Reinicke, G.: Reisen der Schulschiffe »Herzogin Sophie Charlotte« und »Herzogin Cecilie« usw. 35
_ 0° bis 10° S-Br.
»H, S. Ch.«, 9. bis 17. XII. Schon auf 2° S-Br. holte der Södostpassat nord-
östlich, und die Drehung nach links fortsetzend, nahm der Wind allmählich an
Stärke ab, bis er südlich von 5° S-Br. ganz und gar in Mallung überging. Die
Brisen darin waren allerdings vorwiegend nördlich, indessen brauchte das Schiff,
das seinen Südwestkurs beibehielt, doch vier Tage, um von 5° S-Br. in 173° W-Lg.
nach 10° S-Br. in 178° W-Lg. zukommen.
„H. C.«, 18. bis 21. XII. Auch für dieses Schiff holte der Südostpassat mit
dem Überschreiten von 2° S-Br. auf NO, doch behielt es ziemlich stetige, wenn
auch leichte Brise aus dieser Richtung, und da es mit dem Abflauen des Windes
einen ziemlich südlichen Kurs einschlug, konnte es 10° S-Br. in 159° W-Lg. schon
vier Tage später als die Linie überschreiten.
10° bis 20° S-Br.
»H. S. Ch.<«, 17. bis 26. XII. Als 12° S-Br. überschritten wurde, nahmen
die Brisen in der Mallung allmählich westliche, dann südwestliche, südliche und
endlich in etwa 13° S-Br. südöstliche Richtungen an, indessen traten noch ver-
schiedene Male Stillen ein, bis etwa in 16° S-Br. und 173° O-Lg. der Südostwind
stetig und zum Passat wurde. 20° S-Br. wurde in 170° O-Lg. überschritten.
»H, C.«, 21. bis 31. XII. Mallung und leise östliche Brisen begleiteten das
Schiff bis nach 14° S-Br.. Von hier bis nach 17° S-Br. waren die Brisen bei
drohender Luft. und Gewittern vorwiegend aus nördlichen Richtungen. Südlich
von 17° S-Br. hatte man bei Mallung wieder vorwiegend östliche Brisen und über-
schritt dabei 20° S-Br, in 166° W-Lg.
20° bis 80° S-Br.
»H, S. Ch,«, 26. XII 1908 bis 1. I. 1909. Das Schiff fand hier zwar leichten,
im ganzen aber stetigen Südostwind, der indessen südlich von 27° S-Br. zur Stille
herabsank. Aus dieser entwickelte sich bei langsam fallendem Barometer und
sehr feuchter Luft nördliche Brise, die bei langsam weiter fallendem Barometer
bald zunahm und das Schiff mit Stärke 7 in 159° O-Lg. nach 30° S-Br, brachte,
‚KH. C.«, 31. XIL 1908 bis 13, I. 1909. Aus den leichten östlichen Brisen in
der Mallung entwickelte sich in 22° S-Br. stetige Südbrise, die bei schönem klaren
Wetter und einem Barometerstande von 766 mm mehrere Wachen lang die Stärke 5
hatte. Indem man damit nach Westen segelte, holte der Wind bei fallendem Baro-
meter allmählich östlich, es setzte Regen ein, und in 26° S-Br. und 173° O-Lg. ging
der Wind nördlich. Nun mehrten sich schnell die auf schlechtes Wetter deutenden
Anzeichen, Regen, schmierige Kimm, Böen, Blitze und wild durcheinander laufende
See, Schmetterlinge und Grillen erschienen an Bord. Indessen flaute der Wind
nur ab und machte, nachdem das Barometer bis auf 755 mm gefallen war, bei
wieder steigendem Luftdruck einen Rundlauf durch Süd und Ost. 30° $S-Br.
wurde bei NNO 4 in 1611/,° O-Lg. überschritten.
30° S-Br. bis Port Phillip.
»H. S. Ch.«, 1. bis 9. I. 1909. Als mit dem nordwestlichen Winde noch nörd-
lich von 31° S-Br. das Barometer auf 756 mm gefallen war, lief der Wind, ohne
nennenswerte Stärke erreicht zu haben, schnell über Südwest nach Südost und
machte in den folgenden Tagen bis 36° S-Br. noch einmal einen Rundlauf, Südlich
von 37° S-Br. hatte man dann bei rasch steigendem Barometer unter der Küste
einen kurzen Südweststurm mit mehreren orkanartigen Böen zu bestehen und
segelte mit den darauf folgenden Ostwinden in die Baß-Straße, wo man am 9. bei
Kap Schank einen Lotsen erhielt.
»H. C.«, 13. bis 23. I. 1909. Zwischen 31° und 34° S-Br, machte der Wind
noch einmal einen Rundlauf, ohne daß es dabei zu starken Winden kam, Es
folgten dann zunächst nordöstliche und dann umlaufende, vorwiegend westliche
Winde, bei denen‘ in der Baß-Straße gekreuzt und Port Phillip am 23. I. er-
reicht wurde.