Maurer, H.: Kompensation der Krängungsdeviation mit der Vertikalkraftwage bei Kompaßrosen usw. 39
Ostkurs t’ — 49.,835c, auf Westkurs genau ebensoviel. Es ist also das Verhältnis
r 2 2\2 .
der Hebelarme der Vertikalkraftwage + = in = 32) = 1.020 zu wählen. Im
ungestörten Erdfeld stand die Vertikalkraftwage horizontal, wenn das Gewichtchen
auf den Hebelarm ] — 22.8 mm gesetzt wurde, Folglich war der berechnete
Wert ’ = 22.8. 1.020 = 23.25 mm. Im Turm stellte sich die Wage, auf diesem
Hebelarm belastet, wagerecht ein, wenn ein Krängungsmagnet von 66.5 Millionen
Gaußschen Einheiten mit seiner Mitte auf Westkurs 378 mm, auf Ostkurs 388 mm
unter der Rosenebene stand, In der mittleren Stellung, auf 383 mm wurde der
Magnet befestigt, der Turm auf Nordkurs gedreht und um 15° nach Steuerbord
gekrängt. Trotz dieser starken Krängung und der sehr geringen Entfernung des
kräftigen Krängungsmagneten von der Rose, schlug diese nur um 3.0° aus
(Rest- % = = + 0.2°), was sich durch ein Senken des Krängungsmagneten um
10 mm wegkompensieren ließ. Die folgende Krängung um 15° nach Backbord
machte keine weitere Korrektion nötig. Bis auf 1 cm war also der Krängungs-
magnet auf ebenem Kiel richtig gesetzt worden, Es wurde dann erneut auf
ebenem Kiel auf Ost- und Westkurs das Gewichtchen der Vertikalkraftnadel so
eingestellt, daß der Balken wagerecht stand, während der Krängungsmagnet die
durch praktische Krängung ermittelte Entfernung 393mm hatte. So wurde
’ — 22,7 mm gefunden, also wenig abweichend von dem aus den Schwingungen
auf ebenem Kiel berechneten Wert 23.25.
Der Sinn der Differenz zwischen dem berechneten ]’ und dem durch
praktische Krängung gefundenen, ebenso wie der Sinn der erforderlichen Ver-
schiebung des Krängungsmagneten stimmt damit überein, daß auch die kleine
Nadel von 1 Mill. Moment doch noch nicht völlig frei von Nadelinduktion ist.
Durch die Nadelinduktion wird die Richtkraft zwischen den D-Kugeln auf Ost-
und Westkurs verstärkt, also t' zu klein und demgemäß ) =1- Sn zu groß ge-
funden.
Einfluß des magnetischen Moments auf die Schwingungsdauer.
Um über. diesen Einfluß des magnetischen Momentes der schwingenden
Nadel Klarheit zu erhalten, wurden einige Schwingungsversuche gemacht. Von
drei Nadeln von den Längen 73 mm, 109 mm, 116 mm wurde zwischen nordsüdlich
gesetzten Kugeln und im Erdfeld die Schwingungsdauer bestimmt, während die
Nadeln verschieden stark magnetisiert waren. Es wurde gefunden:
Zwischen 25,5 em-Kugelzonen in 325 mm Mittel- | Zwischen 17.5 cm-Kugelzonen in 300 mm Mittel-
punktsabstand., punktsabstand.
Moment M _ Le
in Millionen 6. E. | 1+e= HE +8 => v3
(1-+e) Moment M
berechn. in Millionen G. E.
218 4.215 0.735
213 1.222 2.937
‚227 1.228 1.125
248 1.240 1.739
1.264 | 1.255 2.270
1.274 1.280 3.514
Setzt man den Überschuß von (1 + e) über den Wert (1 + eo), der dem
Fall völliger Abwesenheit von Nadelinduktion entspricht, proportional zu M, da
eine graphische Aufzeichnung die Darstellung durch einen linearen Verlauf am
nächsten legt, also:
1—+e=1-+e0-+m,-M, .
so ergibt sich aus obigen Beobachtungen nach der Methode der kleinsten Quadrate:
1; für 25.5 cm Zonen in 325 mm Abstand 1-+e = 1.198 und m, == 0.02341 '
und 2: für 17.5cm « « 300mm « 1+e6 = 1092 « m, = 0.01196,
Die nach der linearen Formel berechneten Werte sind zum Vergleich in
der Tabelle angegeben. m, M stellt einen e-Beitrag dar, und m, ist proportional
zur Induzierbarkeit der Kugeln, also auch zu dem e-Wert &, den die Erdinduktion
in diesen Kugeln hervorzurufen vermag. Wenn an einem Ort mit der Richtkraft 4
die Kugeln allein durch Feldinduktion den Betrag Dr kompensieren, so ist dort