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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Kleinere Mitteilungen, 
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Schiffsrouten vorgenommen, Die Lage dieser Stationen zeigt‘ die hier . bei- 
gegebene Karte (Taf. 40). Die Stärke der Strömung wurde mit einem elektrisch 
registrierenden Strommesser bestimmt und zwar in der gleichbleibenden Tiefe 
von 5! m (3 Faden), Die Richtung wurde mit einem (nachts erleuchteten) 
Schwimmer festgestellt, der so belastet war, daß er ganz unter der Wasserfläche 
lag und somit der Einwirkung des Windes entzogen war. Diese Messungen 
wurden fortlaufend jede halbe Stunde ausgeführt. Die Zeiträume, während deren 
an jeder einzelnen der 19 Stationen gearbeitet. wurde, sind in einer Tabelle 
jener Veröffentlichung zusammengestellt. Nach Möglichkeit ist jeder Punkt in 
mehreren getrennten Zeitabschnitten und zwar zu verschiedenen Phasenzeiten 
des Mondes besucht, um deren Einfluß zu erkennen, 
Im Gegensatz zum Bereich des Golfs von St. Lorenz mit schwachen und 
leicht vom Wind gestörten Strömungen sind im vorliegenden Küstengebiet die 
Strömungen stark, ständig und tiefreichend, Überall ist der Strom bis in 55 m 
(30 Faden) Tiefe fast genau so stark wie an der Oberfläche und kentert auch 
zur nämlichen Zeit. 
Weder in der Bewegung selbst noch in der Temperatur ist eine vor- 
herrschende Richtung zu erkennen, die Strömungen haben vielmehr durchaus 
Gezeitencharakter, d. h. zur Ebb- und Fluttide entgegengesetzte Richtung. Diese 
Richtungen sowie die Stärken (in Knoten) sind für jede Station auf der Karte 
(Taf. 40) eingetragen. An den mehr küstenfernen Punkten variiert der Strom 
beim Kentern stärker und kehrt seine Richtung nicht so plötzlich um. 
Bemerkenswert ist, daß die Strömungsverhältnisse einen sehr gleichförmigen 
und konstanten Charakter an einem und demselben Punkte haben, dagegen sehr 
verschieden sein können an zwei auch nur wenig voneinander entfernten Stellen, 
und zwar verschieden in der Stärke und in der Zeit des Stillwassers, weniger 
in der Richtung. Kanäle z. B.- können zwischen dem Zentrum und den Seiten 
einen Unterschied von einer Stunde in der Eintrittszeit des Stillwassers aufweisen. 
Der Mondabstand (Perigäum—Apogäum). ändert die Stromstärke ‘ebenso 
sehr wie die Mondphasen (von Spring- zu Nipptide). Da nun in ganz ent- 
sprechender Weise der Tidenhub beeinflußt wird, so bleibt die Stromstärke bei 
Flut wie Ebbe durchweg proportional dem Steigen und Fallen der Tide von 
St. Johns. 
Mit dieser Tide nämlich korrespondieren die Gezeitenerscheinungen in dem 
ganzen betrachteten Meeresbereich, und erst jenseits von Kap Sable stehen sie 
der Tide von Halifax näher. Die Geschwindigkeitsänderung. ist deshalb in den 
vorliegenden stündlichen Gezeitentafeln angegeben für den mittleren Tidenhub 
von 21 Fuß bei St. Johns, (Die Angaben variieren also entsprechend zwischen 
Spring- und Nipptide.) Sie sind auf hundertstel Knoten berechnet, Die Richtungs- 
angaben sind durchweg magnetisch zu verstehen, die Mißweisung beträgt 18°W. 
Außer diesen Tafeln, welche die Strömung für jede der sechs Stunden 
vor und nach dem Hochwasser von St. Johns enthalten, ist eine Tabelle gegeben, 
welche die Zeit des Stillwassers vor oder nach dem Hoch- und Niedrigwasser 
von St. Johns bezeichnet, und zwar ebenfalls für jede der 19 Stationen. Mit 
Hilfe dieser Tabelle kann man also die Zeit des Stromkenterns aus den Gezeiten- 
tafeln von St. Johns ableiten. L. Meckine. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
W. Bell Dawson: Tide Tables for the Eastern Coasts of Canada for the 
year 1909. Ottawa 1908. 
Das von der kanadischen »Tidal and Current Survey« herausgegebene Heftchen umfaßt den 
Bereich des St. Lorenz-Golfes, der Northumberland- und Cabot-Straße, der Fundy-Bai und der atlan- 
tischen Küste. . 
Es enthält Gezeitentafeln, welche die Eintrittszeit und die Höhe von Hoch- und Niedrigwasser 
für jeden Tag des Jahres angeben, und zwar zunächst von folgenden Hauptpunkten: Quebec, Father
	        
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