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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Port Adelaide. 
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als günstig sind. Unter solchen Umständen. tun Schiffe besser, den Ankerplatz 
im Macdonell-Sund (siehe Edithbourgh) an der Westseite des Golfes aufzusuchen 
und dort auf bessere Gelegenheit zu warten. 
Wollen nach Osten bestimmte Schiffe, nachdem sie in der Nähe von Kap 
Jervis angelangt sind, durch die Backstairs-Durchfahrt segeln, so ist es am besten, 
so dicht wie Wind und Wetter es erlauben an das Kap heranzulaufen, um den 
nach Westen setzenden Strom aus der Backstairs-Durchfahrt zu meiden. Müssen 
sie dann in der Durchfahrt gegen südliche Winde aufkreuzen, so empfichlt es 
sich, da sie mit dem günstigen Strom einer Tide nicht durch die. Durchfahrt 
gelangen können, während des nach Norden setzenden Stromes in der Antechamber- 
Bucht an der Ostseite der Macdonnel-Halbinsel zu ankern, 
Im Nachstehenden mögen noch einige Berichte von Kommandanten S.M. 
Schiffe und Kapitänen der Handelsflotte über das Ein- und Auslaufen angeführt 
werden. K-Kapt. Karcher schreibt: »Die im Segelhandbuch gemachten An- 
weisungen, die Investigator-Straße recht von Westen anzusteuern,. dürften im 
allgemeinen richtig sein, da sowohl nordwestlich, wie südlich von der Känguruh- 
Insel niedrige und gefährliche Klippen liegen. Auch ich hielt, da ich nach vor- 
hergegangenen steifen Südwestwinden unter der Küste Südost- bzw. Ostwinde 
erwarten mußte vom 5, Februar nachmittags an direkt auf die Südwestecke der 
Känguruh-Insel zu, um den Eingang der Straße möglichst sicher zu erreichen. 
Trotzdem bekamen wir am 6, Februar mittags infolge nördlicher Versetzung und 
weil der Wind schralte zu der erwarteten Zeit zuerst die Neptune-Inseln nördlich 
vom Eingange der Straße in Sicht. Der Wind war inzwischen nach SO und 0SO 
gedreht und bedeutend aufgefrischt, so daß die Segel gerefft werden und wir 
durch die Straße kreuzen mußten. Das Fahrwasser ist namentlich an der Nord- 
seite der Känguruh-Insel frei von Hindernissen und die Leuchtfeuer, besonders 
das auf der Althorpe-Insel, gewähren sehr guten Anhalt, so daß das Kreuzen bei 
Nacht keine Schwierigkeiten bietet. Eine Schwierigkeit für die Navigierung, die 
sich auch uns unangenehm bemerkbar gemacht hat, ist der manchmal auftretende 
starke Rauch, der durch den Brand großer Strecken Buschlandes entsteht und, 
von dem Winde nach See getrieben, zeitweise die Küste und selbst die Leucht- 
feuer den Blicken entzieht; er ist so stark, daß er auf etwa 15 Sm Entfernung 
durch den Geruch wahrgenommen werden konnte. Wir bemerkten denselben in 
der Nacht vom 6. zum 7. Februar und auch später am Tage; auf eingegangene 
Erkundigungen in Port Adelaide wurde mir gesagt, daß derartige Brände bei der 
gerade in der jetzigen Jahreszeit herrschenden außerordentlichen Hitze und Dürre 
durch Unvorsichtigkeit oder Zufall entstehen, häufig großen Umfang annehmen 
und einlaufenden Schiffen durch den Rauch oft große Unbequemlichkeiten be- 
reiten. So soll ein Postdampfer durch diesen Rauch fast volle 24 Stunden am 
Einlaufen in die Straße verhindert worden sein, Infolge der durch das Kreuzen 
hervorgerufenen Verzögerung (der Wind war am 7. Februar nachmittags bis auf 
Stärke 8 aufgefrischt) konnte die Reede von Port Adelaide am 7. Februar nicht 
mehr erreicht werden, und ich steuerte daher abends unter die Küste an der 
Ostseite des Golfes, die gegen Wind und See aus dieser Richtung einigen Schutz 
bietet, um den Tag abzuwarten. Am 8. Februar morgens wurde es stiller, und 
als gegen Tagesanbruch nach dem nördlichen Teil des Golfes abgehalten wurde, 
wurde es ganz still. S. M. S. »Carola« ankerte um 10h V auf 8 m Wasser auf 
der Reede von Port Adelaide«. 
Kapt. O0. Kampehl berichtet: »Je mehr man sich dem Eingange zur 
Investigator-Straße nähert, desto stärker wird die nördliche Strömung. Ich hatte 
am 20. Januar mittags gute astronomische Beobachtung zur Breitenbestimmung, 
nach der Kap Borda, nachdem mw. O 76 Sm zurückgelegt waren, in mw. ON01/,0 
in. Sicht kommen mußte; statt dessen aber erblickten wir um 11% N das Feuer in 
mw. SOz08/,0. Der Strom hatte uns demnach in 11 Stunden 22 Sm nach Nord 
versetzt. Vielleicht hatte die hohe südliche Dünung mit.zu der Versetzung bei- 
getragen. Immerhin scheint es mir das Vorteilhafteste zu sein, zum Ansegeln 
des Landes den Parallel von 36° S-Br. zu wählen, denn auf diese Weise ist man 
vegen die nachteiligen Folgen einer nördlichen Versetzung gesichert, und im
	        
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