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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1910,
Gleichzeitig mit den Chronometern wurden die Thermochronometer (nicht
kompensierte Chronometer) Eppner Nr, 20 und Tiede Nr. 108 verglichen, Die
mittleren täglichen Gänge derselben sind am Fuße der vorstehenden Tabelle
angegeben. Unter den Spalten, welche diese in Sekunden ausgedrückten Werte
enthalten, folgen alsdann die aus den täglichen Ablesungen der meteorologischen
Instrumente gebildeten Mitteltemperaturen sowie die Extreme der während der
betreffenden Dekade beobachteten mittleren Tagestemperaturen. In der letzten
Reihe sind schließlich die Mittelwerte der an den Koppeschen Hygrometern ab-
gelesenen relativen Feuchtigkeiten im Innern des Prüfungsapparates angegeben.
Wie in früheren Jahren wurden die Chronometer an jedem zweiten Tage
um 10 Uhr vormittags mit den Normaluhren der Abteilung IV der Deutschen
Seewarte auf chronographischem Wege verglichen. Zur Herstellung einer unab-
hängigen Kontrolle wurde außerdem von einem anderen Beobachter an jedem
Dekadentage eine zweite Vergleichung der Chronometer in unmittelbarem An-
schluß an die erste vorgenommen, Die regelmäßigen zweitägigen Vergleichungen
der Chronometer, die Kontrollvergleichungen sowie die erforderlichen Zeit-
bestimmungen wurden durch die Beamten der Abteilung IV ausgeführt.
Nach Beendigung der Prüfung wurde die Ableitung der für die Güte der
Chronometer maßgebenden Zahlen sowie die Einteilung in Klassen auf Grund der er-
lassenen Bestimmungen vorgenommen (» Aufforderung zur 33, Wettbewerb-Prüfung«).
Das Ergebnis dieser Rechnungen ist in der beifolgenden Tabelle enthalten. Die Be-
stimmungen selbst, nach denen diese Berechnungen ausgeführt wurden, lauten:
„Nach beendigter Prüfung werden sämtliche Chronometer, soweit sie sich
überhaupt als brauchbar für die Schiffahrt erweisen, in vier Klassen eingeordnet,
für die die Höchstbeträge der später zu erklärenden Gütezahlen folgender-
maßen festgesetzt worden sind:
Klasse I II III IV
A+2B+C 2,505ek 5.005ek 6.50%0k 10.005°k
B 0,755ek 1.208sek 1.605ek 2,505sek
CC 0.010sek 0.0155ek 0.0255ek 0.050sek
Diese Größen A, B und C werden berechnet aus den mittleren täglichen
Gängen, die während der einzelnen Dekaden beobachtet worden sind. — Zur
Bestimmung der Größe A werden die bei gleichen Temperaturen erhaltenen Gänge
paarweise zu einem Mittelwerte vereinigt; es wird dann der größte vorgekommene
Unterschied dieser Mittelwerte gleich A gesetzt. — Bezeichnet ferner B’ den Unter-
schied der Temperatur während dieser beiden Zeitabschnitte und T den Unterschied
der höchsten und niedrigsten während der Prüfung vorgekommenen mittleren
Dekaden-Temperatur, so ist x
B=B'— m} A.
In dieser Formel sind die algebraischen Vorzeichen von B’ und A zu be-
rücksichtigen. — Endlich erhält man den Wert der täglichen Beschleunigung C
des täglichen Ganges, indem man den Unterschied der Gänge bildet, die während
zweier zur Mitte der Untersuchungszeit symmetrisch gelegener Dekaden beobachtet
worden sind, und alsdann diesen Unterschied durch die Anzahl der zwischen der
Mitte beider Dekaden liegenden Tage dividiert. Nachdem man in dieser Weise
die tägliche Beschleunigung aus den beiden äußersten Dekadenpaaren der Prüfung
berechnet hat, ist der Mittelwert beider Bestimmungen gleich C zu setzen.
Innerhalb der einzelnen Klassen werden die Chronometer nach dem Wert
der Summe A +2 B + C geordnet, wobei die Vorzeichen der Summanden nicht zu
berücksichtigen sind.«
Nach Beendigung der Wettbewerb-Prüfung wurden die Chronometer in der
üblichen Weise durch die ortsansässigen Chronometermacher A. Kittel-Altona,
A. Meier (in Firma Th. Knoblich)-Hamburg und W. Meier (Leiter der Chrono-
meterwerke)-Hamburg im Beisein des Direktors der Deutschen Seewarte und der
Beamten der Abteilung IV einer Untersuchung auf ihren gegenwärtigen Zustand
unterzogen. An der Sitzung beteiligten sich außerdem die Herren: E, Bröcking-
Hambure, R. Grießbach-Glashütte i/Sa., L. Jensen-Glashütte i/Sa., Kommerzien-