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Annalen der -Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1910.
4. Der Nordbotten. Im südlichen Teile des Nordbottens hatten sich die
Eisverhältnisse schon Mitte März so günstig gestaltet, daß die Schiffahrt fast
überall wieder voll aufgenommen werden konnte. So traf am 17. März aus Abo
die Nachricht ein, das Leuchtfeuer von Sebbskär (bei Björneborg) und dasjenige
von Kallo seien bereits wieder angezündet worden und im Fahrwasser nach
Mäntyluoto und Rafsö seien Eishindernisse nicht mehr vorhanden, Am 26, März
wurde aus Gefle (an der schwedischen Küste) gemeldet, ein Schlepper habe eine
Versuchsfahrt durch das Eis unternommen und es sei ihm gelungen, bis über
die Reede hinaus zu durchbrechen, so daß eine freie Rinne vorhanden sei, durch
die der Verkehr mit Gefle jederzeit aufgenommen werden könne; sämtliche Land-
feuer und Leitfeuer seien angezündet worden; als erster Dampfer wurde der
»Baltic«, aus Bergen, in Skutskär erwartet. In Hudiksvall waren am gleichen
Tage schon eine Anzahl Ladeplätze erreichbar. In der See befand sich noch
hier und dort etwas Eis, dagegen waren die inneren Schären sowie das Fahr-
wasser nach dem Hafen von Stocka eisfrei.
Im nördlichen Teile des Nordbottens, wo die Eisverhältnisse denjenigen
im inneren Finnischen Golf sehr ähnlich sind, hielt sich das Eis natürlich
längere Zeit. So kam erst am 23. aus Umeä die Mitteilung, daß die Schiffahrt
auf Holmsund eröffnet sei. Im Hafen von Umeä selbst sowie in Ratan konnten
Dampfer erst vom 3. Mai ab einlaufen. Pitea wurde am 8,, Luleä am 12, Mai
wieder geöffnet, Am längsten hielt sich das Eis naturgemäß in den nördlichsten
Häfen des Nordbottens, in Räneä, Salmis und Kemi, wo Dampfer erst am 17. Mai
wieder einliefen, gerade einen Monat früher als im vorigen Winter, wo in diesen
Häfen die Sehiffahrt erst am 6. Juni wieder eröffnet wurde.
Tabellarische Zusammenstellung der Eisverhältnisse des Winters 1909/10
nach amtlichen Berichten.
1. Finnische Häfen,
(Nach Mitteilungen der Meteorologischen Zentralanstalt der Finnischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.)
Erste
Eisdecke
im
Hafen
Schiff-
fahrt
gze-
schlossen
Eis zu | Eis im Winter
begehen ! befahren taufge-| zu-
5 © broch. | gefroren
Mi
x
Aufgang
Letztes
Eis
Letztes
schiff
Erstes
Schiff
Kemi, Hafen!) ......
Raahe, Hafen?) .,....
Waasa, Hafen®). ‚....
Walsörarne) .......
iz. XI.
22. X.
94. XI.
15. XL 19. IL
13. V.
16. V.
(eisfrei)
13. XL] a7. V.
25, XI. | “Y.
11.31]
> xl.
26. XI. 20. XII.
25, IV.
(eisfrei)
18. IV.
Sampo« 14
21. IV.
6. XI.
Schären
18. XII
(Meer)
16. XI.
Sälgrund, Schären®) ,
24, XI.
(innere
Reede)
25.XI. 21.1.
{innere | (innere
1. äußere u. äußere
Reede) , Reede)
23. IL. | 24.1.
10,
XI.
innere
Reedel
90.
XIL
20. 11T. '
(äußere
Recde)
9. XIL
921. IV
Mäntyluoto, Hafen®), .. 2, IT.
(eisfrei)
Rauma, ...... 0.04 1
Sälskär, Meer?) ...... 16.11. }
Utö, Hafen ........ 28. I.
teisfrei) |
Hangö®) ......00.. 125 , , ' 24. IT. | VO
Bemerkungen. !) Das Meer vor dem Hafen zugefroren 13. XI. bis 15, V. Kein Treibeis im Bereiche des Hafens. ?) Das
Meer vor dem Hafen zugefroren 30, XI, bis 7. V. Eisdicke im Winter im Hafen 50 cm. %) KEisdicke 15. XII, 15 cm, 15. 1.
34 cm, 15. II. 46 cm, 15. III, 46 cm, 15. IV. 32 cm. Kein Treibeis. *) Treibeis in Kwarken 23. XII. bis 18. III. 3) Eis-
dicke im inneren Hafen 10. III. 28 cm. Das Meer ist bis an den Ufern eisfrei gewesen, zeitweise ein wenig Eisschlamm.
3) Etwas Treibeis im Hafen 1. IL bis 21. II., das Meer ganzen Winter eisfrei. 7?) Kein festes Eis im ganzen Winter, *) Das
Meer ganzen Winter eisfrei, Eisbildung nur auf der Reede und in inneren Fijorden,
‚99. XII.
1: 21V.