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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1910, 
1906. Ergänzt nach den neuesten deutschen und englischen Quellen, Brit, Adm-Krt, Nr. 2759b, 
Australia Southern Portion; Nr. 1062, South Coast of Australia, Rivoli Bay to Cape Otway; Nr. 1014, 
South Coast of Australia, Cape Jervis to Rivoli Bay; Nr. 2389A, Gulfs of St. Vincent and Spencer- 
Southern Sheet; Nr. 1752, Approaches to Port Adelaide; Nr. 1750, Port Adelaide, Letzte Veröffent- 
lichung »Ann, d. Hydr.« usw. 1898, Seite 434 ff, 
Port Adelaide ist der bedeutendste Hafen von Südaustralien. Die Stadt 
liegt etwa 8 Sm oberhalb der Mündung des Port Adelaide-Flusses, eines Armes 
des St. Vincent-Golfes, aber nur gut 1 Sm von der Küste entfernt. Schiffe von 
bedeutender Größe können diesen Fluß oder Kriek bis oberhalb der Jervois- 
Eisenbahnbrücke befahren, oder, wenn sie nicht nach der Stadt hinauf wollen, 
im Außenhafen eben innerhalb des Krieks, der sogenannten Lights Passage, an- 
legen. Auch die Reede von Port Adelaide bietet Raum für Schiffe jeglicher Art, 
während kleinere Schiffe den Semaphore-Ankerplatz benutzen können. Die 
geographische Lage des Leuchtfeuers an der Südseite der Einfahrt zum Kriek 
ist 34° 48’ S-Br. und 188° 28’ O-Lg. Die Mißweisung für das Jahr 1910 beträgt 
etwa 5.4° Ost; sie ist ungefähr stationär. 
Allgemeines. Der St. Vincent-Golf bildet die Fahrstraße zur Reede und 
zum Hafen von Port Adelaide, Er liegt zwischen der Ostküste der Halbinsel 
Yorke und dem gegenüber liegenden Festlande nördlich vom Kap Jervis, Zwischen 
diesem Kap und der Troubridge-Huk ist er etwa 33 Sm breit, nimmt nach 
Norden zu allmählich an Breite ab und ist in seinem innersten Teile sehr eng. 
Seine Länge beträgt etwa 80 Sm. Die Tiefen des Golfes schwanken an seiner 
Einfahrt in einigem Abstande von der Troubridge-Huk bis nach Kap Jervis 
hinüber im allgemeinen zwischen 33 und 37 m, betragen aber 42 Sm nördlich 
von den Troubridge-Untiefen nur noch 20 m. Bei gutem Wetter können auch 
kleine Schiffe an irgend einer Stelle der Küsten des Golfes ankern und Ladung 
einnehmen, bei stürmischen westlichen Winden aber steht grobe See auf die 
Küste zwischen Kap Jervis und Port Adelaide. 
Die Zugänge zum St. Vincent-Golf sind im Westen dieInvestigator-Straße, 
im Osten die Backstairs-Durchfahrt. KErstere erstreckt sich zwischen der 
Känguruh-Insel im Süden und der Südküste der Yorke-Halbinsel im Norden bei 
23 Sm Breite, 52 Sm weit in ONO*/„O-Richtung, Sie ist in der Mitte ihrer west- 
lichen Einfahrt 73 bis 90 m tief, nimmt weiter östwärts bis 46 und 37 m Wasser 
ab, und zeigt schließlich bis zur St. Vincent-Golf-Einfahrt unregelmäßige, zwischen 
27 und 37 m schwankende Wassertiefen. An der Südseite der Straße findet man 
das tiefere Wasser, 
Die Backstairs- Passage wird im Südwesten von der Känguruh-Insel, im 
Nordosten vom Kap Jervis begrenzt. Sie ist 12 Sm lang und 7 Sm breit zwischen 
letzterem Kap und der Känguruh-Insel, Schiffe jeder Größe und jeden Tiefganges 
können diese Straße benutzen. 
Landmarken. Für von Westen kommende Schiffe, die nach irgend einem 
Hafen des St. Vincent- oder des Spencer-Golfes bestimmt sind, kommen als erste 
Landmarken die Känguruh- und die Neptune-Inseln in Betracht, da alle Schiffe 
bestrebt sind, bei Kap Borda, der Nordwesthuk der Känguruh-Insel, Land zu 
machen... Diese Insel erstreckt sich vor der Einfahrt zum St, Vincent-Golf 80 Sm 
weit in O—W-Richtung, und ihre mittlere Breite beträgt etwa 24 Sm. Sie ist 
von ziemlicher Höhe, gut bewaldet und ähnelt an Gestalt der Form eines ma- 
laiischen Dolches, der mit dem Griff nach Osten zeigt. Ihre Nordwesthuk, Kap 
Borda, ist steil abfallend und zerklüftet; die Abhänge an der Huk selbst sind 
50m hoch, während sie 1!/, Sm südlich davon bis zu 120 m Höhe ansteigen. Die 
Westseite der Insel besteht zwischen diesem Kap und der etwa 8 Sm südlicher 
gelegenen West-Bucht aus 60 bis 120 m hohen dunklen Kalksteinabhängen, hinter 
denen sich mit dichtem Buschwerk bewachsene Hügel zu 150 bis 180 m Höhe er- 
heben. Verschiedene Höhlen haben sich längs der Küste gebildet; 2'/, Sm 
südlich vom Kap Borda hat eine Bergschlucht, die den Namen »de Casoars« 
führt und schon auf 12 Sm Entfernung zu sehen ist, die Küstenabhänge durch- 
brochen, Südlich von der West-Bucht werden dann die Küstenabhänge und das 
dahinter liegende Land bedeutend niedriger, doch zeigt das 33/, Sm südlich von
	        
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