Engeler, E.: Periodische und unperiodische Temperaturschwankungen der Benguela Strömung. 489
Tabelle IX. Temperaturgang und Windgeschwindigkeit in der Südäquatorialtrift,
Monat
1 | U. * IHN.
IV.
Yo VL
vIL VvHLI x. | x |
XI. | XIL
Wind!) m | 182 | 17.2 | 158 | 165 | z48 | 16.1 | 17,3 | 21.3 | 22,5 | 212 | 21.4 | 19,8
Temp. C° | 26.3 | 26.4 | 27.0 | 27.4 | 26.8 | 25,8 | 24.6 | 23.9 | 23.8 | 24.6 | 25.3 | 25.7
Die Wirkung der im südlichen Winter intensiv erkalteten Wassermassen
der Westwindtrift erscheint in der Südäquatorialtrift zu derselben Zeit, in der
das Maximum der Windgeschwindigkeit von Einfluß ist. Da beide Elemente in
demselben Sinne tätig sind, so ist die Frage, welchem von beiden der Vorzug
zu geben ist, schwer zu entscheiden, doch dürfte wohl die Wahrscheinlichkeit,
daß die Schwankung der Passatstärke den Ausschlag gibt, kaum von der Hand
zu weisen sein,
6. Temperaturamplituden in der Benguela-Strömung.
Die jährliche Temperaturschwankung der Benguela-Strömung ist im ganzen
ziemlich gering, sie hält sich im ganzen zwischen 3° und 5°C. Es stellen sich
jedoch im Verlaufe der Strömung nach Norden einige Unterschiede heraus, die
aus folgender Tabelle zu ersehen sind.
Tabelle X. Jahresamplitude der Temperatur der Benguela- Strömung von Süden nach Norden,
Monat
Maximum
Monat | Minimum
Süd-Georgien . ..
Bouvet, ......
41°8S, 9°0. ....
39°8, 9°0. 1...
34°8, 19°0....
32.798, 17°0 . ..
26.798, 9°0. ...
21°8, 1°0. ...
14.5°8, 7°W ...
908, 13°W ....
108, 199°W ....]
Die Tabelle bestätigt die Ergebnisse, zu denen Schott über die jährliche
Wärmeschwankung auf dem Ozean gekommen ist:?) Der Betrag der Amplitude
steht in keinem uneingeschränkt abhängigen Verhältnis zur geographischen
Breite. Sie nimmt von 30° S an polwärts und äquatorwärts ab, auf dieser Breite
erreicht sie ein Maximum. Es beträgt auf den Roßbreiten die jährliche Änderung
der Sonnenhöhe schon verhältnismäßig viel, dazu kommt die geringe Wind-
bewegung und die große Klarheit des Himmels, Faktoren, die alle darauf hin-
zielen, die Amplitude zu vergrößern... Nach den Polen und dem AÄAquator hin
nehmen Windgeschwindigkeit und Wolkenbedeckung zu und damit die jährliche
Temperaturschwankung ab. Am Äquator wird die Herabminderung der Ampli-
tude verstärkt durch die geringe jährliche Schwankung der Sonnenhöhe; gegen
den Pol hin werden die großen Unterschiede der Sonnenhöhe durch das aus-
geprägt ozeanische Klima verwischt, durch starke Luftbewegung und reichlichen
Regenfall zu allen Jahreszeiten,
Auffallen dürfte in obiger Tabelle die große Jahresamplitude der
Temperatur des Meerwassers in der Nähe von Süd-Georgien, die sich wohl
daraus erklärt, daß es Beobachtungen im Hafen sind. Vielleicht macht sich
darin auch der Einfluß der warmen Brasil-Strömung bemerkbar. (Fortsetzung folgt.)
Ampl.
Siehe W. N. Shaw: »Nature«, 21. Dez, 1905.
}G. Schott: Die jährliche Temperaturschwankung des Ozeanwassers, »Peterm. Mitt.«
1895. S. 153.
Ann. d. Hydr. usw., 1910, Heft IX.