514 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1910.
nach Ankunft in jeder Menge zu haben. Es werden gewöhnlich 830000 Tons
auf Lager gehalten. Die Kohlenübernahme geschieht auf der Reede aus
Hulken mit deren Dampfwinden und Arbeitsleuten vom Lande, oder sie werden
mit Körben aus Leichtern mittelst Schiffswinden übergehievt. Die Übernahme
geht bei gutem Wetter ziemlich schnell, und es werden gewöhnlich 25 Tons von
jedem Gang in der Stunde übergenommen, Bei stürmischem Wetter jedoch und
bei westlicher Dünung geht bei der Übernahme oft viel Zeit verloren. Im Hafen
von Port Adelaide können Kohlen auch von den Landungsbrücken genommen
werden. Der Preis der Kohlen beträgt ungefähr 22 sh per Tons, Frischer
und Dauerproviant ist stets zu annehmbaren Preisen zu haben, Trink-
wasser wird nach der Reede von einem Wasserboote gebracht; es kostet 5 4
per Tons von 250 Gallonen; bei Abnahme von über 50 Tons wird 4. per Tons
berechnet. (Nach Kapt. C. Dewers kostet das Wasser auf der Reede 3.50 X
per cbm.) Das Wasser ist gut. Im Außenhafen und in Port Adelaide kann man
zum Preise von 3 sh per 1000 Gallonen Trinkwasser von den Leitungen ent-
nehmen, die längs der Landungsbrücken gelegt sind. Andere Schiffs-
ausrüstung ist gewöhnlich den Bedürfnissen entsprechend zu mittelmäßigen
Preisen genügend zu erhalten. Sandballast ist zu haben und kostet 3 sh
per Tons. I
Auskunft für den Schiffsverkehr. Deutsches Konsulat befindet sich in
Adelaide, der Hauptstadt von Südaustralien, Agent des Germanischen Lloyd,
des Norddeutschen Lloyd und der Deutsch-Australischen Dampfschiffs-Gesell-
schaft ist die deutsche Firma H. Muecke & Co.; dieselbe ist auch Schiffs-
makler. Mehrere See-Assekuranz-Gesellschaften sind am Orte vertreten;
5 Bankgeschäfte sind vorhanden. Schiffshändler sind nur englische am
Orte. Das Hafenamt, Marine Board, das Hafenpolizeiamt, das Zollamt
und das Lotsenamt haben ihren Sitz in Port Adelaide; letzteres hat auch eine
Nebenstelle an der Semaphor-Signalstation. Ein großes öffentliches Kranken-
haus ist in der Hauptstadt Adelaide, Ein Seemannsheim ist in Port Adelaide,
Mannschaftsentweichungen kommen öfter vor. Deutsche Matrosen und Heizer
sind nur selten anzuheuern, Die durchschnittliche Heuer beträgt 80 bis 120
im Monat,
Zeitball. Siehe Leuchtfeuer aller Meere 1909, Heft VII, 5.266. Deviations-
bestimmung. Im Nordarm sind 5 Verholtonnen auf 4,6 m Wasser bei Niedrig-
wasser ausgelegt, an denen Schiffe zwecks Kompensation des Kompasses schwaien
können, Eine geeignete Persönlichkeit zur Ausführung der Kompensation wird
auf Wunsch vom Marine Board zur Verfügung gestellt. Seekarten und
nautische Bücher sind zu kaufen. Chronometer werden durch das Hafen-
amt reguliert, andere Instrumente durch Privatfirmen.
Kleinere Mitteilungen.
Stündliche Strömungstafeln von der Fundy-Bai. (Hierzu Tafel 40.) Die
in jedem Sommer in den kanadischen Gewässern tätige »Tidal and Current
Survey« hatte schon im Jahre 1904 sich der Fundy-Bai zugewendet!) und dann
im Sommer 1907 von neuem. Auf Grund dieser doppelten von Juni bis Sep-
tember gewonnenen Beobachtungsreihen hat im vorigen Jahre das »Department
of Marine and Fisheries« Gezeitentafeln veröffentlicht für die speziell dem
Dampferverkehr wichtige Gegend der Fundy-Bai und des Küstensaums von Nova
Scotia bis um Kap Sable.*)
Die Messungen wurden unter Leitung von Dr. W. Bell Dawson von einem
verankerten Dampfer aus an sorgfältig ausgewählten Stationen in der Nähe der
!) Vgl.: G. Schott, »Ann. d. Hydr. usw.« 1900, S. 181 bis 156 und L. Mecking, »Ann,
d. Hydr. usw.« 1905, 8. 454 bis 457.
2) W. Bell Dawson, Tables of hourly direction and velocity of the currents and time of
slackwater in the Bay of Fundy and its aproaches as far as Cape Sable. Ottawa 1908, S. 15.