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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Maurer, H.: Kompensation der Krängungsdeviation mit der Vertikalkraftwage bei Kompaßrosen usw. 37 
Vertikalintensität Z’ bezugsweise Z den Wagebalken horizontal zu stellen. Und 
damit ergibt sich die Vorschrift für die Verwendung der Vertikalkraftwage: 
Liegt ihr Wagebalken an Land horizontal, wenn das Gewichtchen am Hebelarm 1 
angreift, so befestige man an Bord den Krängungsmagneten in einer solchen Lage, 
daß auf Ost- und Westkurs der Wagebalken der an Stelle des Kompasses ge- 
setzten Wage horizontal steht, wenn sich das Gewichtchen am Hebelarm 
=1(1 + e) befindet. 
Da die Krängungskompensation für den vollständig kompensierten Kompaß- 
platz gelten soll, die D-Kugeln aber auch das Magnetfeld an Bord beeinflussen, 
so muß in der Formel für e der Wert benutzt werden, der nach Anbringen der 
D-Kugeln vorhanden ist. Für einen Kompaß ohne Nadelinduktion liegt hier 
keinerlei Schwierigkeit vor. Es bieten sich zwei Methoden, von denen am kompen- 
sierten Kompaßplatz bisher wohl nur die zweite Anwendung gefunden hat. 
Methode I: Man kann das am kompensierten Platz vorhandene 
(1 +e) direkt bestimmen, indem man die Schwingungsdauer der Kompaß- 
rose an Land t und diejenige an Bord auf Ost- oder Westkurs ft er- 
5 . 
mittelt; es ist dann 1 + e = Di Statt der Kompaßrose selbst kann für diese 
Schwingungsbeobachtungen auch eine andere Magnetnadel (etwa die aus dem 
Deviationsmagnetometer) benutzt werden, vorausgesetzt, daß sie ebenfalls keine 
merkliche Nadelinduktion auf die D-Kugel ausübt. 
Methode II: Falls an dem .für Quadrantaldeviation unkompen- 
sierten Kompaßort 4 und © bekannt sind, kann man aus diesen Werten 
den für den kompensierten Ort gültigen Wert von (1 + e) — er möge 
(1 + ei) heißen — berechnen. Es ist: 14=1+ Ch und 19 = + am un- 
kompensierten Ort. Die entsprechenden Werte nach der Ausführung der D-Kom- 
pensation seien durch. den Index 1 bezeichnet. Durch das Setzen der D-Kugeln 
wird a, = e, gemacht, indem annähernd a um halb soviel abnimmt als e zu- 
nimmt. Es ist also: 
e, —e = 2(a—3a,) = 2(a— 6). 
woraus folgt: 
0 = 2a as 
und der gesuchte Wert 
1+e, = 1706 — AA = A+45- 
Nach dieser Formel für (1 + e,) kann der für die Vertikalkraftwage an 
Bord zu verwendende Hebelarm /’ = 1(1+ ee) =14 (1 + 3) aus den auf ebenem 
Kiel am unkompensierten Kompaßplatz beobachteten Werten 4 und © gefunden 
werden. . ; 
Falls statt mit Kugeln mit e-Stäben kompensiert wurde, ist das ursprüng- 
liche a unverändert geblieben und e, = a gemacht worden. Man hat also dann: 
(Fe slthaslt hp Zt 2429 und F= 11049. 
Theorie im Fall einer Rose mit Nadelinduktion. 
Auf den Fall eines Kompasses von hohem, magnetischem Moment, bei 
dem zur Kompensation der Quadrantaldeviation die Nadelinduktion mit herangezogen 
wird, lassen sich die vorstehenden Ergebnisse nicht einfach so übertragen, daß man 
etwa nach Methode I eine solche Rose an Land und auf Ostkurs am kompen- 
sierten Platz schwingen ließe und das umgekehrte Verhältnis der Quadrate der 
Schwingungsdauern gleich dem gesuchten Verhältnis der Hebelarme der Vertikal- 
kraftwage setzte, oder nach Methode II dies Verhältnis = a(1 + 2) annähme, wo A 
und DD. für den unkompensierten Kompaßplatz gelten. Die Schwingungsbeob- 
achtungen nach Methode I liefern, da durch Nadelinduktion die Richtkraft auf 
Ostkurs merklich vergrößert ist, für e einen größeren Wert als man ihn für
	        
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