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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Port Adelaide, 
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Signalstellen. Bei der Semaphor-Landungsbrücke ist eine Signalstation 
errichtet, die an das australianische Telegraphennetz angeschlossen ist; Schiffe 
können mit Hilfe der internationalen Signale mit der Station verkehren. Von 
der Station werden auch an zwei Flaggenstangen mit Signalen. die geringsten 
Wassertiefen des ausgebaggerten Fahrwassers im Flusse angezeigt und die An- 
kunft von Schiffen gemeldet. . 
Lotsenwesen. Die Lotsen, Regierungsbeamte mit festem Gehalt, kommen 
auf einem Motorboot, das bei Tage eine weiß und rot horizontal gestreifte Flagge 
führt, bei Nacht ein Flackerfeuer zeigt, Schiffen, die das Lotsensignal zeigen, bis 
2 Sm südwestlich von der Semaphor-Landungsbrücke entgegen. Die Lotsenstation 
befindet sich bei der Semaphor-Landungsbrücke, von wo auch nachts scharf nach 
etwa ankommenden Schiffen Ausguck gehalten wird. Bei Nacht beantwortet die 
Station das Lotsensignal ankommender Schiffe durch Abbrennen eines Blaufeuers, 
bei Tage durch Hissen einer rot und weißen Flagge. Es herrscht Lotsenzwang 
für den Außen- und Innenhafen wie im Hafen selbst für alle nicht in Australien 
beheimateten Schiffe, jedoch nicht für die Reede. Das Lotsengeld beträgt je 
nach der Größe des Schiffes für Dampfer oder Segelschiffe im Tau von See nach 
dem Außenhafen oder umgekehrt bis zu 6 £, nach dem Innenhafen oder umge- 
kehrt bis zu 9£. Für Verholen im Hafen ist eine besondere Taxe festgesetzt, 
Sie beträgt für jede Bewegung des Schiffes im Hafen: für Schiffe unter 500 R-T. 
Größe 1 £, für Schiffe von 500 bis 1000 R-T. 1 £ 10 sh, für Schiffe von mehr 
als 1000 R-T. Größe 2 £, Für -das Lotsen von See nach der Reede oder von der 
Reede nach See müssen nach Kapt. H. Timm für Schiffe von 500 bis 1000 R-T. 
Größe 3 £, für solche über 1000 R-T, Größe 4 £ bezahlt werden. . 
Schleppdampfer, Mehrere kräftige Schlepper sind vorhanden, Für Segel- 
schiffe, die nach dem Außen- oder Innenhafen wollen, ist Schlepperhilfe notwen- 
dig, für größere Dampfer empfehlenswert. Nach Kapt. F. Eggert ist Schlepper- 
hilfe auch für Dampfer, die zur Stadt hinauffahren, notwendig, da das Fahr- 
wasser sehr eng ist und starke Biegungen hat. Die Schlepper haben feste Taxe; 
sie beträgt von der Reede nach dem Innenhafen für Segelschiffe bis zu 200 R-T. 
netto 5 £, für jede Tonne darüber 7 d; von dem Innenhafen nach der Reede ist 
die gleiche Taxe zu bezahlen. Wird der Dampfer gleich für beide Wege an- 
genommen, so müssen für jeden Weg 5 £ für die ersten 200 R-T. netto und 5 d für 
jede weitere Tonne bezahlt werden. Dampfer bezahlen für Schlepperhilfe ein- 
oder auslaufend 10 £, ein- und auslaufend zusammen 15 £. Kapt. F. Eggert 
bezahlte für. das Drehen seines Dampfers im Hafen mit Schlepperhilfe 4 £. 
Rettungswesen, Rettungsboot ist in Port Adelaide vorhanden, das, wenn 
nötig, zur Hilfeleistung durch einen Dampfer nach irgend einem Punkte der 
Küste geschickt werden kann. Bergungsdampfer, Hebezeug, Taucher und 
Pumpen sind am Orte, Sturmsignale werden an einer Flaggenstange westlich 
von der Zeitsignalstation bei der Semaphor-Landungsbrücke gezeigt. Sie werden 
bei Tage mittels eines roten Balles über blauer gezackter Flagge, bei Nacht 
mittels Lichter gegeben. ; 
Quarantäne. Bei Ankunft eines Schiffes auf der Reede kommt der Arzt 
an Bord und untersucht Passagiere und Mannschaft auf den Gesundheitszustand. 
Er erteilt nur dann Erlaubnis, in den Hafen einzulaufen, wenn keine ansteckenden 
Krankheiten an Bord sind. Der Arzt kommt nur am Tage in der Zeit von 6h V 
bis 6h N an Bord, nachts findet keine Visite statt, und müssen zu der Zeit an- 
kommende Schiffe solange zu Anker gehen, Gesundheitspaß wird stets ver- 
langt. Eine Quarantänestation liegt etwa 4 Sm nördlich vom innern Hafen 
auf der Torrens-Insel am rechten Ufer des Port Adelaide-Flusses. Die Station 
besteht aus mehreren Häusern und ist gut eingerichtet, Etwaige nach der 
Station gebrachte Passagiere oder Mannschaften werden auf Schiffskosten unter- 
halten und verpflegt. Auch für die Unterbringung fremden Viehes, das stets 
bestimmte Zeit in Quarantäne zubringen muß, sind Räumlichkeiten vorhanden. 
In Quarantäne gelegte Schiffe werden in den Nord-Arm geholt, der südlich von 
der Torrens-Insel vom Port Adelaide-Flusse abzweigt. Mit Passagieren nach 
Port Adelaide bestimmte Schiffe tun gut, beim Passieren der Signalstation auf
	        
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