. XII. vorgenommenen Kaliberschießens. Größere Unterschiede zeigen die
Deviationen im Nebel am 9. XII. gegen diejenigen bei klarem Wetter im November:
Kırs
Dzi
9
0S0O
SOzS
SsSo
Ss
SzW
SSW
SW
Mittel A
Deviation Deviation |
am 9. XII. 09 im November
2
-
a8
X
X
3
}
5
— 0,9
13
—1.0
—13
—21
—2.0
— 18
a
—0 x
—03
—0.7
01
Differenz
ELAC
5
7
n
3
17
1.3
12
16°
Differenz — A
1C
v
C
—(
{j
Die Zusammenstellung läßt aber erkennen, daß dieser bis zu 1.8° gehende
Unterschied lediglich eine konstante Deviation A = 1.6° darstellt, während von
einer halbkreisförmigen Deviation, wie sie allein durch elektrische Ströme hervor-
gerufen werden könnte, keine Spur vorhanden ist,
Auf Nr. XVYVI konnten, abgesehen vom Quadranten NO bis SO, auf allen
Strichen paarweise Beobachtungen gemacht werden, die kaum um je 24 Stunden
auseinanderliegen und bei sehr verschiedener Luftsichtigkeit angestellt sind. Die
Deviationsdifferenzen bleiben fast ausnahmslos unter 1°, meistens unter 0.5°.
(Als Beispiel sind die Beobachtungen auf NzO und NWzN angegeben.) Die über
1° hinausgehenden Änderungen (Kurs NNW und S) sind gerade bei gleichem
Wetter aufgetreten.
Ebenso bleiben auf Nr. XVII die Differenzen bei Nebel und sichtiger Luft
fast immer kleiner als 1°. Der erößte Unterschied überhaupt betrug 1.9° zwischen