accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Port Adelaide. 
505 
etwa mw. NO1/,N peilt. Manche Schiffe ankern auch noch etwas weiter draußen, 
Für kleine Schiffe sind die besten Ankerplätze nordnordwestlich vom: äußeren 
Ende der Semaphor-Landungsbrücke, 3/, Sm und 1!/, Sm davon entfernt. Auf 
ersterem Ankerplatz findet man 5.9 m, auf letzterem 4.3 bis 4.8 m Wasser. 
Ankerverbot. In neuerer Zeit ist von dem Leuchtturme auf der Wonga- 
Untiefe nach der. Semaphor-Landungsbrücke ein Telephonkabel gelegt worden, 
In der Nähe der Verbindungslinie des Leuchtturmes auf der Wonga-Untiefe mit 
dem Leuchtturme auf dem Ende der Semaphor-Landungsbrücke darf nicht ge- 
ankert werden. 
Gezeiten... Die Hafenzeit für die Semaphor-Landungsbrücke ist 4% 40 min; 
die Hochwasserhöhe bei Springtide beträgt 2.2 m, bei Nipptide 1.2 m. In den 
Sommermonaten ist bei Springtide die Morgentide höher als die Nachmittags- 
tide, bei Nipptide dagegen die Morgentide niedriger als die Nachmittagstide; in 
den Wintermonaten ist das Umgekehrte der Fall. Bei westlichen Winden ist der 
allgemeine Wasserstand 0.6 bis 0.9 m höher, bei östlichen Winden 0.5 m tiefer 
als unter gewöhnlichen Verhältnissen. Bei Nipptide sind die Gezeiten sehr un- 
regelmäßig. Auch fünf Tage vor Voll- und Neumond treten die Gezeiten nicht 
regelmäßig auf; Fallen und Steigen ist zu dieser Zeit nur sehr gering, und das erste 
wirkliche Hochwasser tritt gewöhnlich zwischen 1 und 2 Uhr des folgenden Morgens 
auf. Hernach nehmen die Gezeiten wieder regelmäßigen Verlauf bis zur Spring- 
tide. Diese eigentümliche Gezeitenerscheinung wird sowohl im St. Vincent- als 
auch im Spencer-Golf beobachtet. Bei der Semaphor-Landungsbrücke und beim 
alten Leuchtturme von Port Adelaide tritt das Hochwasser gleichzeitig ein, 
während es in Port Adelaide durchschnittlich 45 Minuten später eintritt. Bei 
südöstlichen Winden tritt es bei der Semaphor-Landungsbrücke aber nur 30 Minuten, 
bei starken nordwestlichen Winden dagegen 90 Minuten eher ein als in Port 
Adelaide, Bei der Jervois-Brücke ist die Hafenzeit 5h 25mirn, die Hochwasserhöhe 
bei Springtide 2.4 m, bei Nipptide 1.4 m. 
Gezeitenströme. Zwischen der Wonga-Untiefe und dem alten Leucht- 
turme von Port Adelaide kentert der Strom etwa 1 Stunde vor Hochwasser nach 
Süden, etwa eine Stunde vor Niedrigwasser nach Norden, während er innerhalb 
des Leuchtturmes im Flusse bis nach Port Adelaide hinauf bei Hoch- und Niedrig- 
wasser kentert. Den stärksten Strom findet man zwischen dem Leuchtturme und 
der Snapper-Huk, doch übersteigt er selten 2 Sm Geschwindigkeit in der Stunde, 
Starker Strom setzt auch in und aus dem Nord-Arm. Zwischen diesem und der 
Jervois-Brücke erreicht seine Geschwindigkeit selten mehr als 1 Sm in der Stunde. 
In der Backstairs-Durchfahrt sind die Gezeitenströme sehr stark und 
manchmal auch unregelmäßig, weshalb denselben große Aufmerksamkeit geschenkt 
werden muß. Für Segelschiffe insbesondere werden sie zeitweise recht unange- 
nehm und halten dieselben oft tagelang auf. In der Südeinfahrt der Durchfahrt 
reicht der Einfluß der Tide nicht weit über Kap Willoughby hinaus, wo der 
Strom bei Flut nach Osten, bei Ebbe nach Westen parallel zur Küste setzt. In 
der Encounter-Bucht und vor der Mündung des Murray-Flusses setzt der Strom 
bei Flut nach NW; es ist daher anzunehmen, daß dieser mit dem südlich vom 
Kap Willoughby nach Osten setzenden Strom in der Nähe der Pages-Inseln zu- 
sammentrifft. Die Geschwindigkeit des Stromes in der Durchfahrt wird im all. 
gemeinen zu 21, Sm in der Stunde angenommen. Sie ist aber ganz von der 
Richtung und Stärke des herrschenden Windes abhängig, und es wird gesagt, 
daß sie manchmal 4 Sm in der Stunde überschreitet. 
Gezeitensignale. Folgende Signale werden von der Semaphor-Lotsen- 
station aus gezeigt und geben den Wasserstand über oder unter Kartennullpunkt 
im Fahrwasser des Port Adelaide-Flusses an. Alle Signale, die unter einem im 
Topp des Mastes gehißten trommelförmigen Körper gezeigt werden, müssen von 
den in die Karte eingetragenen Wassertiefen abgezogen, alle anderen Signale dazu- 
gezählt werden. Es bedeutet: 
Ann. d Hyrdr. usw... 1910. Heft 
FF
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.