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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1910. 
nicht entdeckt; die Untiefen südlich von Truk umsegelten wir in gutem Abstande, 
denn mir war von Leuten aus Yap, die hier früher gefahren hatten, geraten 
worden, in dieser Gegend besonders vorsichtig zu sein. Wir kamen nur langsam 
vorwärts, da die Winde sehr leicht waren und häufig durch Windstillen und 
Regenböen unterbrochen wurden; dabei konnte man oft kaum herumbrassen, ehe 
der Wind wieder von der anderen Seite einfiel. Am schlechtesten ist man aber 
daran, wenn man sich an der Südgrenze der Ostströmung befindet und den Wind 
dann nordöstlich bekommt, oder wenn man an der Nordseite der östlichen Strömung 
südöstlichen Wind bekommt. Immerhin war es mir lieber, diese Strecke bei den 
mallenden Winden zurückzulegen, als später von Ponape nach Jaluit gegen den 
steifen NO-Passat aufzukreuzen, 
Am 30. November sichteten wir die Insel Ponape am 1. Dezember um- 
segelten wir ihre Ostseite, konnten uns aber erst am 2. Dezember der Einfahrt 
nähern. Da der Wind ostsüdöstlich war, war es unmöglich einzusegeln. Wir segelten 
trotzdem dicht an die Einfahrt hinan, um uns darüber zu orientieren und er- 
hielten wider Erwarten einen Lotsen. Dann legten wir das Schiff für die Nacht 
seewärts. Am nächsten Morgen, am 3. Dezember, gewahrten wir, daß der Strom 
uns etwa 12 Sm nach ONO versetzt hatte. Der Wind war nun nordöstlich, so 
daß unserer Einsegelung nichts im Wege stand. Die beiden Ansegelungspricken 
waren guf zu erkennen, In der Einfahrt bis zur 3. Tonne herrschte starke 
Strömung, so daß unser Schiff schlecht steuerte; dann wurde die Strömung 
besser, und mit leichtem NO-Wind, der hinter der Langen Insel wieder puffig 
war, steuerten wir direkt an die 2. Festmachetonne. Wir hatten Glück; denn 
sonst muß man auf etwa 27 Faden Wasser noch ankern. An dieser Tonne, die 
stark verankert ist, machten wir unser Schiff mit der Ankerkette fest und gaben 
12 Faden. Reisedauer Yap—Ponap? 21 Tage. 
Der Haupthafen von Ponape ist Langerhafen an der Nordseite der Insel, 
wo die Handelsgesellschaft Jaluit ihren Sitz hat. Da in den Frachtverträgen meist 
nur Ponape als Löschplatz verzeichnet ist, so ist es schon vorgekommen, daß 
Schiffe in den Hafen an der Ostseite eingelaufen sind, und dann lange Zeit nicht 
wieder heraus gekonnt haben. 
Während unseres Aufenthaltes in Ponap? hatten wir viel böiges, regnerisches 
Wetter, Wir löschten dort 200 t Kohlen und nahmen 180 t Steinballast. Das 
Löschen ging hier nicht so schnell wie in Yap, da die Kohlen und Steine mit 
Leichtern befördert wurden; immerhin ging es gut, da von der Jaluit-Gesellschaft 
alles getan wurde, um das Schiff schnell abzufertigen. Auch hier kann man 
Frucht, Eier, Hühner und Schweine bekommen, besonders auch zu billigem Preise 
vorzügliche Yams. 
Am 14, Dezember traten wir die Reise nach Jaluit an, der Wind war ost- 
nordöstlich, es wehte hart in Böen. Wir hatten zwei fünfzöllige Trossen zum 
Schlippen auf der Tonne festgemacht. Nachdem die Marssegel gesetzt waren, 
fiel eine heftige Regenböe mit Windstärke 7 bis 8 ein, die Trossen zerrissen und 
wir steuerten nun unter Kommando des Lotsen aus der Einfahrt. 
Ponape — Jaluit. 
Das harte, böige Wetter, womit der NO-Passat seinen Antritt hielt, ließ 
uns nur langsam vorwärts kommen. Um die Reise zu vollenden, haben wir uns 
gegen den böigen, steifen Passat furchtbar abmühen müssen. Dazu kam noch, 
daß der Strom, der auf der Reise Yap—Ponape& doch noch etwas mithalf, jetzt 
fast nichts mehr tat und, je mehr wir uns Jaluit näherten, desto südlicher setzte. 
Am 30. gelangten wir endlich in Sicht der Insel Jaluit. Wir steuerten dicht an 
ihrer Westseite entlang, umsegelten abends die Südspitze und befanden uns am 
andern Morgen, am 31. XIL, an der Ostseite, unweit East Point. Reisedauer 
17 Tage, 
Von East Point steuerten wir der Einfahrt zu, Dicht davor kam der Lotse 
an Bord. In der SO-Durchfahrt herrschte starke Strömung; eine solche kann 
schlecht steuernden Schiffen leicht gefährlich werden. Gegen 11% V ankerten wir 
auf der Reede. Am 23. Januar holten wir unser Schiff an das Bollwerk. das ist
	        
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