1834
Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1910.
In der ganzen Erstreckung der Strömung von Süden nach Norden wurden
verschiedene Punkte angenommen und für diese der jährliche Temperaturgang
durch Mittelwerte der Monate ausgedrückt. (Für die Westwindtrift wurden zwei
Stationen gewählt, die unmittelbar im vollen Bereich dieser Strömung liegen,
nämlich das Meeresgebiet in der Nähe von Süd-Georgien und der Bouvet-Insel.)!)
2, Jährlicher Temperaturgang in der Benguela-Strömung.
Tabelle YIL
Monat
Süd-Georgien
Bouvet-Insel
41° 8. 9°O
39985, 9°O0
32,798, 1790
28.698, 11°0
24° 8, 5°0
19.598 1° W
LE5°S, 7° W
9? 8, 139
495. 19° WW
[.
+1
0.6
19.6
19.0
20.4
21.5
22.6
24.5
26.3
la vv ix. | x.
4.5
1.1
13.2
15.4
20.2
20.3
21.5
22.4
225
Zr
261
3.1
0.6
2
(a
3,2
0,5
09
11
LS
7
LS
9.0
10.7
53
5
1
—0.4
— 1.1
{).c
14
19.6
9
21.0
22.6
39
5A
X
#4 u
"a
EM
15.1
15.4
16.8
18,3
19.7
22.7
DREI
15.9
‘6.0
17.5
7
1
5,0
216
„4.4
Dh
13.13
3
}
2)
XL | XL.
2.0
9.9
95
12.0
16.5
7.5
5,6
‚Qu
3.2
a0
185,5
15.9
19.9
20,6
21,3
23.6
D5T
20,
23.4
25.3
Bei der näheren Betrachtung der in vorstehender Tabelle zum Ausdruck
kommenden Verhältnisse zeigt es sich, daß nur im südlichen Teil des Südatlan-
tischen Ozeans den Erwartungen, die wir an das Auftreten der Temperatur-
extreme geknüpft haben, entsprochen wird. Es tritt dort tatsächlich das
Maximum im Februar und das Minimum im August ein. Nach niederen Breiten
zu werden die Verhältnisse aber unbestimmter. Vom Wendekreis ab tritt eine
Verschiebung der Extreme auf den folgenden Monat ein; am AÄAquator endlich
oder in seiner Nähe entsprechen die tatsächlichen Verhältnisse nun keineswegs
den Voraussetzungen. Statt zweier Maxima und zweier Minima bemerken wir
ein Maximum im April und ein Minimum im September, In der ganzen Kr-
streckung der Strömung schiebt sich das Maximum der Temperatur allmählich
vom Februar über den März zum April; das Minimum dagegen zeigt eine etwas
stabilere Lage: wir sehen nur ein Vorrücken vom August zum September. Der
Grund, weshalb sich nur im Süden die vom Sonnengange geforderte jahreszeit-
liche Temperaturschwankung in regelmäßiger Weise ausbildet und nicht im
nördlichen Teil, ist der, daß im nördlichen Teil außer den Sonnenstrahlen noch
andere Faktoren tätig sind, die den Temperaturgang beeinflussen, nämlich Strö-
mungen, die den Einfluß einer andern Jahreszeit nach Norden fortführen und
dadurch den vom Sonnengange geforderten Temperaturgang verändern und teil-
weise verdecken.
3. Schwankungen der Temperaturzunahme nach Norden.
Die Tabellen V und VI zeigen, daß die Temperaturzunahme nach Norden
nicht nur auf den einzelnen Teilabschnitten verschieden ist, sondern daß sich auch
ein jJährliches Schwanken dieser Größe erkennen läßt; die Eintrittszeit der Extreme
ist auf den Teilabschnitten verschieden, Ganz im Süden der Strömung auf
34° S haben wir die Eintrittszeit der größten und geringsten Temperaturzunahme
nach Norden kurz nach dem Eintreten der Extremtemperaturen, also im Februar
das Maximum, im August das Minimum, Verfolgen wir die beiden Routen
nordwärts, so ändern sich die Eintrittszeiten beträchtlich. Die folgende Tabelle
veranschaulicht dies an dem Eintreffen des Minimums der Temperaturzunahme
nach Norden.
1) Die Temperaturangaben für das Ozeanwasser in der Nähe dieser Inseln entnahm ich ciner
Mitteilung von Schott über die Temperaturen des Oberflächenwassers im südlichsten Südatlantischen
Ozean. »Annalen der Hrdr. u. marıit. Met. 1906, S. 602.