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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 38 (1910)

Allgemeine Verhältnisse der Häfen an der Südküste von Süd-Australien, 443 
verschieden, doch die Regenmenge ist im allgemeinen nur gering, etwa 0.5 m im 
Jahresdurchschnitt, 
Strömungen. Bei Kap Leeuwin und an der Südküste von Australien scheint 
die Strömung zu allen Jahreszeiten hauptsächlich von den herrschenden Winden 
abhängig. zu sein. Es ist vorgekommen, daß Schiffe beständigen nördlichen und 
nordöstlichen Strom von 1 bis 1'/, Sm Geschwindigkeit beobachtet haben, 
während andere wieder bei der Annäherung an die Südwestküste von Australien 
nur östlichen, wenig nach Norden neigenden Strom angetroffen haben, 
Zwischen Kap Leeuwin und dem Recherche-Archipel setzt der Strom im 
allgemeinen nach Osten, parallel zur Küste. Er erreicht seine größte Stärke 
zwischen der D’Entrecasteaux-Huk und dem King George-Sund, auf welcher 
Strecke er manchmal mit 1!/, Sm Geschwindigkeit läuft, Weiterhin, vom Recherche- 
Archipel und an der großen Australischen Bucht entlang bis zum Kap North- 
umberland, ist diese Strömung dann etwas schwächer als auf dem direkten 
Wege nach diesem Kap. Auf hoher See wird der Strom zwischen Kap Leeuwin 
und Kap Otway vornehmlich von den starken westlichen Winden beeinflußt; die 
beinahe 9. Monate im Jahre vorherrschen. Vor dem westlichen Eingange zur 
Bass-Straße setzt die Strömung, ausgenommen bei den von Januar bis Anfang 
April herrschenden östlichen Winden, je nach der Stärke und Dauer der west- 
lichen Winde mit !/, bis 21/, Sm Geschwindigkeit nach Südosten und manchmal 
stark auf King-Eiland zu. Schiffe, die mit anhaltenden starken westlichen Winden 
das Land bei Kap Otway ansteuern, sollten daher ’eine solche Versetzung nach 
Südost und Süd in Rechnung ziehen, An der australischen Küste wurde in der 
Nähe von Kap Otway bei östlichen Winden nach Westen setzender Strom beob- 
achtet, der aber wahrscheinlich nur in der Nähe der Küste auftritt. Südlich vom 
Kap Jaffa, das etwa 220 Sm nordwestlich von Kap Otway liegt, setzt bei west- 
lichen Stürmen östlicher Strom mit etwa 1 Sm Geschwindigkeit in der Stunde, 
während zu derselben Zeit nahe dem Kap Jaffa selbst nördlicher Strom beobachtet 
wird, Zwischen Kap Willoughby am Ostende der Känguruh-Insel und Kap Otway 
wird manchmal bei südlichen oder westlichen Winden mit 1 Sm Geschwindigkeit 
nach Land zu setzender Strom gefunden. Im Oktober, November und Dezember, 
wenn der Wind meistens südwestlich ist, ist zwischen Kap Northumberland und 
dem Westeingange der Bass-Straße östliche Strömung zu erwarten, während im 
Januar, Februar und März, wenn Winde aus dem östlichen Quadranten vor- 
herrschen, westlicher Strom zu erwarten ist. Diese Strömungen scheinen aber 
niemals beständig zu sein und man kann sich auf ihr Vorhandensein nicht ver- 
lassen. Um so stärker findet man sie, je mehr man sich der Küste nähert, und 
am stärksten bei den verschiedenen Landvorsprüngen, wie bei Kap Bridgewater 
und Kap Nelson, bei Moonlight Head und besonders bei Kap Wickham am Nord- 
ende von King-Eiland, in dessen Nähe sie mitunter 5 Sm Geschwindigkeit er- 
reichen sollen.‘ 2 Sm ist hier aber die gewöhnliche Geschwindigkeit, die der 
Gezeitenstrom, vermehrt durch die Windtrift, zur Zeit der Springfluten annimmt, 
Port Adelaide. 
Nach Konsulatsfragebogen Nr. 726 vom Mai 1898; nach Konsulatsbericht Nr. 817 vom Juli 1898; 
nach Konsulatsfragebogen Nr. 1180 vom August 1899, Nr. 1582 vom Februar 1901, Nr, 3005 vom 
Dezember 1903, Nr. 4032 vom Mai 1906, Nr. 4714 vom Juni 1908; nach Fragebogen Nr. 2783 von 
S. M. S. »Condor«, Komdt. K-Kapt. Kirchhoff, vom August 1903; Nr. 242 des 4. Offiziers 
H. Schmitt, D. »Barbarossa«, vom Januar 1898; Nr. 733 des Kapt. D. Köhlenbeck, D. »Stuttgart«, 
vom April 1898; Nr. 1680 des Kapt. E. Stolz, S. »Viduco«, vom August 1900; Nr. 2101 des 
Kapt. H. Timm, 8. »Fulda«, vom Mai 1902; Nr. 3548 des Kapt. R. Nierich, D. »Bremen«, vom 
März 1905; Nr. 3642 des Kapt. R. Hempel, D. »Karlsruhe«, vom Juni 1905; Nr 3698 des Kapt. 
E. Malchow, D. »Gneisenau«, vom August 1905; Nr. 3803 des Kapt. C. Dewers, D. »Seydlitz«, 
vom Januar 1906; Nr. 3877 des Kapt. H. Mayer, D. »Darmstadt«, vom Juni 1906; Nr. 4267 des 
Kapt. N. Lorenzen, S. »Marie«, vom Juni 1906; Nr.4762 des Offiziers E. Schwendig, D. »Gneisenau«, 
vom Oktober 1908; Nr. 4915 des Kapt. F. Eggert, D. »Trifelse, vom Januar 1909; Nr. 4911 des 
Kapt. R. Dahl, D. »Friedrich der Große«, vom Februar 1909; nach Bericht Nr, 3638 .des Kapt, 
CO. Stege, S, »Atlantic« vom Januar 1905; Nr, 4261 des Kapt. F. Maas, S. »Wega«, vom Dezember 
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