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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Port Adelaide. 
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Kommt man näher nach Port Adelaide, so ist häufiger Gebrauch des Lotes not- 
wendig, und ist es Schiffen nicht zu empfehlen, innerhalb der 11 m-Grenze zu 
laufen, da die Wassertiefen innerhalb derselben plötzlich abnehmen. Im übrigen 
kann man jedoch auch, nachdem man das hohe Küstenland achteraus hat, in 
4 Sm Abstand von der Küste und innerhalb 10 Sm Abstand von Port Adelaide 
an manchen Stellen 9 m Wasser antreffen. Beim Ansteuern des Ankerplatzes auf 
der Außenreede meide man das Wrack des Schiffes »Norma«, daß 11/, Sm west- 
lich vom Leuchtturm auf der Wonga-Untiefe liegt und durch zwei Leuchttonnen, 
die nachts ein grünes Festfeuer zeigen, gekennzeichnet ist. Beim Ansteuern des 
Semaphore-Ankerplatzes müssen tiefgehende Schiffe außerdem, um die 7.3 m-Stelle 
zu meiden, die rw, 332° (mw. NWZzN), 12 Kblg vom Leuchtturm auf der Wonga- 
Untiefe liegt, und in deren Nähe die Wassertiefe um etwa 0.15 m (6”) abgenommen 
hat, den alten Leuchtturm von Port Adelaide in etwas Östlichere, als rw. 62° 
{mw. NOzO)-Peilung bringen und mit dieser Peilung als Kurs so lange weiter- 
steuern, bis der Zeitsignalturm mit dem Wasserturm in rw. 143° (mw. SO!/,S) 
in Linie peilt; dann erst sollen sie nach dem Ankerplatz halten. Von Süden 
kommende, weniger tiefgehende Schiffe können auch direkt nach diesem Anker- 
platze steuern, müssen aber ihrem Tiefgang entsprechenden Abstand von dem 
Leuchtturm auf der Wonga-Untiefe halten. Bei Nacht bringe man das Feuer an 
der Einfahrt zu Port Adelaide in etwas östlichere Peilung als rw. 62° (mw. NO0OzO) 
und steuere mit dieser Peilung als Kurs, bis die Richtfeuer am inneren Ende 
der Semaphore-Landungsbrücke in rw. 143° (mw. S0'/,S) in Linie kommen, Dann 
steuere man auf dieser Peilung nach dem Ankerplatz und ankere den Umständen 
entsprechend. Schiffe von geringerem Tiefgang können nach dem Ankerplatze 
steuern, sobald sie das Feuer auf der Wonga-Untiefe passiert haben. 
Von der Baß-Straße kommende Dampfer oder Segelschiffe mit günstigem 
Winde sollten nach Passieren von Kap Otway bei gutem Wetter ‚so steuern, daß 
sie 5 Sm südlich vom Kap Nelson und 10 Sm südwestlich vom Kap Northumber- 
land und Kap Banks passieren. Dann sollten sie den Kurs auf Kap Willoughby 
am Ostende der Känguruh-Insel setzen, Auf diesem Wege ist aber stets mit auf- 
landiger Versetzung zu rechnen, die bei südlichen und westlichen Winden 
zwischen Kap Otway und Kap Willoughby manchmal 1 Sm Geschwindigkeit in 
der Stunde erreichen kann, Es wird daher empfohlen, bei solcher Gelegenheit 
noch etwas ‚weiter von der Küste abzubleiben als bei gutem Wetter, Sollten 
Schiffe aus irgend welchen Umständen den eben angeführten Weg nicht ein- 
halten können, so sind folgende Anweisungen beim Entlanglaufen an der Küste 
noch zu berücksichtigen. Steuert man bei Nacht Kap Nelson an und sieht 
innerhalb des weißen Feuerkreises ein rotes Feuer, so ändere man sofort. den 
Kurs nach See zu und behalte ihn so lange bei, bis man aus dem Feuerkreise 
des roten Feuers hinaus ist. Dieses Feuer ist nämlich bei mehr ‚als 4.3 m 
Augeshöhe nur auf 3 Sm Entfernung von ihm auszumachen und dient als Warnung, 
nicht näher an die Küste heranzulaufen. Bei diesigem und unsichtigem Wetter 
sollten Schiffe überhaupt guten Abstand von dem Kap halten, da sie sich dann 
nicht darauf verlassen können, das rote Feuer in Sicht zu bekommen, Kommt 
beim Weiterlaufen nach Westen Kap Northumberland-Feuer in Sicht, so. dürfen 
Schiffe dasselbe nicht westlicher als rw. 298° (mw. WNW) peilen und auch nicht 
mit dieser Peilung als Kurs weiterlaufen, sondern müssen südlicher steuern, um 
die sich Östlich vom Kap hinziehenden Riffe in gutem Abstande zu passieren. 
Die Strecke vom Kap Northumberland bis zum Kap Martin ist dann namentlich 
von Segelschiffen mit großer Vorsicht zu befahren, und sie sollten so weit wie 
möglich von der Küste entfernt bleiben. Bei den hier vorherrschenden südwest- 
lichen Winden setzt nämlich beständige Dünung auf die Küste zu, die infolge 
des unebenen Meeresbodens sehr unregelmäßige See erzeugt, so daß Schiffe, die, 
um von der Nähe der Küste abzukommen, Segel zu führen gezwungen werden, die 
Takelage ungewöhnlich stark abnutzen werden Bei schlechtem Wetter ist häufiges 
Loten unbedingt notwendig, denn es sind schon verschiedene Schiffe infolge Vernach- 
Jässigung des Lotens zwischen Kap Northumberland und Kap Martin gestrandet. 
Der Küste nördlich vom Kap Martin bis zur Guichen-Bucht komme man bei Nacht
	        
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