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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Voß, P, D.: Segelschiffsreise von Newcastle N. 8. W. über Westport (Neuseeland) usw. 495 
eine mehr :oder weniger östliche Richtung hat.!) Wir hatten ihn aber mehr aus 
westlichen Richtungen, besonders. die Böen waren‘ aus NW, Diese Böen, wenn 
sie Stärke 7 auch wohl nicht überstiegen haben, können durch ihr plötzliches 
Einfallen doch viel Schaden in der Takelung verursachen. Von 9° N-Br. an, 
wohin wir am 18. Oktober gelangt waren, war der Wind beständiger, wenn auch 
leicht und mehr südöstlich als nordöstlich. Mit diesen leichten Winden wurde 
nun in 10.5° N-Br. entlang gesegelt. Aber wir trafen dabei noch häufig Wind- 
stille und Mallungen. Infolgedessen ging auch hier die Reise schlecht vonstatten. 
Der westwärts setzende Strom von 30 Sm täglich mußte sozusagen das Beste tun. 
Am 3. November endlich, nach einer Reise von 50 Tagen, gelangten wir nach Yap. 
Wir hatten in der letzten Nacht einige Stunden lang beigedreht gelegen, und 
als wir die Insel Yap bei Tagesanbruch sichteten, fanden wir/daß uns die Strömung 
bedeutend südlich versetzt hatte, Wir steuerten jetzt auf Tomil zu und dann 
dicht am Riff entlang. Wir konnten alles leicht erkennen, und die Ansegelung 
bot weiter keine Schwierigkeit. Als wir noch 2,5 Sm von der Einfahrt entfernt 
waren, kam der Lotse an Bord. Der Wind, vorher nordöstlich, war auf ONO 
gegangen, und es stand unserer Einsegelung nichts im Wege; denn der nörd- 
lichste Kurs nach der Insel Tarang ist N!/„O. Gegen 11% V ankerten wir bei 
der Station und vertäuten das Schiff so an dem Bollwerk, daß zwischen letzterem 
und dem Schiff eine Entfernung von 30 Fuß blieb, 
Über den Hafen ist wenig zu berichten. Das Fahrwasser ist gut mit 
Pricken versehen, aber so eng, daß man, falls der Wind zu schral wird, sofort 
Anker fallen lassen muß, Die Tiefe im Fahrwasser ist durchweg 20 bis 25 Faden. 
Nach meiner Ansicht ist es auch bei NO-Wind vorteilhafter einzusegeln, als 
draußen auf günstigeren Wind zu warten. Der Kurs ist zuerst bei der Einfahrt 
nordwestlich, muß man dann bei NO-Wind auch weiterhin bis zur Station warpen, 
so ist das doch besser, als draußen von Windstille befallen und durch die Strömung 
vertrieben zu werden, 
Um das Schiff einzuklarieren, fährt man mit dem Boot zur Kolonie, wo 
der Sitz der Behörde sowie auch das Post- und Telegraphenamt ist, 
Das Löschen ging sehr gut. Die Kohlen wurden durch Eingeborene in 
kleinen Körben, die: etwa-60 Pfund fassen, ans Land getragen. Wir löschten 
täglich 120 bis 130 t. 
Als frisches Gemüse sind hauptsächlich Kürbisse und Yams zu erhalten, auch 
Eier, Hühner und Schweine sind preiswürdig, Apfelsinen und Bananen sind billig. 
Auch Trinkwasser ist zu bekommen; es kostet wie in den anderen Häfen, 
die wir noch besuchten, 5 sh. die Tonne, Ein Arzt und ein Hospital sind am Ort, 
Nachdem wir 600 t Kohlen gelöscht hatten, traten wir am 12. November 
unsere Reise nach Ponape an. Der Wind, der am Morgen nur schwach und 
nördlich war, holte, nachdem wir eben unter Segel waren, südwestlich, so daß 
wir ankern mußten, Gegen 2b N war der Wind jedoch auf WNW zurückgegangen; 
dabei konnten wir aussegeln, 
Yap— Ponap®e. 
Draußen holte der Wind bald wieder auf SW und frischte auf, so daß wir 
wider Erwarten schnell vorwärts kamen. Um die östlich setzende Strömung zu 
erreichen, steuerten wir einen ostsüdöstlichen Kurs. Am 15. November befanden 
wir uns mittags in 8° 50’ N-Br. und 144° O-Lg. Von da ab wurde bei mallenden 
Winden, deren Richtung zwischen Nord durch Ost bis Süd schwankte, zwischen 
5° und 7° N-Br. aufgekreuzt; aber eine starke ostwärts setzende Strömung habe 
ich nicht bemerkt. Bei diesem Kreuzen haben wir fast sämtliche Inseln zwischen 
5° und 7° N-Br. gesichtet. 
In unserer Karte war ihre Lage richtig angegeben, Ich kann es beurteilen, 
weil unser Chronometer stets richtig war. Neue Untiefen haben wir beim Kreuzen 
1) Nach dem Segelhandbuch für den Stillen Ozean S. 149 ff. reicht der SW-Monsun des 
Chinesischen Meeres wenn nicht immer, so doch zuweilen bis zu den östlichen Karolinen hinüber, und 
in Ponap? waren im September 1884 südwestliche Winde weitaus. überwiegend. In Yap waren vom 
5. bis 17. Oktober 1884 34%, aller Winde nordwestlich,
	        
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