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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1910. 
18. März, also nach 6 Tagen, waren wir nach 35° S-Br. und 179° W-Lg. vorgerückt, 
wo dann eine günstigere Gelegenheit eintrat, die um so besser wurde, je weiter 
wir nach Süden kamen, Die größte Breite erreichten wir mit 49.2° S-Br. am 
1. April in 145.8° W-Lg. am 38. Tage der Reise, Bei fortgesetzt günstiger 
Gelegenheit kamen wir annähernd auf dem größten Kreise, ohne übrigens eine 
größere Windstärke als 9 gehabt zu haben, am 23, April nach Valparaiso. Reise- 
dauer 61 Tage, 
Zum Schluß kann ich noch sagen, daß ich froh war, als die Reise vollendet 
war, Als ich den Frachtvertrag erhielt, freute ich mich, aber durch die Auf- 
regung, die eine Fahrt in den tropischen Gewässern der Südsee mit sich bringt, 
und durch die andauernd heiße, schwüle Luft dort ist mir die Reise verleidet 
worden, Von den Deutschen in der Südsee bin ich freundlich aufgenommen worden. 
Port Adelaide. 
(Schluß.) 
Ansteuerung. Von Westen kommende Schiffe, die nach einem Hafen des 
Spencer- oder des St. Vincent-Golfes bestimmt sind, sollten nach Passieren von 
Kap Leeuwin, oder, vom Kap Hoffnung kommend, nachdem sie 90° O-Lg. über- 
schritten haben, ihren Kurs direkt auf Kap Borda setzen. Bei der Ansteuerung 
dieses Kaps ist aber große Vorsicht zu gebrauchen, namentlich bei nebligem 
Wetter oder starken Südsüdwestwinden mit Regen, wenn das Feuer von Kap Borda 
häufig nicht zu sehen ist; der Gebrauch des Lotes ist unter solchen Umständen 
geboten. Auch der starke Strom, der querab von Kap Borda bei Flut nordwärts 
nach dem Spencer-Golf zu setzt, ist bei der Ansteuerung wohl zu berücksichtigen, 
Segler sollten ferner, namentlich bei leichten Winden, nicht zu dicht an das Kap 
heranlaufen, weil sie dann leicht durch die Dünung zu nahe an die Küste hinan- 
gesetzt werden können, an der es bei westlichen Winden stark brandet. Hat 
man Kap Borda oder die Neptune-Inseln in Sicht, so können nach dem Golf von 
St. Vincent bestimmte Schiffe von einem Punkte 10 Sm nördlich vom Kap Borda- 
Leuchtturme mit rw. 73° (mw. ONO)-Kurs recht durch die Investigator-Straße 
steuern, wobei sie 8 Sm südlich von den Althorpe-Inseln und ebenso weit südlich 
vom Troubridge-Hügel und dem Leuchtturme auf den gleichnamigen Untiefen 
bleiben. Können Schiffe diesen direkten Kurs nicht einhalten, so sollten sie, wenn 
auch der nördliche Teil der Straße außer den Klippen in der Nähe der Althorpe- 
Inseln und der Untiefe vor der Sandy-Huk keine weiteren Gefahren birgt, doch 
stets bestrebt sein, in gutem Abstande von der Südküste der Yorke-Halbinsel zu 
bleiben, und wenn möglich, nicht nördlich von dem Mittefahrwasserkurs entlang 
laufen, da an der Nordseite der Straße die Wassertiefen sich nur sehr wenig 
ändern und so nicht rechtzeitig vor Untiefen warnen, während an der Südseite 
der Straße die Nordküste der Känguruh-Insel hoch und abschüssig ist und keine 
abliegende, gefährliche Stellen vor derselben liegen. Ist man jedoch gezwungen, 
nach der Yorke-Halbinsel hinüber zu halten, so sollte man die 24 m-Grenze nicht 
überschreiten, oder, wenn man die Yorke-Huk in Sicht bekommt, diese nicht 
südlicher als rw. 275° (mw. W) peilen. Es ist auch sehr zu empfehlen, den 
Schiffsort beim Durchsteuern der Straße so oft als möglich durch Landpeilungen 
festzustellen. Von 8 Sm südlich vom Leuchtturm auf den Troubridge-Untiefen 
führt dann rw. 50° (mw. NO)-Kurs nach der Semaphore-Landungsbrücke bei Port 
Adelaide. Man muß hierbei jedoch die Gezeitenströme mit in Rechnung ziehen 
und darauf achten, daß man östlich vom Troubridge-Hügel diesen nicht südlicher 
als rw. 275° (mw. W) peilen darf, solange man nicht gut östlich vom Leuchtturm 
auf den Troubridge-Untiefen sich befindet. Nähert man sich der Küste an der 
Ostseite des St. Vincent-Golfes, so ist Mount Lofty zum Feststellen des Schiffs- 
ortes von großem Nutzen. (Nach Kapt. W. Stolz ist, wie schon unter Land- 
marken bemerkt, dieser Berg von Ortsunkundigen nicht gut zu erkennen.)
	        
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