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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Die Eisverhältnisse des Winters. 1909/10 in den außerdeutschen Gewässern der Ostsee usw. 469 
5. Die schwedischen Gewässer südlich vom Älands-Haff, Auch hier war die 
Eisbesetzung nur sehr leicht, und der Schiffsverkehr erlitt nur geringe Störung. 
Die erste Nachricht kam aus. Kalmar: Das Leuchtschiff »Utgrunden« sei am 
24. Januar eingezogen worden. Am 2, Februar wurde (aus Gothenburg) be- 
richtet, die Leuchttonne bei Oelands-Norra-Grund, die Tonnen bei Skansgrund 
(an der Ostseite des Kalmarsundes) sowie das Feuerschiff »Utgrunden« im süd- 
lichen Teile des Kalmarsundes seien eingezogen worden, Erst am 2, Februar 
kam die Nachricht, der Hafen von Stockholm und die Schären seien von Eis 
blockiert. Am 4. März wurde aus Norrköping gemeldet, im Bravik sei das Eis 
8 bis 9 Zoll dick und im Pampus-Fjord bis Kvansebo hinauf fest. Weitere Nach- 
richten über schwierige Eisverhältnisse liegen nicht vor. 
B. Die Eröffnung der Schiffahrt. 
1. Die schwedischen Gewässer südlich vom Älands-Haff, Infolge des sehr 
milden und kurzen Winters wurde die Schiffahrt überall sehr früh wieder er- 
öffnet, Interessant ist die Meldung aus Stockholm vom 17. März: Die hiesigen 
Eisbrecherdampfer gehen heute von hier ab, um in den nächsten Tagen das Eis 
in den Fahrrinnen Bjorkfjord und Linasund sowie bei Mariefjord, Stragnäs, 
Kviksund, Vesteras und Kaping zu brechen. In früheren Jahren hat. man erst 
Ende Avril (also etwa sechs Wochen später!) mit diesen Arbeiten beginnen können. 
Am 26. März ging das Feuerschiff Kopparstenarna von Stockholm ab, um 
seine Station nördlich von Gotska Sandön wieder einzunehmen. Am 15. April 
wurde aus Gothenborg berichtet, die Schiffahrt nach dem Trollhätten-Kanal sei 
in der Nacht eröffnet und sofort von einer großen Anzahl Segler und Dampfer 
aufgenommen worden. 
2, Der Rigaische Meerbusen. Schon am 4, März kam aus Bolderaa die 
Mitteilung, die See und das Fahrwasser der Düna seien eisfrei, was eine Reuter- 
meldung vom 8, bestätigte, die den ganzen Golf von Riga für eisfrei erklärte. 
Im Hafen von Pernau traf am 9. der Regierungs-Eisbrecher »Wladimir« ein, der 
das Eis dort brach, so daß am 19. die Schiffahrt wieder im vollen Gange war, 
Am 25. wurden die Eisberichte eingestellt. 
3. Der Finnische Meerbusen. Hier gingen die meisten der geschlossen ge- 
wesenen Häfen etwa in der Mitte des Monats März wieder auf. Am 15. wurde 
der Zugang nach Seskär wieder frei, aber nach einem Bericht des Eisbrechers 
»Jermak« befand sich am 18. starkes Eis zwischen Seskär und Styrs-Point, und 
der Hafen von Kronstadt war noch bis St. Petersburg von Eis blockiert. An 
demselben Tage berichtete der Kapitän des Eisbrechers »Jermak«, er habe das 
erste Eis bei Sommens, etwa 120 km vor Kronstadt, angetroffen, bei Nervö und 
Bjorkö jedoch starkes Eis gefunden; alles übrige unterwegs beobachtete Eis sei 
schwach und weise offene Stellen auf, so daß große Dampfer mit seiner Hilfe 
schon jetzt nach Kronstadt gelangen könnten. Da indessen der Hafen noch voll 
Eis, das Fahrwasser nach St. Petersburg mit stehendem, wenn auch nicht 
starkem Eise bedeckt, und endlich die Newa noch nicht aufgegangen sei, so 
würde ein freier Hafen- und Leichterverkehr nicht möglich sein. Am 26. hatten 
sich die Verhältnisse soweit gebessert, daß die Schiffahrt als eröffnet gelten 
konnte, obgleich Eisbrecherhilfe noch längere Zeit in Anspruch genommen werden 
mußte. Noch am 9. April hatte der in Begleitung des Eisbrechers »Jermak« in 
Kronstadt eingelaufene Dampfer »Sarmatia« bei Hogland sowie vom London 
Grund bis Kronstadt Eishindernisse vorgefunden; Am 17. April wurde gemeldet, 
der Kanal zwischen Kronstadt und Petersburg sei jetzt eisfrei und die Schiff- 
fahrt aufgenommen, . 
Auf der nördlichen Seite des Finnischen Meerbusens kam die erste auf 
Wiedereröffnung der Schiffahrt lautende Nachricht aus Lowisa, wo das erste 
Schiff am 16. April einlief, Am 14. kamen sechs Dampfer, darunter die’ deutschen 
Dampfer »Doris«, »A. W. Kafemann« und »Maria Horn« im Hafen von Kotka an, 
womit dort die Schiffahrt. eröffnet wurde. Aus Wiborg traf am 15, April, aus 
Lowisa am 17. die Meldung ein, daß die Schiffahrt wieder im vollen Gange sel.
	        
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