Engeler. E.: Periodische und unperiodische Temperaturschwankungen der Benguela-Strömung. 485
Tabelle VIII Eintrittszeiten des Minimums der Temperaturzunahme,
1. Auf dem deutschen Seglerwer (OB)
Breite
Monat
1340 his 290.8 1990 his 230 & 92930 pis 17° 81170 bis 10° 8
10° his39 S
X,
| XL XI | XI.
Im | YVIL
Il. Auf dem englischen Dampferweg:
Breite
330 his 264° & | 26.4° bis19.5° 8
"1950 bis 6.7°£
6.7° bis 0° S
|
Es läßt sich ein deutlicher Zeitunterschied im Eintritt des Minimums ver-
folgen, je weiter wir auf den Schiffsrouten vorrücken, desto später tritt es ein.
Nach den vorhergehenden Erwägungen ist eine Anderung der regelmäßigen
Temperaturzunahme nach Norden durch kalte Wassermassen bedingt, die also in
den betreffenden Monaten, in denen das Minimum konstatiert ist, eine besonders
große Wirkung ausüben, folglich entweder in großer Masse vorhanden sein oder
eine besonders niedrige Temperatur haben müssen. Es sind diese Wassermassen
nacheinander auf den einzelnen Teilstrecken zur Geltung gekommen. Dieser Um-
stand und der, daß der Zeitunterschied, der zwischen dem Auftreten des Minimums
auf einem Teilabschnitt und dem auf dem folgenden liegt, ungefähr mit
der Zeit übereinstimmt, die kalte Wassermassen zur Zurücklegung dieser Ent-
fernung bedürfen, läßt vermuten, daß es sich um kalte Wassermassen handelt,
die zur Zeit des südlichen Winters in die Strömung gelangen und dann nach-
einander in den einzelnen Teilen zur Wirkung kommen.
Wie die intensive Ausbuchtung der Isothermen im August anzeigt
(Tafel 39), ist die Erkaltung der Wassermassen, die von der Strömung mit-
geführt werden, in diesem Monat am größten, auch ist ihre Ausdehnung am
erheblichsten, Vermöge der großen spezifischen Wärme behält das Wasser diese
Temperaturerniedrigung längere Zeit bei. Gewissermaßen überträgt es die kalte
Jahreszeit der südlichen Halbkugel in niedere Breiten. Die Wirkung der kalten
Wassermassen äußert, sich aber in der Herabminderung der Temperaturzunahme
nach Norden. Es muß diese demnach auf allen Punkten der Strömung in den-
jenigen Monaten, in denen die im Süden intensiv erkalteten Wassermassen an
diese Teile der Schiffslinien gelangen, ein Minimum erreichen; diesem entspricht
natürlich in denjenigen Monaten, in denen die kalten Wassermassen des Südens
ihre Kraft verloren haben, also in den entgegengesetzten Monaten, ein Maximum
der Temperaturzunahme nach Norden, Da diese kalten Wassermassen nur ver-
mittels der Strömung in die einzelnen Teilabschnitte kommen können, so ist es
auch klar, daß wir in ihren Wirkungszeiten deutlich ausgeprägte Intervalle unter-
scheiden müssen, die jedesmal durch Weg und Schnelligkeit der Strömung ge-
geben sind. Es schwankt die Zeit, die zwischen dem Eintritt des Minimums der
Temperaturzunahme auf einem Teilabschnitt und dem folgenden vergeht, zwischen
ein und drei Monaten; dies dürfte auch ungefähr mit der Zeit übereinstimmen,
welche die kalten Wassermassen gebrauchen, um den Weg nach Norden in der
Strömung zurückzulegen. Im allgemeinen kann man die Geschwindigkeit der
Strömung zu 10 Sm im Etmal annehmen, Doch ist zu bedenken, daß diese Ge-
schwindigkeit wohl nur im vollen Bereich der Strömung anzutreffen ist; je mehr
ein Punkt dem vollen Einfluß entzogen ist, desto geringer wird auch die Schnellig-
keit der fließenden Wassermassen werden. Hiermit haben wir jedenfalls auf den
beiden nördlichen Schiffsrouten zu rechnen, denn diese entfernen sich, je weiter
sie nach Norden vorrücken, mehr und mehr aus der vollen Wirkungssphäre der
kalten Wassermassen, Infolgedessen lassen sich die Zeitintervalle, die zwischen
den Eintrittszeiten der Minima auf den Teilstrecken lieven, auch nicht genau
Monat
IX.
|
X.
{
XI bis I. |
VI. bis VIL