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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1910. 
Kompensation der Krängungsdeviation mit der Vertikalkraftwage 
bei Kompaßrosen von hohem Moment. 
Von Prof. H. Maurer. 
In der »Hansa« ist neuerdings von Herrn Hechelmann auf den Wert der 
Vertikalkraftwage von Thomson für die Kompensation der Krängungsdeviation 
hingewiesen worden. In der Tat ist es für die Ruhe der Kompaßrosen von 
größter Wichtigkeit, wenn der Krängungsfehler möglichst vollkommen beseitigt 
ist; und da die praktische Krängung eines großen Schiffes Umständlichkeiten und 
Zeitverlust verursacht, ist eine Methode, die es erlaubt, auf ebenem Kiel die 
Kompensation der Krängungsdeviation auszuführen, sehr erwünscht. 
Der Gebrauch der Vertikalkraftwage innerhalb der Kaiserl. Marine, der 
von Herrn Hechelmann erwähnt wird, hat indessen gewisse Schwierigkeiten 
hervortreten lassen, Schwierigkeiten sowohl theoretischer als praktischer Natur, 
die im folgenden auseinandergesetzt werden sollen. Sie gehen im wesentlichen 
darauf zurück, daß die in den Lehrbüchern gegebene Theorie für die Verwendung 
der Vertikalkraftwage auf Voraussetzungen beruht, die für die Fluidkompasse 
von hohem, magnetischem Moment nicht zutreffen, so daß sich diese Theorie nicht 
ohne weiteres auf solche Kompasse übertragen läßt und infolgedessen die prak- 
tische Kompensation z. B. unter Verwendung der bekannten Formel = 12% (HE? 
nicht gelingt. 
Theorie im Fall einer Rose ohne Nadelinduktion. 
Die Theorie der Krängungsdeviation, wie sie z. B. in E. Rottoks Deviations- 
theorie in den $8 42 und 43 angegeben ist, führt unter Anwendung der ge- 
bräuchlichen Bezeichnungen abe, def, ghk für die Induktionskoeffizienten der 
9 Weicheisenstäbe, 4 DE, U für den im Schiff unterm Kompaß festen 
Magnetpol, Z für die Vertikalkomponente und J für die Inklination des Erd- 
magnetismus, endlich i für den Krängungswinkel zu dem Ausdruck für die 
Krängungsdeviation 0;: 
‚e— i U #5 g wr 
di = a He — zZ) tg J cos 5 —i zn fcos2g ; 
falls die Induktionskoeffizienten b, d, £, h des unsymmetrisch gruppierten Weich- 
eisens gleich 0 gesetzt werden dürfen. Wir schreiben: 
di = Ai+Ci cos’ +Ei cos 2 f. 
Bei der Kompensation bringt man nur einen permanenten Magneten vertikal 
unter dem Kompaß an, man ändert also weder € noch g, verzichtet mithin auf 
die Kompensation von A; und E; und macht nur C; = 0, d.h.: 
e x = 0 
— z=0. 
Das Verhältnis der Vertikalkomponente an Bord Z’ zur ungestörten Vertikal- 
komponente des Erdfeldes Z ist (z. B. nach Rottok $ 20): 
Zn g h U 
Z = A 
also, falls h = 0 ist, wird auf Ost- und Westkurs: 
X AU 
zZ = 1l+k+z- 
Bezeichnet man dies Verhältnis mit 4, so folgt k + . = u—1, und die 
Bedingung e—k—z = 0 für gelungene Kompensation des Krängungsfehlers 
nimmt die Form an: 
= 1+6 
{m Verhältnis TE = u steben auch die Hebelarme l' und ], auf die das 
Gewichtehen der Vertikalkraftwage gesetzt werden muß, um an Orten mit der
	        
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