Wettbewerb-Prüfung von Marine-Chronometern im Winter 1909—1910., 465
rat E. Lange-Glashütte i/Sa., E. Sackmann-Altona und C. Wiegand-Peine, —
Bei der Besichtigung wurde besonders eingehend der augenblickliche Zustand des
Öles untersucht. Hierbei wurden nur bei einigen Instrumenten geringe Farben-
veränderungen des Öles festgestellt. Nach Ansicht der anwesenden Sachver-
ständigen waren diese Farbenveränderungen von derselben Art, wie solche auch
sonst unter normalen, Verhältnissen vorzukommen pflegen.
Im folgenden mögen noch einige allgemeine Ergebnisse der 33. Wettbewerb-
Prüfung zusammengestellt werden.
1. Die sämtlichen eingelieferten 79 Instrumente verteilen sich in folgender
Weise auf die einzelnen Klassen:
Klasse I ‚X II IV vV')
68% 19% 12% — 1%
2, Von den 62 deutschen Chronometern entfielen auf:
Klasse I II HI IV V
66% 19% 13% — 2%
3. Von den 17 fremdländischen Instrumenten. wurden in die einzelnen
Klassen eingereiht: .
Klasse I II 180 IV V
76% 18% 6% —
Um schließlich das Gesamtergebnis beurteilen und mit den Leistungen in
den früheren Jahren vergleichen zu können, ist in der folgenden Zusammen-
stellung die prozentische Verteilung der Chronometer auf die einzelnen Klassen
angegeben, Hierbei wurden der größeren Übersichtlichkeit wegen die Werte der
11. bis 30. Prüfung zu je 5Jährigen Mitteln vereinigt.
I IT III IV Z
23% 36% 22% 16% 360
20 51 19 7 377
32 39 16 12 390
46 32 13 7 2 415
66 21 11 2 0 451
65 24 6 5 0 449
68 19 12 0 1 453
Zu der vorstehenden Zusammenstellung ist zu bemerken, daß bei der Ver-
teilung der Chronometer auf die einzelnen Klassen überall diejenigen Grundsätze
der Beurteilung maßgebend waren, welche seit der 22. Wettbewerb-Prüfung ein-
geführt worden sind. — Die Zahlen der am Schlusse angegebenen Spalte X sind
aus der Gleichung
3=5p, +4P: +3p: +2 Pı 4 Ps
hervorgegangen, wo p; bis ps die vorstehenden Prozentzahlen bezeichnen. Die
Zahl X stellt demnach in gewisser Hinsicht eine Verhältniszahl für die Gesamt-
leistung während einer Prüfung dar, Eine gewisse Willkür liegt wie bei jeder
Klasseneinteilung in einer solchen Beurteilung, — Der für die diesjährige Prüfung
erhaltene Betrag X=-=— 453 ist bisher noch nicht erreicht worden; die Gesamt-
leistung kann daher dieses Mal als eine besonders gute bezeichnet werden,
Wie in früheren Jahren mußten mehrere Instrumente wegen zu großer
Beschleunigung (Akzeleration) in tiefere Klassen versetzt werden, Es mußten aus
diesem Grunde 9 Chronometer statt der ersten Klasse der zweiten bzw. dritten
Klasse sowie 1 Chronometer statt der zweiten der dritten Klasse überwiesen werden.
Die für Chronometer deutschen Ursprungs ausgesetzten Preise wurden für
die folgenden Instrumente I. Klasse erteilt:
für das Chronometer F, Lidecke Nr. 297 der erste Preis
A. Lange & Söhne « 80 « zweite &
‚ Kittel « 285 « dritte -
‚Lange & Söhne « 87 « vierte
„ Kittel « 284 « dfünfte «
L. Jensen « 30 « sechste «
1) Der Kürze wegen sind, wie in den früheren Jahren, diejenigen Chronometer als zur Klasse V
vehörig bezeichnet worden, welche die für die Klasse IV festgesetzten Höchstbeträge der Gütezahlen
überschritten haben.