Allgemeine Verhältnisse der Häfen an der Südküste von Süd-Australien, — 441
Gambier, Schanck und Mc Intyre und die auffälligen Berge Pisgab, Hope und
Muirhead.
Früher hatte der Staat stark an Wassermangel zu leiden, da bei weitem
der größte Teil des Landes, namentlich der große westliche Teil, eine fast regen-
lose Wüste ist... Es fällt nur in der Nähe der Mount Lofty-Kette und des süd-
lichen Teiles der Flinders-Kette sowie im südöstlich gelegenen Mount Gambier-
Distrikt genügender Regen. Beständig fließende Flüsse sind außer dem Murray,
der die südöstliche Hälfte des Staates durchfließt, auch nicht vorhanden, und die
zahlreichen Seen sind, außer den Süßwasserseen Alexandrina, Albert, Bonney, Hope,
Frome und einer Anzahl kleiner Seen in der Nähe des Gambier-Berges, Salz-
sümpfe, und ihre Nachbarschaft ist traurige Wüste, In neuerer Zeit hat man
aber dem Wassermangel durch Anlage artesischer und anderer Brunnen sowie
von Zisternen und Dämmen abgeholfen und es auch so weit gebracht, größere
Strecken Landes künstlich zu bewässern und so fettes Weideland zu schaffen,
das man sonst nur am Murray-Flusse findet,
Der Haupterwerbszweig der Kolonie ist die Landwirtschaft. Es gedeihen
Weizen, Gerste, Reis, Orangen, Mandeln, Oliven, Pfirsiche, Aprikosen, Feigen,
Datteln, Bananen, Wein und Tabak, Von Europa aus eingeführte Haustiere ge-
raten ausgezeichnet, und der Viehstand ist. sehr erheblich. Der Verhältnisse
halber befaßt sich die Viehzucht in erster Reihe mit Schafzucht, doch wird auch
Rindvieh-, Pferde- und Schweinezucht betrieben, Einheimische Tiere sind der
Dingo, das Känguruh, Opossum, der Springhase und zahlreiche Vogelarten, von
denen der Emu der größte ist. Fische mannigfacher Art enthalten die Küsten-
gewässer, und an der Mündung des Murray-Flusses sind. Seebarben in Überfluß,
während weiter flußaufwärts der Murray-Kabeljau zu Hause ist, Der Mineral-
reichtum besteht vornehmlich in großen Lagern von Kupfer, dann in Eisen, in
etwas Gold, Silber, Wismut und Blei, sonst Gips, Salz und anderes.mehr, In den
Wäldern findet man Gummibäume, Eukalyptus und Akazienarten. Endlich sind
noch die vielen und verschiedenartigen, teilweise giftigen Schlangen zu nennen
und das viele Ungeziefer, mit dem Süd-Australien reichlich gesegnet ist,
. Die Bevölkerung des ganzen Staates »Süd-Australien« zählte im Jahre 1881
286324, im Jahre 1905 374398 Köpfe. Von diesen werden etwa 3000 als Ur-
einwohner gerechnet. Eine Universität, einige Regierungsschulen, sehr viele
Privatschulen, etwa 90 Handwerker- und andere Institute sowie 570 Sonntags-
schulen sind im Staate errichtet worden. Der Schulbesuch ist nominell, aber
nicht wirklich obligatorisch.
. Lloyds-Signalstationen befinden sich bei den Leuchttürmen auf Kap Borda,
Kap Willoughby, Kap Northumberland und Kap Jervis.
Lotsen sind für Port Adelaide, Wallaroo, Port Victor, Port Macdonnell,
Rivoli-Bucht, Port Pirie, Port Germein und Port Augusta zu bekommen. Schiffe,
die einen Lotsen wünschen, müssen bei Tage die Lotsenflagge oder die Flaggen P. T.
des Internationalen Signalbuches am Vortopp hissen; bei Nacht ist alle 15 Minuten
ein Blaufeuer oder ein weißes Flackerfeuer in Zwischenräumen so lange zu zeigen,
bis der Lotse an Bord ist. Schiffe, die es nicht nötig haben, einen Lotsen zu
nehmen, müssen in wenigstens 5 Sm Abstand von der Lotsenstation eine weiße
Flagge im Großtopp setzen und diese so lange wehen lassen, bis sie den Hafen
erreicht haben,
Wind, Wetter, Klima, Zwischen dem Kap Leeuwin und der Bass-Straße
findet man in weniger als 100 Sm Entfernung von der Küste in den Monaten
Januar, Februar, März und April das stetigste Wetter, Es weht in dieser Jahres-
zeit gewöhnlich südöstlicher Wind, der etwas vom Charakter der Land- und
Seebrise hat, indem er während der Nacht und am frühen Morgen. meistens
aus östlicher Richtung, am Tage aber und am Nachmittage meistens aus
südlicher Richtung weht.‘ Der Barometerstand ist hierbei sehr hoch und über-
steigt oft 775 mm. Während der Nacht ist der Wind Östlich; .er wird nach
Sonnenaufgang flau und frischt dann erst wieder im Laufe des Vormittags auf,
wobei er aus SSO-Richtung mit Stärke 5 bis 6 weht. Er führt oft Nebel mit
sich, wenn der Morgen heiß gewesen ist.. Die Seebrise weht am. kräftigsten am
Ann. d. Hydr. usw... 19190, Heft VII.