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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Engeler, E.: Periodische und unperiodische Temperaturschwankuugen der Benguela-Strömung. 487 
die ihrerseits auch wieder in warme Gegenden fließen, ziemlich gering ist. 
Zudem kommen die kalten Wassermassen des Südens zur Geltung, wenn sich 
der Temperaturgang in aufsteigender Linie bewegt, die warmen des südlichen 
Sommers, wenn er sich zu einem Minimum hinbewegt. Im ersteren Fall wird 
der Temperaturunterschied zweier in nordsüdlicher Richtung nebeneinander 
gelegener Punkte vergrößert, im letzteren verkleinert. 
Für den jährlichen 5 
: ig. 2 
Temperaturgang einer | Sn N 
Strömung ist also nicht Jährlicher Temperaturgang der Benguela-Strömung von S nach N, 
nur die Schwankung der 
Sonnenintensität maß- 
gebend,sondern auch der 
Umstand, daß durch die 
Strömung die Tempera- 
turen anderer dJahres- 
zeiten verpflanzt werden, 
Es kommen die Bezie- 
hungen, welche zwischen 
beiden Momenten be- 
stehen, so zum Ausdruck, 
daß im Verlaufe der 
Strömung nach Norden 
die Jahreszeiten eine 
kleine Verschiebung er- 
leiden. 
Der Einfluß der 
kalten Wassermassen ist 
auch an dem Verlauf der 
jährlichen Temperatur- 
kurven der einzelnen 
Teile der Strömung zu 
ersehen, die in Fig.2 dar- 
gestellt sind, und zwar 
besonders deutlich an 
den Kurven, die für die 
Strömung von 30° S an 
nordwärts gelten. Allein 
dem Sonnenstande f{fol- 
gend, müßten die Kurven 
einander parallel ver- 
laufen. Die wirklichen 
Verhältnisse entsprechen 
dem aber nicht, vielmehr 
ist von 32° bis 15° S ein 
Zusammendrängen der 
Kurven in den dem Au- 
gust folgenden Monaten 
zu bemerken, also gerade 
zu der Zeit, wenn die KL ss a ni id 
kalten Wassermassen des V. VEVILVULIX. X. XLXIL I ID HL IV. V. 
Südens ihre größte Wirkung ausüben; und tatsächlich ist diese Erscheinung auch 
eine Folge dieser Wirkung, denn die kalten Wassermassen gestatten den Kurven 
in diesen Monaten ihre regelmäßige Entwicklung nicht, sondern halten den Tempera- 
turanstieg auf, infolgedessen sich die Temperaturkurven zusammendrängen. Unter 
dem Äquator, wo das Maximum der Wirkung kalter Wassermassen im Juli er- 
scheint, tritt auch in dieser Zeit die Zusammendrängung der Temperaturkurven ein, 
Der Verlauf der jährlichen Temperaturkurven auf den einzelnen Teilen 
der Strömung zeigt an, daß von 30° an eine Ausdehnung der kalten Jahreszeit 
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